Moderne isolierte Holzhäuser: Der leichte Abschied vom Beton

Holzhäuser sind in Deutschland deutlich auf dem Vormarsch. Während noch vor nur 10 Jahren lediglich 5% aller Neubauten aus Holz gebaut wurden, sind es inzwischen 15% geworden. Der nachwachsende Baustoff erfüllt nicht nur die höchsten Baustandards sondern er ist auch umweltfreundlich, preiswert und langlebig.

Mal ganz abgesehen von der unter den möglichen Baustoffen einmaligen Ökobilanz des reichlich vorhandenen, erneuerbaren und nachhaltigen Baumaterials kommen Bauherren, die heute kostengünstig und modern bauen möchten, an Holz als Baumaterial kaum vorbei.

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Es verkürzt die Bauzeiten, nutzt die vorhandenen Flächen besser, ist leicht zu verarbeiten, statisch leistungsfähig und lässt sich beliebig mit anderen Materialien – Lehm, Glas, Beton, Stahl, Ziegel, Aluminium, Ton, Keramik oder anderen Baustoffen kombinieren. Wenn man den Primärenergieverbrauch der Herstellung von Holzbauteilen mit dem etwa von Porenbeton und Ziegeln vergleicht, dann wird deutlich, warum Holz als Baustoff mit dem günstigsten ökologischen Fußabdruck gilt.

Holz als natürlicher Baustoff bietet die einmalige Chance, bei einem Neubau von Anfang an auf alle synthetischen und chemischen Stoffe zu verzichten und ein durch und durch baubiologisch einwandfreies Haus zu errichten.

Im Erscheinungsbild wirkt Holz warm und lebendig und bietet Komfort und eine einmalige Wohnatmosphäre.

Es gibt zwei grundsätzliche Konstruktionsprinzipien für Holzhäuser

Als Konstruktionsprinzipien für isolierte Holzhäuser gibt es die Blockbohlen- oder  Massivholzbauweise, bei der Stämme oder Bohlen von unten nach oben fachgerecht mit Nut und Feder oder Doppelnut und Feder und mit stabilen Eckverbindungen aufeinander gesetzt werden, die ohne Balken auskommt, weil die Bohlen so ausgeklinkt werden, dass sie stabil ineinander verschränkt sind und die Bauart, bei der eine primäre tragende Balkenkonstruktion mit Holz verkleidet wird.

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Diese Holzrahmenkonstruktionen bieten den Vorteil, dass automatisch ein Raum zwischen der Innen- und Außenverkleidung entsteht, der sich gut für eine Füllung mit Dämmmaterial eignet, wobei zur Erreichung des Passivhausstandards die Stellen, an denen die Verkleidungen direkt am Balken anliegen als Wärmebrücken zuviel Wärme durchlassen, was eine weitere Isolationsschicht nötig macht. Auch Metallverbindungen, wie Flacheisen, Schrauben oder Bolzen, die von innen nach außen führen bilden wichtige Wärmebrücken, weil Metall die Wärme besonders gut leitet.

Aber natürlich ist es auch möglich, Holzhäuser in Blockbohlenbauweise nachträglich mit zusätzlichen Isolationsschichten innen oder außen zu versehen und entsprechend zu verkleiden.

Isolierte Holzhäuser von professionellen Herstellern vermeiden Wärmebrücken

Dazu werden Holzhäuser in Blockbohlenbauweise errichtet aber mit sogenannten „zweischaligen Wänden“ also im Prinzip werden alle Wände doppelt aufgebaut, und da die Blockbohlenbauweise keine tragende Balkenkonstruktion benötigt steht der gesamte Zwischenraum zwischen den Wänden für eine Isolationsschicht zur Verfügung ohne dass tragende Balken als Wärmebrücken fungieren. Solche Wände besitzen hinterher eine Gesamtdicke von bis zu 20 cm. Etwa, wenn die beiden Schalen aus je 44mm starkem Holz bestehen, zwischen denen sich eine 10cm starke Isolationsschicht befindet.

Die Wärmedämmwerte einer solchen Konstruktion sind natürlich hervorragend, weil das Holz alleine ja schon ein natürliches Wärmedämmmaterial ist. So bräuchten Sie eine etwa 50cm dicke Mauer um alleine die Wärmedämmwerte der dort verbauten 8.8cm Holz zu erreichen.

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Es ist klar, dass man Heizkosten spart, wenn man ein natürliches Wärmeisolationsmaterial als eigentlichen Baustoff verwendet. Das ist ja ein Grund dafür, warum Holzhäuser in Skandinavien so weit verbreitet sind.

Als Grundlage für den Ausbau zu einem Nullenergiehaus oder einem 1, 2 oder 3 Liter Niedrigenergiehaus eignen sich vorgefertigte isolierte Holzhäuser natürlich hervorragend.

Holzhäuser werden in Trockenbauweise errichtet und sind daher schneller bewohnbar

Gerade isolierte Holzhäuser, die Sie als Bausatz für wenig Geld im Internet bestellen können sind von zwei durchschnittlich handwerklich begabten Personen in zwei bis drei Tagen fertig aufgebaut, ohne dass der Bau besonders viel Staub und Lärm verursacht, während ein (bei uns traditionelles) Steinhaus leicht Jahre dafür braucht und eine dauernde Lärm- und Schmutzbelastung  für die Nachbarschaft von der Baustelle ausgeht. Dazu kommt, dass bei fertigen Steinhäusern oft der scharfe Geruch von Beton noch monatelang im Haus hängt und wegen der ausdampfenden Feuchtigkeit ständig gelüftet werden muss, während ein Holzhaus von Anfang an trocken ist und nach Wald duftet.

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Wenn Steinhäuser nach einem oder mehreren Jahren dann durch erhöhte Heizleistung endgültig abgetrocknet sind und man sich schon einigermaßen eingerichtet und eingewohnt hat, dann wird die Baustelle wieder neu eröffnet, um Wandverkleidungen oder Verputz anzubringen, ohne die Steinhäuser einfach nicht gut aussehen. Auch das ist bei Holz anders, welches ja sogar als optisch angenehmes Verkleidungsmaterial gerade im Innenbereich von Steinhäusern gerne verwendet wird, um ihnen etwas Wärme zu geben, schon an sich gut aussieht.

Wenn in einem solchen Holzhaus einmal ein Malheur passiert und ein „Wasserschaden“ entsteht, so ist er bei Holzhäusern gar kein echter Schaden, wie bei Steinhäusern, weil das Holz Feuchtigkeit gerne aufnimmt und erst nach und nach wieder an die Luft abgibt. Diese konstante Luftfeuchtigkeit ist übrigens die Grundlage für das Wohlfühlklima im Holzhaus. Eine konstante Luftfeuchtigkeit ist gut für die Schleimhäute und Asthma, Allergien und Atemwegserkrankungen haben weniger Chancen.

In der Lebensdauer geben sich Steinhäuser und Holzhäuser nichts

Ein Mythos in Deutschland, wo Holzhäuser noch eher selten sind, ist, dass Steinhäuser für mehrere Generationen gebaut werden und Holzhäuser nicht so lange halten. Das könnte man in Gegenden, wo es mehr Erfahrungen mit Holzhäusern gibt, wie in Asien oder im Norden Europas nicht so einfach behaupten. Tatsächlich halten Holzhäuser mindestens genau so lange wie Steinhäuser. Tausend Jahre alte Holzhäuser und Tempel sind bekannt; das angeblich älteste Steinhaus Deutschlands steht in Oestrich-Winkel und stammt angeblich aus dem 11. Jahrhundert. Viel wichtiger als das Material ist eine gute Pflege, wenn es um die Lebensdauer geht.

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Beim Platzbedarf eines Hauses spielen die Dicken der Wände eine wichtige Rolle

Hier können isolierte Holzhäuser wieder deutlich punkten, denn ihre Wände haben bei gleicher Wärmedämmfähigkeit geringere Querschnitte und damit sparen sie Raum im Vergleich zu massiven, gemauerten Außenwänden.

Wenn man die Wandstärken einmal in Flächenbedarf umrechnet kommt man selbst bei relativ kleinen Häusern mit Grundflächen von 100m² auf einen Vorteil von 16m² zusätzlichen Wohnraum beim Holzhaus.

Schließlich sind die Baukosten zu nennen, die wegen der günstigen Angebote fertig isolierter Holzhäuser und den kurzen Bauzeiten verbunden mit hoher Eigenleistung bei Holzhäusern deutlich niedriger liegen.

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