Gartenhaus: Wie erreichen Sie, dass Ihr Gartenhaus natürlich aussieht?

So ein Gartenhaus aus Holz erweckt immer ein paar Assoziationen an ein Blockhaus in der kanadischen Wildnis am See mit verstärkten Fensterläden, damit die Bären nicht reinkommen und den Ahornsirup ausschlecken. Unter Bäumen mit Moos auf dem Dach und einem Schaukelstuhl auf der Veranda vor der Eingangstüre auf dem der Trapper während der Ruhezeiten sitzt, die Longrifle quer über dem Schoß und ein Glas heißen Hagebuttentee in der Hand aus einer Thermoskanne auf dem Holztisch daneben.

Vielleicht klimpert er auch auf seiner Gitarre und singt dabei einen Cowboy-Song von Bären und Indianersquaws. Wie auch immer: Holz - Gartenhäuser haben oft Besitzer, die natürliches Leben lieben und wir möchten hier einmal ein paar Tipps zusammentragen, wie Sie es schaffen, dass Ihr Gartenhaus natürlicher aussieht und ein paar Assoziationen an so eine kanadische Wildnis Lodge hervorruft.

Gartenhäuser aus Holz sehen sowieso schon natürlich aus

Den ersten Schritt zum natürlichen Wildnis-Look haben Sie mit einem Holz – Gartenhaus schon durch den Baustoff geschafft. Es gibt wohl keinen anderen Baustoff, der so eine Wirkung hat. Die Frage ist: Behandelt man das Holz oder lässt man es unbehandelt.

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Das kommt ein bisschen auf die Umstände an. Wenn es die meiste Zeit trocken ist, hält sich Holz unbehandelt im Prinzip so lange, wie behandelt. Lediglich das Aussehen wird sich unbehandelt von der ursprünglichen Holzfarbe zu einem verwitterten Graubraun hin bewegen. Womit wir dem kanadischen Wildnis-Lodge-Look schon einen Schritt näher wären. Allerdings ist auch das Wörtchen „WENN“ hier wichtig. Denn manche Holzarten werden doch morsch, wenn sie über längere Zeit nass bleiben.

Also für unbehandelt würde sprechen: Großer Dachüberstand, wetterabgewandte Seite, harzreiche Holzarten wie Lärche oder Kiefer. Wenn man also – vielleicht auch nur im bodennahen Bereich der Wetterseite - das Holz doch behandeln möchte, dann würden sich natürliche Anstriche wie Öle,  Wachs oder Firnisse – etwa Leinölfirnis - anbieten, die sich mit dem Holz zwar verbinden und eine geschützte Oberfläche erzeugen aber die Poren nicht völlig verschließen, so dass das Holz weiter atmen kann.

Flüssiges Wachs ist zum Beispiel ein solch natürliches Mittel. Echtes Bienenwachs vom Imker löst sich in Terpentin und lässt sich dann wie Farbe auftragen. Das Terpentin verfliegt und das Bienenwachs schafft eine wasser- und schmutzabweisende Oberfläche, die zudem auch noch gut riecht, was man von vielen der chemischen Alternativen ja nicht gerade sagen kann.

Flüssiges-Wachs-gartenhaus

Holzöl, eine weitere Alternative zur natürlichen Holzbehandlung zieht ebenfalls in das Holz ein und macht es wasser- und schmutzabweisend. Alle diese Mittel eignen sich auch als nicht giftige Innenanstriche etwa von Holzmöbeln.

Holzgewächse rund um das Gartenhaus wirken immer urig und natürlich

Ein großes Holzgewächs direkt am Gartenhaus gibt immer ein Bild mit einer besonderen Atmosphäre ab. Sei es ein großer Baum oder ein hoher großer Strauch. Insbesondere immergrüne Nadelhölzer vermitteln einen nordischen Charme. An den Stellen, wo so ein immergrünes Gewächs bleibenden Schatten auf dem Dach erzeugt, kann man zu Beispiel Moos und Flechten auf dem Dach oder vom Dach herunter wachsen lassen. Das dürfte besonders gut bei Satteldächern auf der Nordseite funktionieren.

Ein paar große Fichten ringsumher, ein kleines Feuchtgebiet im Hintergrund und schon stimmt die Assoziation zum See in Kanada jedes Mal beim ersten Blick. Fichten wachsen so schnell, dass Sie sogar jetzt im Herbst noch eine kleinere Fichte von weniger als zwei Meter setzen können und schon in fünf Jahren haben Sie einen Teil des Daches in dauerhaftem Baumschatten. In zehn bis fünfzehn Jahren haben Sie einen 15 Meter hohen Baum mit mannsdickem Stamm vor dessen imposanten Hintergrund auch Ihr Gartenhaus gleich ganz anders wirkt.

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Der Bewuchs bietet auch noch andere Möglichkeiten, Gartenhäuser natürlicher aussehen zu lassen. Pflanzen sind ja nun mal Natur pur und ihre Nähe hat immer einen Einfluss auf die Atmosphäre. So könnten Sie ein Flachdach auch als Grasdach gestalten. Die Dichtungsfolie, auf die die Erde kommt hält sich unter der Erde ohne nennenswerte Belastung und ohne Sonnenbestrahlung jahrzehntelang und die Erdschicht selber, für die Sie um die Rändern des Daches einen Rahmen befestigen müssen, kann ruhig relativ dünn und damit leicht sein, damit das Gras ab und zu austrocknet, nicht zu üppig wuchert und sich dort oben nicht so schnell Bäume ansiedeln.

Es sieht auch gut aus, wenn Sie eine oder mehrere Wände von Efeu überwuchern lassen. Efeu ist auf Holzwänden, insbesondere auf widerstandsfähigeren Holzarten, wie Lärche und Kiefer gar nicht so schlecht, weil es mit seinem dichten Blätterdach einen Schutz vor Sonne, Wind und Regen bietet. Und natürlich hat so ein Gartenhaus, welches sich in einen dunkel-efeugrünen Kubus verwandelt hat auch etwas urig, natürlich – Gemütliches.

Für ein natürliches Aussehen sollten Sie mit Deko-Elementen am Gartenhaus eher sparsam sein

Zuviel Deko am Gartenhaus passt nicht zu Natur. Natur ist eher einfach und natürlich. Man könnte natürlich auch sagen: Das kommt auf die Deko an. Was ist, wenn wir nicht Deko aus dem Baumarkt, sondern aus der Natur verwenden? Eine Veranda um den Vorplatz mit naturbelassenen Holzästen aus dem Wald? Ein paar bizarr verzogene alte Wurzelstücke an der Wand?

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Natürlich denkt man auch gleich an den Kuhschädel mit Hörnern über der Türe. Wem das gefällt, der kann vermutlich im Schlachthaus für relativ wenig Geld einen Schädel mit Hörnern erwerben. Schafschädel eignen sich auch für so etwas. Die Präparation soll gar nicht unbedingt so einfach sein. Auskochen aber ohne Hörner und dann bleichen und trocknen wird empfohlen, Manche sagen auch einfach eine Weile im Garten liegen lassen, die Ameisen und sonstigen Insekten sorgen dann schon für Reinigung und die Sonne für die Bleiche.

Eine andere Möglichkeit, einen natürlichen Wildnis-Look zu erreichen, wäre ein überdachter Vorbau an einer Wand, wo man Brennholzscheite die Wand hoch stapelt. Das fällt allerdings nur wirklich in die Kategorie „natürlich“, wenn man auch tatsächlich irgendwo einen Holzofen betreibt und es nicht nur der reinen Optik wegen macht. Bei größeren Dachüberständen kann man sich natürlich die Extra-Überdachung auch sparen und es reicht eine Art Halteregal, in die man die Holzscheite stapelt, damit sie seitlich nicht herunterfallen.

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