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Winterharte Pflanzen

Winterharte Pflanzen unterscheiden sich von ihren Vorfahren, die meist in tropischen oder subtropischen Bedingungen entstanden sind. Dort gab es keine Winter, keinen Frost, alle Pflanzen sind das ganze Jahr über grün, blühen, haben Früchte und wachsen natürlich auch viel schneller. Solch paradiesische Zustände haben wir in Mitteleuropa nicht und selbst wenn der Klimawandel mit der größten möglichen Kraft zuschlägt, wird es dennoch wohl nie passieren, dass Sie Ihr Gartenhaus vor immergrüner, tropischer Kulisse stehen sehen werden.

Unsere heimischen Pflanzen sind alle winterhart und haben verschiedene Strategien entwickelt, um das zu erreichen: Die Bäume lassen beispielsweise ihr Laub fallen. Damit sparen sie sich einen übermäßig aufwendigen Frostschutz für ihre Blätter und ohne Blätter ist auch ihr Wasserbedarf nahe null, so dass sie selbst tief gefrorenen Boden, der kein flüssiges Wasser mehr hat, überleben, ohne zu vertrocknen.

Stauden sterben meist oberirdisch ab und überwintern im Boden unter den wärmenden Resten ihrer sommerlichen Formen oder vom Gärtner vorsorglich mit Laub und anderem Material gemulcht. Manche bilden auch über den Sommer unterirdische Speicherorgane, wie Knollen, Rüben, verdickte Wurzeln oder Sprossausläufer aus denen sie dann im Frühjahr besonders schnell wieder einen oberirdischen Pflanzenkörper mit seiner energiesammelnden Blattmasse bilden können.

Sogar die sogenannten einjährigen Pflanzen überleben die harten Winter nur eben nicht in Form ihrer einjährigen Pflanzenkörper, sondern als Samen, aus denen im Frühjahr regelmäßig neue individuelle Pflanzen hervorsprießen.

Was heißt „winterhart“ eigentlich genau?

Tatsächlich macht diese Bezeichnung nur mit der Angabe eines Ortes oder einer Klimazone Sinn. Während beispielsweise der Ilex, genauer die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) im warmen Rheintal zu den heimischen Pflanzen gehört und damit dort winterhart ist, kommt sie weiter im Osten, wo das Klima kontinentaler und die Wintertemperaturen damit tiefer werden, seltener und bei unseren östlichen Nachbarn gar nicht mehr wild vor. Dort ist er nicht winterhart.

Ähnliches gilt für fast alle Pflanzen und besonders für Exoten. Alle Sorten von Feigenbäumen sind beispielsweise um das Mittelmeer herum winterhart, während das bei uns nur für wenige Sorten zutrifft.

Also egal wo Sie sind: Wenn Sie Ihre exotische Kübelpflanze oder Ihre Dalienknollen im Winter ins Haus holen müssen, dann sind diese Pflanzen bei Ihnen nicht winterhart.

Bei Linien oder Zuchtsorten von Zier- oder Nutzpflanzen, die nicht zu der bei Ihnen heimischen Flora gehören, ist daher vor dem Kauf ein Blick auf den Winterhärtegrad nützlich. Informieren Sie sich auch, in welcher Klimazone Sie wohnen.

Winterharte Pflanzen sind in verschiedene Winterhärten eingeteilt

International hat sich im Westen eine Einteilung des nordamerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA-(United States Department of Agriculture) durchgesetzt, nach dem Klimazonen grob entsprechend der zu erwartenden winterlichen Tiefsttemperaturen eingeteilt werden. In Deutschland finden sich die kältesten Zonen in den Hochalpen mit 5b klassifiziert und die wärmsten Zonen im Rheingraben und am Untermain, die bis zu 8a reichen. Entsprechend werden auch Pflanzen oft nach dieser Einteilung in verschiedene Winterhärtegrade eingeteilt. Eine Pflanze, die eine bestimmte Winterhärte aufweist, hat nach dieser Definition eine 80%ige Wahrscheinlichkeit in der entsprechenden geographischen Klimazone einen Winter zu überleben. Selbstverständlich berücksichtigen diese Einteilungen keine kleinklimatischen Faktoren. Dort haben Sie als Gärtner noch viele Möglichkeiten, das Kleinklima für Pflanzen, die in Ihrer Klimazone grenzwertig sind, noch weiter zu verbessern.

Auch reagieren viele Pflanzen eher auf die winterliche Nässe als auf die Mindesttemperaturen.

Das Mikroklima ist ein wichtiger Aspekt

Selbst wild wachsende, winterharte Pflanzen haben oft bestimmte bevorzugte Mikroklimabedingungen. Umso mehr trifft das auf Ihre bevorzugten, wärmeliebenden Pflanzen zu, seien das Maulbeeren, Tomaten oder Pfirsiche. Pfirsiche gehören zum Beispiel in vielen Gegenden Deutschlands zu den winterharten Pflanzen, auch wenn sich der kommerzielle Anbau auf die Mittelmeerländer und in Deutschland auf die Weinbaugegenden beschränkt, weil seine empfindlichen Blüten leicht durch Spätfröste im April beschädigt werden. Ein Weg, Pfirsiche doch anzubauen ist schon seit dem Mittelalter bekannt, nämlich Pflanzenmauern. Hohe Mauern hielten die Winde ab und speicherten die Sonnenwärme. Es entstanden regelrechte Labyrinthe in denen die jährlichen Durchschnittstemperaturen ganze 7 – 10°C über den Durchschnittstemperaturen im offenen Gelände lagen. An solchen sonnenexponierten Mauern ließen sich Feigen und Wein ziehen, während wärmeliebende Obstsorten im Inneren der nach oben offenen raumartigen Strukturen wohlfühlten.

Winterschutz für Exoten

Ein Winterschutz für Pflanzen, die in Ihrer Klimazone vielleicht im Winter gefährdet sind, kann mit Abdeckungen, Vliesen, Hauben, Bastmatten, Tannenreisern und Ähnlichem vorgenommen werden. Man empfiehlt meist Materialien, die Luft und Dampf durchlassen. Plastikfolien sind weniger geeignet, es sei denn, es handelt sich etwa um einen Folientunnel der mindestens während wärmerer Phasen an den Enden geöffnet und damit gelüftet wird. Noppenfolie ist daher auch nur da geeignet, wo sowieso keine Luft durchkommt also etwa als Kälteisolierung auf Gewächshausfenstern, Frühbeetfenstern oder Folientunneln.

Ein Schutz vor dem Wind kann wichtig sein und natürlich können Kübelpflanzen auch an geschütztere Stellen, etwa an Südmauern verbracht werden oder ganz hereingeholt, etwa in einen Wintergarten, ein Gewächshaus, einen hellen aber kühlen Flur, ein Schlafzimmer oder – für Kübelpflanzen, die ihre Blätter im Winter verlieren - auch in den Keller.

Bei Kübelpflanzen, die Sie draußen überwintern möchten, denken Sie bitte daran, dass die Erde im Kübel dann weniger gut vor Frost geschützt ist, als Erde im Boden, weil eisige Luft einen Kübel von allen Seiten aus herunterkühlen kann. Daher könnte es auch sinnvoll sein, Kübel über den Winter in Decken, Matten oder anderes wärmeisolierendes Material einzuwickeln.

Mulchmaterial als Kälteschutz

Mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian freuen sich im Winter über einen leichten Schutz aus Stroh oder Tannenreisig. Dasselbe gilt auch für Knollenblumen, wie etwa Montbretien oder in manchen Gegenden sogar Gladiolen. Auch Gemüse wie etwa Rote Beete, Möhren oder Kohlrabi lassen sich derartig geschützt noch weit in den Winter hinein ernten. Selbst alpine Polsterstauden, wie man sie oft in Steingärten antrifft, sind dankbar für eine solche wärmende Mulchschicht, weil sie in ihrer natürlichen Heimat zwar auch große Kälte kennen, diese aber meist unter einer schützenden Schneedecke überstehen, die in Mitteleuropa während des Winters oft fehlt.

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