Ein Garten für Faule – Tipps und Tricks

Nehmen Sie den Titel nicht zu ernst, er ist auch eher witzig gemeint. Wir möchten keinem unterstellen, dass er faul sei. Aber auf der anderen Seite ist der folgende Artikel durchaus für Menschen gedacht, die den Garten lieber genießen, als sich darin abzurackern und die Einstellung, dass ein Garten eher ein erfreuliches Hobby sein sollte als lästige Arbeit können wir durchaus unterstützen. Schließlich ist es ja normal, dass wir immer versuchen, ein bestimmtes Ziel möglichst effizient zu erreichen und überflüssige Arbeit zu vermeiden. Auch die Anpassung von Zielen an eine zur Erreichung akzeptable Arbeitsmenge ist ja bekannt. Wenn Sie einen Garten pflegen möchten, in dem alle Buchsbäume zu kunstvollen Figürchen geschnitten sind, wie im Schlosspark von Versailles, dann müssen sie halt dafür arbeiten oder einen Gärtner einstellen. Wenn Sie beides nicht wollen, dann teilen Sie Ihren Garten vielleicht besser kunstvoll in Rasen- und Zierbeetflächen auf und pflanzen langsam wachsende Büsche in die Beete.

Im Obst und Gemüseanbau gilt dasselbe: Unkraut in verschiedenen Ecken einfach zulassen, spart nicht nur Arbeit, sondern dient dem Naturschutz, dem biologischen Pflanzenschutz und vielleicht finden Sie ja an diesen Stellen noch das eine oder andere Leckerchen für den Salat, ganz ohne dass Sie dafür arbeiten mussten.

Steinwüsten

Wenn Sie die Fläche um das Haus eher als lästige Beigabe sehen und nicht als Chance für einen lebendigen Garten, könnten Sie versucht sein, der Mode nachzugehen, diese Flächen komplett mit Schotter oder Kieseln auszulegen, in denen dann mal ein oder zwei sehr langsam wachsende Koniferenzwergformen stehen. Davor können wir nur warnen, denn das sind normalerweise keine Gärten für Faule. Selbst wenn unter dem Schotter eine Folie ausgelegt ist, die den Wuchs aus dem Erdreich darunter stoppt, so erobert sich die Natur doch alle Flächen immer wieder zurück. Wie in asphaltierten Hinterhöfen Pflanzen durch die kleinsten Ritzen wachsen, zwischen der Asphaltfläche und der Hauswand mit Vorliebe Bäume sprießen, so besiedelt die Natur unausweichlich auch solche Schotterflächen und es wird Sie eher mehr Arbeit kosten, das zu verhindern, als wenn Sie einen Naturgarten einhegen.

Eine Steinwüste ist im glücklicherweise noch sehr fruchtbaren Deutschland als gärtnerisches Konzept nur mit viel Aufwand und Arbeit zu erhalten.

Steingärten

Steingärten, in denen Polsterstauden, trockenresistente Pflanzen, Sukkulenten, Fette Henne, Hauswurz, Blaukissen, Steinkraut oder Trockengräser malerisch zwischen ebenso malerisch angeordneten Steinen platziert werden, sind tatsächlich schon eher als Gärten für Faule geeignet.

Diese Gärten brauchen zwar viel Liebe und Phantasie und auch Kenntnisse über die einzusetzenden Arten bei der Anlage, aber wenn sie einmal angelegt sind, dann wächst alles auf magerem, trockenen Boden sehr langsam und Sie brauchen normalerweise auch nie zu gießen. Der Aufwand, dort unerwünscht wachsende Wildkräuter zu entfernen, hält sich in trockenen Jahren in Grenzen, weil die Trockenheit und der magere Boden einfach auch nicht für viele andere Arten attraktiv ist. Und wenn sich dort Wildpflanzen ansiedeln, dann sehen Sie das doch einfach als Vorschläge, die die Natur Ihnen zur Gartengestaltung macht und entscheiden Sie von Fall zu Fall, ob Sie diese annehmen oder nicht. Auf diese Weise wird das selektive "Unkrautjäten" zu einem kreativen Prozess.

Düngen

In jedem Artikel über Gärtnern spielt das Düngen eine wichtige Rolle. Sie stellen sich Ihr Gartenhaus vor, umgeben von prall und üppig wachsendem, frischem Grün, wie in einem tropischen Regenwald. Auch hier kann man Arbeit sparen, wenn man die Zielvorstellung verändert: Tatsächlich führt Düngen nämlich zu zwei Effekten, die dem Genießer-Gärtner gar nicht unbedingt gefallen:

1. Alles, einschließlich der unerwünschten Beikräuter wächst schneller, es muss mehr gejätet werden, öfter der Rasen gemäht, öfter zurückgeschnitten und die Stickstoffdüngung führt auch nicht unbedingt immer zu widerstandsfähigeren Pflanzen, im Vergleich zu denen, die langsam auf magerem Boden gewachsen sind.

2. Die natürliche Artenvielfalt verschwindet. Tatsächlich haben Magerwiesen eine vielfach höhere Artenzahl aufzuweisen, als gut gedüngte Wiesen.

Rasen oder Wildblumenwiese

Eine Wildblumenwiese ist weniger zum Betreten oder darauf spielen geeignet, weswegen viele denken, ein gut gedüngter Rasen sei die einzige Option für sie. Tatsächlich gibt es noch eine dritte Option, die meist übersehen wird: Der Magerrasen. Häufiger Betritt und hohes Abmähen einer Wildblumenwiese auf magerem Boden wird dann eben mit der Zeit zu einer Besiedelung mit Wildkräutern führen, die alle diese Komponenten vertragen, wie Wegerich, Taubnesseln, Günsel, Pfennigkraut, Primelarten und andere, die sich dann zwischen dem Gras einfinden.

Ihr Vorteil: Sie brauchen nicht oft oder sogar nie zu mähen und Sie haben trotzdem eine schöne, bunte, natürliche und begeh- und bespielbare, grüne Vielfalt im Garten.

Obst und Gemüse

Obstbäume und -sträucher sind natürlich sehr willkommen im Garten für Faule. Einmal gepflanzt, machen sie oft keine andere Arbeit mehr, als die Ernte, wenn man den vielen Empfehlungen vom Schnitt über die Düngung bis zum Weißen und anderen nicht folgt. Einen Apfel vom Baum zu nehmen oder eine Stachelbeere vom Strauch und diese dann zu essen, kann man wohl kaum als Arbeit bezeichnen.

Auch bei Gemüsesorten gibt es Gemüse, die mehr oder weniger kompliziert sind. Normaler Pflücksalat etwa wächst oft in Dauerkultur, wenn man immer nur Blätter erntet und den Pflanzen dann auch das Schießen und die Selbstaussaat erlaubt. Viele Arten, wie etwa Feldsalatarten, Rübenarten, wie Rote Beete, Mangold, Postelein, Grün- oder Wildkohlarten sind auch winterhart und mehrjährig entweder als individuelle Pflanze oder weil sie sich immer wieder selbst aussähen.

Schließlich gilt dasselbe natürlich auch für alle essbaren Wildkräuter, von denen es wirklich sehr viele gibt. Warum also nicht einfach mal wachsen lassen, was halt so wächst und die Arbeit auf die Ernte beschränken?

Mit dem Nachbarn über Naturschutz sprechen

Dass eine solche Einstellung zum Garten dem Naturschutz dient ist ein weiterer Vorteil, der nicht unbedingt jedem gleich klar ist. Sprechen sie mit Ihren Nachbarn bei Gelegenheit über die wilden Köstlichkeiten oder die Chancen, die ein etwas naturnäherer Garten den bedrohten Tierarten bietet, damit er weiß, dass auch hinter Ihrem vielleicht für ihn "ungepflegt" wirkenden Garten, ein tiefes Konzept und wichtige Ideen stecken.

Ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff ist auch das Holz der nordischen Kiefer aus dem wir bei Pineca unsere Produkte herstellen.

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