Gartenarbeiten im April

Der April ist ein etwas zwiespältiger Monat für den Gärtner: Einerseits ist es oft schon richtig schön warm und es fühlt sich an, als wenn man jetzt so richtig loslegen könnte mit allen Gartenarbeiten, andererseits wissen wir aber auch, dass die Eisheiligen nicht umsonst erst Ende Mai sind, dass der April noch Frost und sogar Schnee bringen kann und das Ganze nehmen wir wahr vor dem Hintergrund der vorgezogenen Paprikas, Chilis und Tomaten, die hinter dem Fenster immer größer werden. Unvorstellbar, dass es noch fast zwei Monate dauern soll, bis die alle raus können.

Die Erfahrung hat jedoch immer wieder gezeigt, dass es keinen Sinn hat, sich in Schönwetterperioden im April von seinen Gefühlen leiten zu lassen.

Ein Trost ist: Es gibt durchaus schon viel zu tun, so dass man den April schon als vollgültigen Gartenmonat bezeichnen kann und welche Gartenarbeiten im April anfallen, beschreiben wir im folgenden Artikel.

Die Sonne scheint schon kräftig

Unterschätzen Sie nicht die Kraft der Sonne. Wenn das Wetter es erlaubt, stellen Sie Kübelpflanzen oder auch vorgezogene Pflanzen zur Gewöhnung an das Außenklima mit Sonne und Wind einmal heraus. Vorsicht bei den ersten “Ausflügen”: volle Sonne ist zwar gut gemeint, kann aber nach der langen Wohnungsluft auch schnell einmal zu viel werden, selbst bei südlichen Gewächsen. Wenn Sie unsicher sind, ob nachts Frost zu erwarten ist, könnten Sie solche Pflanzen auch vorsorglich nachts mit einem Vlies schützen. Durch Sonne und Wind wird auch der Wasserverbrauch erheblich gesteigert. Also gießen Sie genug!

Die Sonne trocknet auch Holzstrukturen aller Arten und sie könnten im Laufe des April vielleicht schon trocken genug werden, dass ihr Schutzanstrich bei Bedarf erneuert werden kann. Kontrollieren Sie Holzzäune, Pergolen oder Klettergerüste und Ihr Gartenhaus, ob ein neuer Anstrich vielleicht schon nötig ist. Wenn Sie Moos, Algen oder Flechten auf dem Holz sehen, dann bedeutet das wahrscheinlich, dass schon Wasser eingezogen war und ein Neuanstrich nötig wird.

Beete vorbereiten

Die Sonne trocknet den Boden, der vom Winter und der Schneeschmelze in manchen Gärten noch ganz nass ist und Sie können daran denken, Beete für bestimmte Kulturen vorzubereiten. Kompost, der über den Winter Zeit hatte, zu verrotten, kann nun eingearbeitet werden oder auch nur über die von Unkraut befreiten Beete gestreut werden. Wenn Sie diese Methode anwenden, dann lassen Sie den Kompost oder auch halbgaren Kompost nicht lange offen auf den Beeten liegen, sondern mulchen sofort darüber, damit für die vielen nützlichen Bodenorganismen im Kompost keine große Dürre ausbricht. Unter einer schützenden Mulchschicht halten sie sich und beginnen gleich mit einer Zersetzung des Mulches, weswegen man dabei auch von “Oberflächenkompostierung” spricht.

Zur Aussaat oder zum Einpflanzen schieben Sie dann einfach die Mulchschicht an diesen Stellen auseinander. Dicke Samen, wie von Bohnen, Sonnenblumen, Mais oder Kürbissen wachsen auch einfach durch die Mulchschicht durch, wenn sie nicht zu dick ist.

Pflanzungen

Noch ist Zeit für letzte Obstpflanzungen. Beerenobst wie Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren oder Heidelbeeren können noch im April gepflanzt werden. Die Ernte bei denen, die Sie schon im Herbst gepflanzt hatten, wird allerdings etwas besser werden, als bei den Pflanzungen im April.

Für Stauden, wie Hyazinthen oder Rhododendren, ist der April eine ideale Pflanzzeit. Vor der Pflanzung wässern Sie die Wurzeln, indem Sie die Sträucher mit den Wurzeln für eine Viertelstunde in einen Wassereimer stellen.

Wenn Sie schon größere Stauden selbst überwintert hatten, dann können Sie sie vermehren, indem Sie sie vor der Auspflanzung teilen.

Setzen Sie die Stauden nicht zu tief, sondern so, dass der Wurzelballen in der Erde ist und was oberirdisch war auch über der Erde bleibt.

Schnecken vorbeugen

Verzichten Sie bei der Schneckenbekämpfung auf Gift, denn damit vergiften Sie letztlich all Ihre Freunde und Helfer, die von Nacktschnecken leben und das sind so viele, dass sie hier kaum Platz finden. Nicht nur Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Salamander und Vögel fressen Nacktschnecken, sondern auch andere Schnecken, wie der Tigerschlegel oder Weinbergschnecken, die ihre Eier fressen. Auch Insekten, wie z.B. die Larven der Glühwürmchen fressen Nacktschnecken.

Dazu kommt der Fraß von Nacktschnecken an Gemüse fast nur da vor, wo der Boden zu humusarm ist. Nacktschnecken leben auch sehr gerne von abgestorbenem oder verrottendem Pflanzenmaterial, wenn sie welches finden. Sie können sie zum Beispiel auch mit Küchenabfällen, wie Außenblättern von Kohl oder Schälresten von Kohlrabi oder Kartoffeln füttern und damit entfällt für sie die Notwendigkeit, frisches Gemüse zu essen, was sie gar nicht so gerne tun. Auch Rhabarberblätter haben eine ganz eigene anziehende Wirkung auf sie.

Bretter, umgedrehte Blumentöpfe oder flache Steine im Garten bringen sie dazu, bei trockenem Wetter dort Schutz zu suchen, wo Sie sie dann leicht absammeln und wegbringen können. Man geht davon aus, dass eine Entfernung von 30 Metern reicht, dass sie nie wieder zurückfinden.

Die Kultivierung eines humosen Bodens durch Kompost und vor allem Flächenkompostierung, also Mulchen, zusammen mit einer Gartengestaltung mit naturnahen Bereichen, die all ihren oben aufgezählten Fressfeinden eine Heimat bieten, wird dafür sorgen, dass Nacktschnecken kein Problem für Ihr Gemüse sein werden.

Vorziehen, aussäen und auspflanzen

Zucchini können vorgezogen werden oder ab Mitte April auch schon im Freiland ausgesät. Natürlich können frostresistente Sorten von Kohlarten, Radieschen, Salaten, Laucharten, rote Beete, Mangold, Rüben und Möhren auch weiterhin ausgesät werden. Frühkartoffeln können ausgelegt werden. Vorgezogene Auberginen können ab Ende April ins Freiland.

Kräuter wie Petersilie, Sellerie, Bohnenkraut, Kresse, Kerbel, Maggikraut, Melisse und Koriander können schon ins Freiland gesät werden und wärmeliebende Kräuter wie Fenchel, Estragon, Majoran, Basilikum und Thymian können schon frostfrei vorgezogen werden. Das Vorziehen von Gurken wird nicht vor Ende April empfohlen und auch Busch- und Stangenbohnen kann man drinnen vorziehen und so die Ernte um mehrere Wochen nach vorne verlegen.

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