Probleme von Gartenhäusern: Haarrisse und Zerfall des Bauholzes

Holz ist ein natürlich vorkommendes Material. Deshalb ist es ein beliebter und unproblematischer Rohstoff, der sich hervorragend als Baumaterial für Gartenhäuser eignet. Die naturgegebenen Anforderungen, die das Bauholz an Sie als Gartenhausbesitzer stellt, sind leicht zu meistern und in der Regel unproblematisch. Viele Experten fassen ihr Wissen mir folgendem Satz zusammen:„ Holz lebt!“. Und in der Tat: Holz passt sich den jeweiligen Umständen an, in denen es sich befindet, und schützt sie deshalb Jahrzehnte lang vor schlechten Umwelteinflüssen. Dabei erleben Sie im Innenraum Ihres Gartenhauses immer ein angenehmes Klima zum Wohlfühlen.

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Was ist über Risse im Holz zu sagen?

Um sich dem Thema zu nähern, muss man verstehen, was im Inneren des Holzes vor sich geht. Holz besteht aus vielen kleinen einzelnen Zellen, die zu Fasern verbunden sind. Ein Baum wächst langsam von Innen nach Außen und transportiert dabei das vom Boden aufgenommene Wasser bis in die Baumspitzen. Wird der Baum nun verarbeitet, trocknet das Material  langsam von aussen nach innen aus. Dabei verlieren die Holzfasern an Wasser und ziehen sich zusammen. Den dadurch entstandenen Volumenverlust will das Holz kompensieren.

Rissiges-Holz-des-Gartenhauses

Wo das Wasser jetzt fehlt entstehen Risse. Diese Risse können kleine, mittlere oder auch stattliche Ausmaße annehmen. Dies ist ein ganz und gar natürlicher Vorgang und wird vom Hersteller der Gartenhäuser mit einkalkuliert. Sie müssen sich also keine Sorgen um Stabilität und Festigkeit machen! Die Risse werden schon im Holzwerk in Augenschein genommen und durch Schnitttechnik und bestimmte Trocknungsverfahren wird die Rissbildung auf ein Minimum beschränkt. Zudem wird mit speziellen Druckimpregnierverfahren das Schutzmittel auch an tiefen Stellen in das Holz gefügt, damit bei kleinen und mittleren Rissen der Impregnierschutz nicht versagt und beispielsweise Wasser keine Chance hat, in das Rohmaterial einzudringen.

Damit ist die Sache aber leider noch nicht vergessen. Je nach Wetter, Feuchtigkeit und Temperatur wird das Holz zu einem gewissen Teil etwas Feuchtigkeit wieder aufnehmen. Dadurch nehmen Die Fasern wieder an Volumen zu. Ihr Gartenhaus ist sozusagen wie Sie, ständig in Bewegung. So können sich zum Beispiel kleinere Risse wieder schließen. Leider gibt es durch diese Bewegungen ab und zu ein sogenanntes „Spannungsknacken“. Das kurze mit unter heftige Geräusch kommt nur zustande, wenn sich die Holzteile gegeneinander verschieben und sich die Spannungen so abbauen. Dabei entsteht kein Stabilitätsverlust und Sie müssen sich keine Sorgen machen, denn das ist ganz normal. Schon manch einen hat es erschreckt, wenn an einem kalten Tag die Heizung ihr kleines Gartenhäuschen in ein wohlig kuschliges Nest verwandelt  und plötzlich ein lautes Knacksen im Holz hörbar war. Bleiben Sie entspannt, denn ihr Holz entspannt sich gerade auch.

Was können Sie selbst tun, um Spannungen oder Risse im Holz zu vermeiden?

Vermeiden lässt sich dieser natürlich vorkommende Vorgang nur, wenn man auf statische Baustoffe wie Beton oder Stahl zurückgreift. Dafür darf man dann aber auch auf die belebenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften des Holzgartenhauses verzichten. Wer würde ein gut gepflegtes altes Holzsegelschiff gegen einen hochtechnisierten Stahlrumpf Transportkahn tauschen, bloß weil das Holz Risse hat oder es beim Fahren etwas „knietscht“? Wie Sie sehen können Risse auch “schön“ sein und tragen zum Erlebnis Gartenhaus bei! Ansonsten können Sie nur behutsam mit dem Holz umgehen und besonders auf die Einflüsse von Feuchtigkeit und Wärme achten, um die Rissbildung und das Verziehen auf ein geringes Maß zu begrenzen. Folgende Regeln sollten Ihnen dabei hilfreich zur Seite stehen:

Schon im Bauzustand sollten Sie darauf achten, dass keine zusätzliche Nässe oder Spritzwasser Ihr Gartenhaus berührt. Schließen Sie zügig Wand und Außendachflächen im Bauzustand. Lagern Sie alle Bauteile trocken und nicht auf der loosen Erde. So vermeiden Sie, das das vorgetrocknete Holz zusätzlich aufquillt.

Sie sollten die Raumtemperatur nur sehr langsam anheben. Auch wenn Sie es schnell gemütlich haben wollen, schadet das schnelle Anheben der Raumtemperatur dem Holz und führt zu vermehrten Komplikationen. So wird die Austrocknung des Holzes angeregt und durch das zu schnelle Aufheizen und Ausdehnen des Materiales entstehen Mikrorisse. Diese sind zwar ungefährlich, aber dadurch werden weitere Risse an der Oberfläche sichtbar. So tragen Sie unwissentlich zu diesem ohnehin natürlich vorkommenden Naturreflex bei.Vermeidung-der-halb-offene-Fenster-und-Türen-im-Gartenhaus

Sorgen Sie für ausreichend Durchlüftung. Der Mensch verbraucht zwischen 15- 60 Kubikmeter Athemluft in der Stunde und gibt dabei eine Menge Feuchtigkeit ab. Diese wird natürlich vom Holz wieder aufgenommen. Auch der normale Flüßigkeitsverlust vom Schwitzen darf nicht unberücksichtigt bleiben. Das Holz Ihres Gartenhauses klimatisiert Ihre Räumlichkeiten auf ein für Sie optimales Niveau. Unterstützen Sie es dabei und helfen Sie dem Holz, indem Sie einmal in der Stunde oder je nach Bedarf Stoßlüften. Öffnen Sie alle Fenster und Türen für 5 Minuten sodass ein Luftaustausch stattfinden kann. Der Raum kühlt in dieser Zeit nicht allzu sehr ab und die frische Luft wird Ihnen ebenfalls gut tun.

Vermeiden Sie halb offene Fenster, Türen oder Spalten. Angekippte Fenster oder auf Spalt geöffnete Türen bringen gar nichts um die Luftqualität zu verbessern. Im Gegenteil, sie schaden erheblich dem  umgebenden Holz. Dadurch, dass die Luft in den Spalten kondensiert und sich Tröpfchen bilden hat das Holz wieder Gelegenheit aufzuquellen. Das Holz verzieht sich, wird schnell brüchig oder sogar faul.Zerfall-von-Holz-im-Gartenhaus

Was ist über den Zerfall von Holz zu sagen?

1. In der ersten Phase besiedeln sogenannte Pionierinsekten das Holz. Sie bohren Löcher, um darin zu wohnen oder essen Gänge in das Holz. Manche Insekten benutzen das Holz auch als Nest um ihre Jungen darin groß zu ziehen. So können sich Larven, Würmer oder Wespen in ihr Gartenhaus einnisten. Diese Phase kann unbemerkt mehrere Jahrzehnte andauern, ohne dass eine Gefährdung eintritt. Sie bildet aber den Grundstock für weiteren Zerfall, deshalb sollten Sie das Holz Ihres Gartenhauses regelmäßig mit einem Besen reinigen und auf Schadstellen wie Löcher, Gänge oder feuchte Stellen untersuchen. Ein regelmäßig aufgetragener Schutz von entsprechenden Lösungen wirkt zusätzlich gegen Insekten.

2. Bei Phase 2 ist der Abbau bereits in vollem Gange. Es bilden sich Verfärbungen wegen Pilzbefall.  Die Larven oder Insekten zersetzen bereits befallenes Material. Dieser Punkt ist bereits eine Gefährdung für Ihre Sicherheit. Das Holz verliert die Tragfähigkeit und die Belastbarkeit des Holzes ist nicht mehr gewährleistet. Dann helfen auch keine Anstriche mehr! Sie müssen einen Experten aufsuchen, der die schadhaften Stellen ersetzt oder anderweitig saniert.

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