Biologischer Pflanzenschutz im Garten

Ursache für das Artensterben und die schleichende Vergiftung der Natur und des Menschen, in denen man auch schon landwirtschaftliche Ackergifte nachweisen kann, ist der Einsatz von Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden in der Land- und Forstwirtschaft und im privaten und öffentlichen Bereich. Daher begreifen immer mehr Menschen den eigenen Garten als ein Refugium, in dem es möglichst keinen Gifteinsatz geben sollte.

Dennoch möchten Sie aber nicht einfach der Natur ihren Lauf lassen, sondern bestimmte Pflanzen erfolgreich kultivieren. In der Situation ist biologischer -, also ein Pflanzenschutz  angezeigt, der ohne chemische Gifte auskommt und wir werden im Folgenden einmal etwas näher darauf eingehen, was Sie in Ihrem eigenen Garten in dieser Richtung verwirklichen können.

Welche Komponenten hat der biologische Pflanzenschutz?

Wie Sie sich schon denken können, ist biologischer Pflanzenschutz meist eingebunden in eine biologische Bewirtschaftung, die neben dem Verzicht auf synthetische Gifte, beim Anbau etwa von Gemüse und Kräutern, eine allgemein gesteigerte Pflanzengesundheit zum Ziel hat, die den Einsatz von chemischen Giften überflüssig machen soll.

Ein anderer Teil, auf den wir weiter unten noch näher eingehen werden, beschäftigt sich mit alternativen Mitteln, die gezielt gegen bestimmte Schädlinge eingesetzt werden können.

Maßnahmen zur Steigerung der Pflanzengesundheit:

* Erhöhung des Humusanteils des Bodens durch Mulchen, Vermeidung von Schädigungen der Regenwürmer, etwa durch Umgraben

* Maßvolle, am besten biovegane (pflanzliche) Düngung ohne übertriebene Stickstoffzufuhr

* Verzicht auf chemische Dünger

* Anbau der Pflanzen an Standorten, die für diese gut geeignet sind

* Mischkulturen, die teilweise die Vitalität fördern, teilweise auch Schädlinge abwehren

* Sinnvolle Fruchtfolge

* Im Ziergarten: Kompositionen aus vitalen, heimischen Gewächsen

Schädlinge biologisch bekämpfen

* Bazillus thuringiensis

* Schachtelhalmabsud

* Brennnessel

* Physikalische Barrieren oder Maßnahmen

* Beikraut jäten

* Komponenten eines Naturgartens, wie Steinhaufen, Totholzhaufen, Feuchtgebiet oder offenes Wasser, Dornenhecken, Wildnisecke im Garten, um Fressfeinden von Schädlingen im Garten ein Zuhause zu geben.

Maßnahmen zur Abwehr bestimmter Schädlinge

Nachdem Sie hoffentlich inzwischen weder chemische Dünger noch chemische Gifte mehr in Ihrem Gartenhaus verwahren und vielleicht auch schon einige Komponenten eines Bio- oder Naturgartens integriert haben, die eine möglichst große Artenvielfalt ermöglichen und damit einen Schutz vor der übermäßigen Vermehrung einer bestimmten Art bieten, kann es dennoch sein, dass Sie eine Pflanze, die Sie gerne erhalten würde von bestimmten Schädlingen bedroht sehen und nach giftfreien Lösungsmöglichkeiten suchen.

Blattläuse verursachen oft, gerade bei massenhaftem Auftreten, Panik und Untergangsphantasien. Es hat sich gezeigt, dass Sie – zumindestens in einem naturnah gestalteten Garten – keine Angst haben müssen: Nach einer massenhaften Vermehrung der Läuse erfolgt sehr schnell eine ebenfalls starke Vermehrung ihrer Fressfeinde, wie etwa der Marienkäferlarven. Der beste Rat ist tatsächlich, einfach gar nichts zu machen. Schon nach einer Woche werden in den meisten Fällen keine größeren Mengen mehr vorhanden sein. Falls die Blattläuse nicht verschwinden, sollten Sie sich eher fragen, ob die Pflanze sich an ihrem Standort (Licht, Boden, Wasser, Wind, Wärme) wirklich wohl fühlt.

Wenn Sie unbedingt etwas spritzen möchten, dann geht etwa ein Absud aus Tabak mit etwas Seife oder Schachtelhalm- oder Brennnesselabsud.

Bazillus thuringiensis

Dabei handelt es sich um ein Bakterium, welches die Larven von Käfern, Schmetterlingen und Fliegen befällt. Eine Lösung davon wird auf durch Maden gefährdetes Obst oder Gemüse aufgebracht. Die breite Wirkung ähnelt einem Breitspektruminsektizid, welches auch viele Nützlinge mit erfasst, weswegen es im biologischen Pflanzenschutz eher als letztes Mittel eingesetzt wird.

Schachtelhalmabsud

Er wird als biologisches Stärkungsmittel eingesetzt, etwa bei Blattläusen, aber auch bei Grauschimmel, Krautfäule, Mehltau, Milben und vielem mehr. Wenn Sie selber einen Absud machen möchte, dann weichen Sie 1 kg frischen oder 150g getrockneten Ackerschachtelhalm einen Tag in 10l Wasser ein und köcheln danach für 30 Minuten. Nach dem Abseihen haben Sie ein Konzentrat, welches Sie mit je 5 Teilen Wasser verdünnen können, um Ihre Sorgenkinder damit 3 Tage lang einmal täglich einzusprühen.

Brennnesselabsud oder -jauche

Brennnesseln sind ein sehr gesundes, eisenreiches Gemüse und Sie sollten in Ihrem Naturgarten auch auf jeden Fall ein paar stehen lassen als Nistgelegenheit für Nützlinge, wie den Marienkäfer.

Auch zum Mulchen eignet sich das stickstoffreiche Gewächs. Die Jauche lässt sich verdünnt als Flüssigdünger nutzen, aber konzentriert sogar als biologisches Herbizid. Den Absud verwendet man gegen Läuse und Spinnmilben.

Physikalischer biologischer Pflanzenschutz

Viel positiver sind etwa Pflanzenschutznetze anzusehen, die es in verschiedenen Maschenweiten als Vogel- oder Insektenschutznetze gibt. Für Schnecken gibt es Schneckenzäune, ein Maschendrahtzaun, der vielleicht auch noch etwas eingegraben ist, schützt vor Kaninchenfraß, Kragen am Stiel von Kohlgewächsen verhindern die Eiablage der Kohlfliege, bei der Voranzucht im Topf schützt eine Schicht Sand oben auf dem Pflanzsubstrat vor der Trauermücke.

Das einfache Herausrupfen von Unkraut ist eine biologische physikalische Maßnahme. Besser ist es allerdings manchmal, das Unkraut mit einer dicken Mulchschicht zu ersticken, sobald die Kulturpflanzen dazu groß genug sind. Dadurch baut man gezielt einen Boden mit einem hohen Anteil von organischer Substanz auf, in dem sich dann auch ohne Stickstoffdünger vitale und gesunde Pflanzen aufziehen lassen.

Nacktschnecken biologisch in Schach halten

Es hat sich gezeigt, dass Nacktschnecken eigentlich sehr gerne abgestorbenes Pflanzenmaterial fressen, wenn es denn genug vorhanden ist. Auf humösen Böden werden diese kaum zum Problem, sondern eher auf Böden, die noch zu wenig organische Substanzen enthalten.

Eine ganz einfache Bekämpfungsmaßnahme ist das Auslegen von Brettern, umgedrehten Übertöpfen, Rhabarberblättern, unter denen die Schnecken tagsüber Schutz vor der Sonne suchen. Dort können sie abgesammelt werden und dann irgendwo mindestens 300 Meter weit weggebracht werden. Eine große Artenvielfalt in einem Garten, der die Natur zum biologischen Pflanzenschutz nutzt, ist allerdings das Beste. Hier ist eine Liste der Arten, die Nacktschnecken gerne fressen und denen Sie in Ihrem Garten ein Zuhause bieten können:

* viele Vogelarten

* Weberknechte

* manche Käfer

* Glühwürmchen

* Tausendfüßer (fressen die Eier, genau wie Gehäuseschnecken)

* Molche

* Kröten

* Schlangen

* Blindschleichen

* Salamander

* Lurche

* Igel

* Maulwurf

* Spitzmaus

* Tigerschnegel

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