Was tun gegen Unkraut im Garten?

Wer ein Haus besitzt, vielleicht ein Steinhaus, vielleicht ein Blockbohlenhaus, der möchte auch das Stück Land gestalten, auf welchem dieses Haus steht. Der Garten, oft unterteilt in Vorgarten und Garten hinter dem Haus, ist genau so mit bestimmten ästhetischen Vorstellungen belegt, wie das Haus selbst. Er soll schön aussehen, besonders der Vorgarten erfüllt auch eine repräsentative Funktion, der Garten soll einen Lebensraum bieten, einen Erholungsraum, oft ist der Wunsch nach gezähmter, nutzbarer Natur vorhanden, in dem die Bewohner sich wohlfühlen, entspannen und gewissermaßen zu ihren natürlichen Wurzeln zurück finden können.

Diese festen Vorstellungen schließen oft den Bewuchs mit ein, so dass Wildpflanzen, die da wachsen, wo laut der Pläne des Gärtners etwas anderes wachsen sollte, als “Unkraut” bezeichnet und bekämpft werden.

Was ist Unkraut eigentlich?

Unkraut im Garten sind also immer die Pflanzen, die irgendwie stören. Es gibt keine Pflanzenarten, die zu der Gruppe der “Unkräuter” gehören, sondern der Begriff bezieht sich immer darauf, ob eine wild wachsende Pflanze irgendwo erwünscht ist oder nicht. Gänseblümchen im Rasen stören den einen, der einen englischen Rasen mit lediglich einer Grasart pflegen möchte und entzücken einen anderen, der sich über die schönen Blüten freut. Wieder der nächste bereichert seine Salate oder Smoothies mit den jungen Blättchen oder den Blüten oder Blütenknospen, die sich auch als Ersatz für Kapern nutzen lassen.

Mit dem Löwenzahn ist es ähnlich, mit dem Wegerich, dem Moos, dem Gundermann, der Taubnessel, dem Klee und so vielen Pflanzen, die sich im Rasen einfinden, weil sie das regelmäßige Mähen gut vertragen. Der eine freut sich über die bunte Vielfalt und die emsigen Bienchen in den Blüten, nutzt die Wildkräuter für Salate oder Dekorationen von Gerichten oder sät sogar extra Wildblumenmischungen aus, den anderen stören sie und für den sind sie dann Unkraut, welches er bekämpfen möchte.

Unkräuter als Zeigerpflanzen

Der kundige Gärtner bemüht sich, das Unkrautjäten und auch die für dem Pflanzenschutz nötigen Arbeiten zu minimieren, indem er gesunde, widerstandsfähige Pflanzen im Garten aufzieht. Das Geheimnis seines Erfolges ist es, die bevorzugten Standortbedingungen seiner Zöglinge zu kennen und bei der Gestaltung seines Gartens zu berücksichtigen. Das betrifft hauptsächlich die Lichtverhältnisse, das Kleinklima, den Wind, Mindesttemperaturen im Winter, die Feuchtigkeit, das Nähr- und Mineralstoffangebot des Bodens, die Struktur des Bodens, Humusgehalt und pH.

In großen, profitorientierten Unternehmen werden dazu Bodenanalysen gemacht und der Boden dann genau entsprechend der geplanten Kulturen mit den fehlenden Nährstoffen ergänzt.

Wenn Sie Ihre Zeigerpflanzen kennen, lernen Sie über die Boden- und Umweltbedingungen in Ihrem Garten ganz ohne teure Bodenanalysen. So ist zum Beispiel die Vogelmiere ein Anzeiger für einen stickstoffreichen Boden. Legen Sie dort ein Beet mit starkzehrenden Gemüsearten, wie Kohl, Zucchini oder Kartoffeln an. Wenn Sie dort einen Rasen anlegen, werden Sie oft mähen müssen.

Ein Feldahorn oder ein Fuchsschwanz zeigt einen eher warmen Standort an, ein Eisenhut zeigt einen kühlen Standort an.

Bodenfeuchtigkeit, -trockenheit oder gar Staunässe sind wichtige Faktoren, die Sie vor einer Pflanzung oder Aussaat berücksichtigen sollten. Der Löwenzahn etwa zeigt einen feuchten Boden an, der Huflattich zeigt Staunässe und die Königskerze oder das Hungerblümchen zeigen einen trockenen Standort an.

Hahnenfuß oder Quecke zeigen einen verdichteten Boden an, der Sauerampfer einen sauren.

Beschäftigen Sie sich mit Zeigerpflanzen und lassen Sie Unkräuter in Ihrem Garten zu, um mehr über die spezifischen Bedingungen in Ihrem Garten zu lernen und Ihre Wunschpflanzen dann da hin zu pflanzen, wo sie sich wohl fühlen und gesund und kräftig wachsen.

Unkräuter besitzen oft Heilkräfte

Wir wollen nicht so weit gehen, zu behaupten, dass jeder Garten genau die Heilkräuter als Unkraut hervor bringt, die der Gärtner braucht, wie es zum Beispiel Anhänger einer russischen Romanfigur namens Anastasia glauben, aber klar ist, dass es schon lange vor dem Siegeszug der heutigen chemischen Arzneien eine tiefe Kenntnis der heilkräftigen Wirkungen von Gartenkräutern gab, die teilweise genau wegen dieser Wirkungen auch angebaut wurden.

Als Beispiel nennen wir einmal ein für viele typisches Unkraut, die Vogelmiere, die nicht nur in Salaten, Suppen und Kräutermischungen verwendet werden kann, sondern auch Hautprobleme bis hin zur Schuppenflechte lindert, bei Gelenkschmerzen und Rheuma hilft, schleimlösend, stoffwechsel- und verdauungsfördernd wirkt, den Milchfluss anregt, Schleim löst und bei Wunden die Heilung fördert.

Ähnlich breite Einsatzspektren weisen etwa der Ackerschachtelhalm, der zusätzlich auch noch als Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden kann, der Spitzwegerich oder die Kamille auf.

Natürlich beschränken sich Heilwirkungen nicht auf Unkräuter, sondern es gibt sie auch bei angepflanzten Pflanzen, wie etwa bei Kohlarten, Fenchel, Salbei, Laucharten, Ringelblumen, Rosen, Lavendel, Hortensien, Sellerie und vielen anderen Pflanzen, die teils auch teilweise giftig sind und daher sollte man sich vor einer Anwendung von Gartenunkräutern aber auch kultivierten Gartengewächsen als Heilpflanzen genauestens erkundigen.

Unkräuter im Biogarten

Im Biogarten wird ein Unkraut kaum jemals so bezeichnet werden. Man spricht nicht von “Unkraut im Garten”, sondern lieber von Beikräutern oder einfach wild wachsenden Pflanzen. Durch die Kenntnis der Sukzession, das ist eine Folge von Besiedelungen eines Standortes mit verschiedenen Pflanzengesellschaften, die einer Entwicklung – in Mitteleuropa meist hin zu einem Laubmischwald als letztes Stadium – folgen, weiß der Biogärtner, dass die Besiedelung mit wilden Pflanzen nicht nur einen Zeigerwert für diesen Standort haben, sondern auch ein Teil einer natürlichen Entwicklung eines Standortes sind. Daher wird er versuchen, seine Vorstellungen vom Sinn seines Gartens, etwa zur Produktion von Obst und Gemüse oder Kräutern oder zur Schaffung eines Erholungsraumes, mit dem natürlichen Bewuchs zu kombinieren und einen Kompromiss anstreben.

Es hat sich gezeigt, dass ein Verzicht auf chemische Mittel, wie im Biolandbau vorgeschrieben, dann am besten funktioniert, wenn man bestehende Ökosysteme möglichst wenig stört und zumindest teilweise erhält und für eigene Zwecke nutzt. So kann ein Biogarten naturnahe Bereiche enthalten, in denen sich Insekten vermehren können, Vögel Nistgelegenheiten finden, Igel überwintern und so weiter, damit durch ein möglichst vielfältiges ökologisches Gleichgewicht das massenweise Auftreten von Schädlingen verhindert wird.

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