Artischocken pflanzen

Die Artischocke ist in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere Pflanze. Als Zierpflanze grandios, als Gemüsepflanze nicht ganz anspruchslos zu kultivieren, lässt sie die Herzen aller Feinschmecker höher schlagen und bei kaum einer anderen Pflanze isst man, wie bei der Artischocke, hauptsächlich nur den Blütenstand. Zudem ist sie auch als Heilpflanze bekannt und beliebt. Sicher kennen Sie inzwischen schon viele Pflanzen mit essbaren Blüten. Gänseblümchen, Löwenzahn, die Gemüse-Gänsedistel, die Kapuzinerkresse, Rosenblütenblätter, die gemeine Nachtkerze, Margeriten, das Schaumkraut, Bärlauch, Borretsch, Kornblume, Huflattich und viele Blüten mehr sind essbar und machen leckeren Salat und verzieren leckere Gerichte. Aber die Artischocke ist schon seit Jahrtausenden bekannt und wurde schon seit langer Zeit so gezüchtet, dass die Blütenknospen besonders groß und lecker werden. Lesen Sie im folgenden Artikel alles darüber, wie Sie diese besondere Pflanze erfolgreich bei sich am Gartenhaus kultivieren.

Die Artischocke, eine wärmeliebende Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum

Die Artischocke (Cynara cardunculus oder auch Cynara scolymus) ist eine Art aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Tatsächlich werden nicht etwa die botanischen Blüten oder auch nur Blütenknospen gegessen, sondern der Blütenstand, also der Korb auf dem ganz viele kleine Blüten wachsen. Das können Sie sich ähnlich vorstellen, wie etwa bei einer Sonnenblume. Auch hier macht jede Blüte nur einen Samen und das große, runde, gelb umrandete Ding, was wir immer als „Blüte“ bezeichnen, ist im botanischen Sinn nicht die Blüte, sondern der Blütenstand mit vielen Hunderten von Blüten.

Die wilden Vorfahren der Artischocke wuchsen im gesamten Mittelmeerraum bis nach Persien (heute Iran) als zweijährige distelartige Pflanze, die im ersten Jahr eine niedrige Blattrosette bildet, die in den darauf folgenden Jahren, bis zu vier Jahre lang dann jeweils bis zu zwei Meter hohe Blütenstände austreibt. Erst im 16.Jahrhundert wurde sie auch nach Mitteleuropa eingeführt.

Schon seit alters her ist die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung der Artischocke bekannt. Nachdem in jüngerer Zeit auch eine deutliche cholesterinsenkende Wirkung erkannt worden ist, schreibt man der Artischocke auch günstige Wirkungen etwa bei Arteriosklerose, metabolischem Syndrom und kardiovaskulären Erkrankungen zu. Im Jahre 2003 wurde sie zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Die Artischocke heute

Die Artischocke wird heute landwirtschaftlich in ihrem alten Verbreitungsgebiet rund um das Mittelmeer und zusätzlich in Südamerika angebaut. Die Blütenköpfe werden kurz vor der Blüte geerntet. Sobald sich die ersten violetten Blütenblätter zeigen, ist es für eine Ernte zu spät, weil die entsprechenden Teile, der fleischige Blütenboden und die dicken Kelchblätter dann trocken werden. Auch die Blätter werden geerntet und zu medizinischen Zubereitungen, wie Säften, Tees, Frischpflanzenextrakten, Tinkturen und Trockenextrakten verarbeitet. Ein Bitterstoff namens Cynarin regt die Gallensekretion und die Lebertätigkeit an, Flavonoide und andere Stoffe wirken als Radikalfänger, senken den Cholesterinspiegel um bis zu 12% und wirken sich bei Diabetikern auch günstig auf den Zuckerstoffwechsel aus.

Artischocken pflanzen im Garten

Wenn Sie im Garten Artischocken pflanzen möchten, dann eignen sich dazu warme Klimazonen am besten. Auf jeden Fall brauchen Artischocken einen warmen, sonnigen Standort und jede Pflanze braucht etwa einen Quadratmeter Platz. Ein kommerzieller Anbau lohnt sich in Deutschland nur in Weinbaulagen, wo verschiedene Sorten die Winter geschützt überleben können.

Für rauere Lagen gibt es glücklicherweise inzwischen Sorten, die auch schon im ersten Jahr Blütenstände entwickeln. „Vert Globe“, „Vert de Provence“ oder „Imperial Star“ sind dafür geeignet, wenn Sie die Samen schon im Januar bis Februar im Haus oder geheizten Gewächshaus in die Erde bringen, die Pflanzen dann mäßig warm aber vor allem hell vorziehen und die bereits recht großen Pflanzen, die dann schon drei bis fünf Laubblätter haben, Ende April bis Mitte Mai an eine warme, sonnige Stelle auspflanzen, die Sie mit Kompost gut vorbereitet haben. Eine ausreichende Helligkeit ist bei der Voranzucht entscheidend dafür, dass die Pflanze nicht vergeilt sondern kompakt bleibt. Notfalls können Sie auch Pflanzenlampen zur Unterstützung heranziehen.

Der Boden im Freiland sollte dann humos und gut gedüngt sein, vorzugsweise mit Kompost angereichert.

Artischocken überwintern

Wenn Sie es schaffen, Ihre Artischocken durch den ersten Winter zu bringen, dann werden weitere Überwinterungen einfacher und die Ernten werden dann tendenziell immer besser, weil die Pflanze ihr Wurzelwerk weiter ausbaut und in fortgeschrittenem Alter dann mehr Blütenknospen bildet als im ersten Jahr.

Für die Überwinterung ist eine gut drainierte Lage wichtig. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.

Wenn Sie im Freiland überwintern, dann stellen Sie einen Weidenkorb über die Pflanze und häufeln Sie ringsum Stroh oder Laub an. Man kann auch die Blattschöpfe zusammenbinden. Auch eine Abdeckung mit Vlies hilft. Die Pflanze kann Fröste bis zu minus 10 Grad Celsius überstehen. Wenn Sie die Wurzelstöcke ausgraben und in feuchtem Sand frostfrei aber kühl überwintern, dann gehen Sie auf Nummer Sicher, aber natürlich hemmt das die Ausbreitung der Wurzel, die bei einer gelungenen Überwinterung im Freiland dann zu stärkerem Wachstum im nächsten Jahr führt.

Artischocken vorziehen

Legen Sie die Samen einen Tag vor dem Aussäen in warmes Wasser und sähen dann in lockeren, humosen Boden aus. Die ideale Temperatur für eine schnelle Keimung liegt bei etwa 18 bis 20 Grad. Sobald die Keimlinge da sind, ist Helligkeit wichtiger, die Temperatur kann dann niedriger liegen. Aufgrund der Größe dieser Pflanzen werden die Keimlinge einzeln in Töpfe pikiert.

Artischocken anbauen in der Mischkultur

Artischocken brauchen als ausgewachsene Pflanzen viel Platz und werden in Reihen mit Abständen von 1,5 Metern bei Einzelabständen von 75cm ausgepflanzt. Etwa einen Quadratmeter braucht die Pflanze, die nach dem Schock des Auspflanzens ins im April und Mai noch sehr kühlen Freilandes erst einmal sehr langsam wächst. Deswegen haben Sie Zeit, alle möglichen Pflanzen dazwischen, beziehungsweise bei solitären Pflanzungen darum herum zu kultivieren. Dazu eignen sich etwa Salate und Radieschen. Fenchel und Knollenfenchel sollen sogar wuchsfördernd wirken, um Blattläuse abzuhalten kann man auch Baldrian, Rosmarin, Schnittlauch, Lavendel oder Anis zwischenpflanzen

Pflege

Die Bewässerung sollte sparsam aber immer ausreichend sein. Es reicht, wenn Sie während des Sommers ein oder zwei Mal nachdüngen.

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