Holzhäuser: Würmer in Hof und Garten – Muss man etwas tun?

Holzhäuser werden oft in natürlicheren Umgebungen errichtet und bisher noch eher seltener in Innenstädten oder städtischen Umgebungen, die von Beton und Asphalt geprägt sind. Es ist als wenn jeder irgendwie spürt, dass ein Stück Natur, wie Holzhäuser es repräsentieren, irgendwie auch etwas weitere Natur als Rahmen braucht: Ein kleiner Garten wenigstens, ein Hof oder eine große Terrasse mit Kübelpflanzen oder ein paar schattenspendende Bäume.

Die meisten Holzhäuser werden von eher gut gestellten, gut gebildeten Menschen gebaut und dann privat bewohnt oder auch als Pensionen oder Ferienhäuser betrieben. Andere werden auf Campingplätzen oder in Kleingartenanlagen errichtet. In allen Fällen ist Natur darum herum, je mehr je besser, denn Natur wird mit Erholung gleichgesetzt, mit Seelennahrung, mit Heimat und Heilung von Stress der technisierten, hektischen und lebensfeindlichen Alltagswelt, die der Mensch sich aus mysteriösen Gründen geschaffen hat.

Dennoch ist die Begegnung mit Natur oft ein Schock für den Stadtmenschen. Die Ratlosigkeit angesichts der Spinne in der Wohnung, der oft nur mit Vernichtung als Ausweg begegnet wird. Am besten noch mit Gift, so dass man diesen so überaus beängstigende Teil Natur nicht auch noch berühren muss. Ein Symptom dafür, wie weit sich viele schon von der Natur entfernt haben und das Wohnen in der natürlichen Umgebung von Holzhäusern ist ein erster Schritt zurück in ein mehr naturverbundenes Leben, denn Holz ist Natur und wird auch so wahrgenommen.

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Würmer in Hof und Garten oder gar in unmittelbarer Nähe der Holzhäuser sind eine ähnliche Herausforderung und wir möchten im folgenden Artikel einmal etwas aufklären, welche Rolle Würmer spielen, ob Sie für Holzhäuser eine Bedrohung sein können und ob und was Sie dagegen tun sollten.

Echte Würmer sind keine Bedrohung für Holzhäuser

Solche Würmer wie Regenwürmer werden Holzhäuser eher meiden, denn Holzhäuser werden idealerweise eher sehr trocken sein. Das sollten die Besitzer und Bewohner von Holzhäusern als oberste Priorität verinnerlicht haben: Holz hält fast unbeschränkt lange, solange es trocken gehalten wird und genau das sollte ihr Ziel sein, wenn sie ihr Holzhaus lange bewohnen und ihren Kindern vererben möchten.

Würmer, wie Regenwürmer, brauchen aber Feuchtigkeit. Sie fressen verrottetes Pflanzenmaterial und sind daher gern gesehene Gäste in allen Gärten und in den Komposthaufen, weil sie eben Pflanzenmaterial in fruchtbaren Kompost umwandeln und so eine natürliche, chemiefreie Düngung für den Garten bereitstellen.

Im gepflasterten oder asphaltierten Hof wird man sie also im Feuchten und Dunklen unter Ablagerungen von Blättern, unter Steinen oder in „Schmutz“-Ablagerungen finden, auf denen bei feuchtem Wetter schon die ersten Grashälmchen sprießen.

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Auch in feuchten Ecken unter den Holzhäusern, unter feuchten, morschen Balken oder Wandbohlen kann man sie unter Umständen finden aber hier richten sie keinen Schaden an, sondern nutzen nur das Biotop, welches die Besitzer solcher schlecht gepflegter Holzhäuser ihnen geschenkt haben.

Holzhäuser sollten gerade im erdnahen Bereich sorgfältig vor Regen- und Spritzwasser geschützt werden und gegen Feuchtigkeit aus dem Boden sorgfältig abisoliert werden. Am besten erreicht man das, indem man die Holzhäuser auf ein etwas erhöhtes Fundament setzt und sowohl den Unterbau sorgfältig gegen Feuchtigkeit von unten abisoliert als auch gerade die unteren Wandbereiche, die besonders leicht vom Regen erreicht werden entsprechend mit wasserabweisenden Mitteln behandelt. Auch sollte man sichergehen, dass Wasser, welches beim Regen von den unteren Wandbohlen heruntertropft nicht auf das Fundament und über dieses unter das Haus läuft, sondern immer vom Haus weg, am besten in eine Drainage, die rund um das Haus herumläuft.

In den Gärten um die Holzhäuser sind Würmer vor allem im biologischen Gartenbau von Nutzen

Entsprechend des Bildungsgrades und der Ansprüche ihrer Bewohner, wird in den Gärten um die Holzhäuser oft biologischer Gartenbau betrieben. Hier gilt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft, das heißt: Alles, was an organischen Resten in der Küche und im Garten anfällt, soll auch dem Garten wieder zugeführt werden. Angesichts der Tatsache, dass echte Selbstversorger eher selten sind, also doch immer Reste von gekauften Lebensmitteln dann schließlich doch im Garten landen, kann man auf zusätzliche Düngung, sowohl durch chemische Düngemittel als auch auf Tiermist, welcher ja auch meist durch Hormone und Antibiotika schon hoch belastet ist, ganz verzichten, besonders, wenn man noch ein „Happy Loo“ sein eigen nennt, wo auch die Ausscheidungen der Bewohner in kompostierter Form wieder im Garten landen. Damit ergibt sich ein Kreislauf, der über die Pflanzen Sonnenenergie erntet, in den der Mensch sich einschaltet und von ihm ernährt.

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Die Düngung erfolgt oft durch Mulchen, also organische Abfälle werden direkt auf dem Gartenboden verteilt, bedecken ihn und bieten Schutz und Nahrung für eine Gemeinschaft aus Nützlingen von denen die Regenwürmer nur ein, wenn auch wichtiger, Bestandteil sind.

Man nennt das auch „Oberflächenkompostierung“. Diese ist als Fütterung für diese Gemeinschaft zu verstehen, die schließlich durch ihre Ausscheidungen den Boden und durch ihre Atmung die Pflanzen direkt düngen. Nebenbei hilft die Bodenbedeckung als Schutz vor Wind und Sonne die Feuchtigkeit des Bodens zu erhalten, die ebenfalls für das Gedeihen dieser Nützlingsgemeinschaft und schließlich auch für den Wasserhaushalt der Pflanzen wichtig ist.

Sogenannte „Holzwürmer“ sind gefährlich für Holzhäuser

Während also Regenwürmer keine Gefahr für Holzhäuser darstellen, sondern im Gegenteil in Hof und Garten als Bodenverbesserer hoch willkommen sind, haben die sogenannten „Holzwürmer“, wie der Name schon sagt, Holz als Nahrungsquelle. Sie sind allerdings überhaupt gar keine Würmer, sondern es handelt sich um die Maden des gemeinen Nagekäfers  (Anobium punctatum).

Man erkennt ihn, wenn im Holz kreisrunde Löcher mit 1 bis 2 mm Durchmesser auftauchen. Aktiven Befall erkennen Sie, wenn aus dem Bohrloch von alleine oder beim Klopfen Bohrmehl heraus quillt.

Die gute Nachricht ist, dass der Holzwurm meist nur in unbeheizten Gebäuden auftaucht, weil das Holz eine gewisse Feuchte braucht, damit es ihm schmeckt.

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Sollte er sich dennoch einmal in Holzhäuser einnisten, etwa im Dachstuhl oder in der Außenverkleidung, sollte man den Befall aber durchaus ernst nehmen und entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen einleiten. Diese können thermischer Natur sein, indem etwa mit Heißluft oder mit Mikrowellen die befallenen Bereiche bis auf 60 Grad Celsius erhitzt werden.

Auch chemisch lässt er sich bekämpfen, indem man in jedes Bohrloch hineinspritzt oder auch großflächig behandelt.

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