Gründüngung im Herbst

Wenn die Gemüsebeete am Gartenhaus nach und nach leer werden, haben Sie die Wahl, was Sie mit den freien Beeten anfangen möchten. Spätestens ab Ende August wird es für die Aussaat von Gemüsen, die noch im selben Jahr im Herbst geerntet werden sollen zeitlich eng und Sie werden auch nicht alle Beete ausschließlich mit den schnellwachsenden Radieschen bepflanzen wollen. Also bleiben prinzipiell vier Optionen:

1. Gar nichts machen, verwildern lassen und erst im Frühjahr wieder für eine neue Sommerkultur vorbereiten

2. Beet schön dick in Mulch einpacken, so dass keine unerwünschten Beikräuter wachsen können und das Beet dann im Frühjahr mit einer schönen Schicht halbverrotteten Komposts gedüngt ist

3. Nutzung für Wintergemüse

4. Gründüngung einsäen

Während wir die Optionen für Wintergemüse in vorherigen Artikeln schon ausführlich besprochen hatten, ist das Thema Gründüngung im Herbst für uns neu und es ist für eine gute Wahl sinnvoll, alle möglichen Optionen, ihre Chancen, mögliche Risiken und Auswirkungen genau zu kennen. Daher werden wir uns im Folgenden einmal etwas genauer mit der Gründüngung beschäftigen.

Was ist Gründüngung überhaupt?

Gründüngung ist das gezielte Anbauen von Pflanzen, die nicht geerntet werden, sondern alleine verschiedenen Zwecken der Bodenverbesserung oder der Erhaltung eines guten Bodens dienen. Sie werden entweder eingearbeitet oder zu Mulch. Manche Kulturen muss man vor ihrer Samenbildung abschneiden, andere sterben im Winter von alleine ab und bleiben danach als Mulch auf den Beeten liegen.

Dabei ist eine eigentliche Düngung, das heißt eine Zufuhr von Mineralien, wie Stickstoff, nur in wenigen Fällen, nämlich beim Einsatz von Leguminosen, das Ziel, die durch eine Symbiose mit luftstickstoffbindenden Knöllchenbakterien den Boden tatsächlich etwas mit Stickstoff anreichern können. Viel öfter werden andere Ziele verfolgt. Dazu gehören:

* Bodenauflockerung

* Anreicherung des Bodens mit organischem Material

* Förderung des Bodenlebens über zahlreiche Mechanismen

* Schutz des Bodens vor den Elementen (Sonne, Wind, Frost, Regen, Temperaturschwankungen) und vor Erosion im Winter

* Unterdrückung des Wachstums von unerwünschten Beikräutern

* Biologische Bekämpfung von Schädlingen

Bodenauflockerung

Ein verdichteter Boden stellt oft das erste Problem dar, wenn man einen Garten ganz neu anlegen möchte. Als Alternative zum Pflügen oder Umgraben, beides Maßnahmen, die in der Permakultur und bei einer biologischen Bewirtschaftung eher negativ gesehen werden, bietet sich eine Bepflanzung mit geeigneten Gründüngungspflanzen an, die den Boden mit tiefen Wurzeln durchdringen, aufbrechen und nach ihrem Absterben oder Abschneiden dort ihre Wurzeln als Tiefenkompost zurücklassen.

Während eine Verbesserung der Bodenstruktur in Richtung einer Feinkrümeligkeit bei vielen Gründüngungskulturen beobachtet wird, sind einige Kulturen ganz besonders gut geeignet, schwere und verdichtete Böden bis in die Tiefe zu lockern. Dazu gehören:

* Sonnenblumen, die nebenbei noch wirksam gegen Nematoden und für eine Verminderung der Schwermetallbelastung sind, weil sie dem Boden Schwermetalle entziehen. Sie werden besonders nach Kohl und Erdbeeren empfohlen. Als Nachkultur eignen sich Kartoffeln und Erbsen.

* Ackerbohnen werden über den Winter absterben, so dass das Beet im Frühjahr schon schön gemulcht aus dem Winter kommt. Sie gehören zu den stickstoffsammelnden Leguminosen, wie die

* Luzerne, die als Gründüngung im Herbst spätestens noch in der ersten Augusthälfte ausgesät werden sollte.

* Für die Bitterlupine ist eine Aussaat bis Anfang September möglich. Auch sie reichert nebenbei den Boden noch mit Stickstoff an.

* Buchweizen eignet sich besonders gut, wenn Sie das Wachstum von Quecken oder anderen unerwünschten Beikräutern unterdrücken möchten. Er sorgt auch für eine verbesserte Bodendurchlüftung.

* Das sogenannte Landsberger Gemenge besteht aus Inkarnatklee, Raygras und Zottelwicke. Der Inkarnatklee und die Zottelwicke übernehmen dabei die Rolle des Stickstoffsammelns. Bei einer Gründünung im Herbst kann das Raygras möglicherweise im Winter absterben. Diese Mischung ist besonders als Vorkultur für Möhren und Kartoffeln beliebt.

* Ölrettich, der jedoch nicht vor oder nach Kohl empfohlen wird.

Anreicherung des Bodens mit organischem Material

Diese bekommen Sie mit jeder Gründüngung, schon alleine deswegen, weil die Wurzeln der Pflanzen ja auf jeden Fall im Boden zurückbleiben. Aber auch die abgestorbenen oberirdischen Teile – ob sie eingearbeitet oder gemulcht werden – ernähren die Bodenlebewesen, die abgestorbene Pflanzenmasse in Kompost und schließlich Humus abbauen. Untersuchungen haben gezeigt, dass lebendige, biologisch bewirtschaftete Böden sowohl bei der Stickstoffanreicherung durch Leguminosen, als auch bei der Humusbildung die toten Böden der „modernen“ chemischen Landwirtschaft bei weitem übertreffen.

Neben den hunderten von Regenwürmern pro Quadratmeter eines lebendigen Gartenbodens kommen dabei Milliarden von Strahlenpilzen, Hunderte Millionen von Einzellern, Zehntausende von Kleinlebewesen aller Arten zum Einsatz. Gründüngung ist optimal für Böden, die – etwa durch Mulchen – bereits an die Verarbeitung von abgestorbenem Pflanzenmaterial gewohnt sind.

Die Vorteile eines humusreichen Bodens sind:

1. Wasserspeicherung

2. Nährsalzzurückhaltung (Bedarfsgerechte Düngung)

3. Grundwasserschutz

4. Gesundes Pflanzenwachstum

Böden mit viel Humus speichern Wasser und darin gelöste Nährstoffe viel besser als Böden mit wenig Humus, aus denen die Nährstoffe bei Regen leicht ausgewaschen werden. Aus dem Humus holen sich die Pflanzen, was sie brauchen. Damit kann ein humusreicher Boden auch die Vergiftung des Grundwassers, etwa mit Nitraten, verhindern, wie sie bei stark mit Gülle oder Stickstoffdünger belasteten Böden auftritt.

Förderung des Bodenlebens

Dieses Bodenleben wird durch die Zufuhr von Pflanzenmaterial nicht nur gefüttert, sondern auch vor Frost, Temperaturschwankungen und den Elementen geschützt und zusätzlich noch durch sogenannte Wurzelexsudate der Pflanzen regelrecht gefüttert. Mikroorganismen sind für den Aufschluss von Humus in pflanzenverwertbare Mineralien verantwortlich und werden im Rahmen einer Symbiose von den Pflanzen durch Wurzelausscheidungen gefüttert. Diese Mikroorganismen sind auch dafür verantwortlich, dass bewachsener Boden oft sehr feinkrümelig ist und vor einer Aussaat kaum noch bearbeitet werden muss.

Welche Pflanzen eigenen sich noch für eine Gründüngung im Herbst?

* Winterroggen wird August bis September ausgesät und schon im November wieder abgemäht.

* Rübsen säen Sie im August aus.

* Spinat, Feldsalat und Wintererbsen eignen sich natürlich auch als Wintergemüse

* Dinkel schützt den Boden und kann bis Anfang Dezember ausgesät werden.

* Winterraps, Ölrettich und Gelbsenf werden als Kreuzblütler weder für eine Vor- noch für eine Nachkultur zu Kohlarten empfohlen.

* Esparsette, Steinklee und Winterwicke sind Stickstoffsammler

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