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Richtig gießen im Garten – Tipps und Tricks für den Umgang mit dem kostbaren Nass

Wir hatten es in unserem Artikel über Wasser im Garten schon angesprochen: das Thema: „Richtig gießen“ ist so umfangreich, dass wir ihm einen ganzen Artikel widmen werden. Wenn es auch kein Patentrezept für richtiges Gießen gibt, da die Bedürfnisse der individuellen Pflanzenarten, das Mikroklima, der Boden, der Grundwasserspiegel, der Humusgehalt des Bodens, Bodenbedeckung und Bodenbewuchs alles Faktoren sind, die beachtet werden müssten, wenn man jede Pflanze optimal gießen wollte, gibt es aber auch eine Reihe von Fehlern, die man beim Gießen machen kann und einige Prinzipien, die unter allen Umständen und für alle Pflanzen gelten, die wir hier einmal näher beleuchten können.

Richtig gießen orientiert sich an den Bedürfnissen der Pflanzen

Und da kann man oft sagen: Weniger ist mehr. Pflanzen, die schon lange im Garten sind und die eine gewisse Größe haben, wie etwa Holzgewächse oder ausdauernde Stauden, haben meist ein Wurzelwerk, welches viele Meter in die Tiefe reicht. Wenn es im Sommer einmal längere Zeit heiß und trocken ist und der Boden an ungemulchten Stellen vielleicht in den oberen 10-20cm trocken und bis etwa 100cm Tiefe nur ganz wenig feucht ist, dann ist das noch kein Grund, solche Pflanzen zu gießen. Im Gegenteil: Jede Trockenperiode ist für die Pflanze ein Anlass, das Wachstum der oberirdischen Bereiche abzubremsen und die Wurzeln noch tiefer hinunter zu treiben bis ins Grundwasser. Der erfahrene Gärtner begrüßt das, weil tiefgehende Wurzeln die Pflanze für die nächste Trockenperiode nur noch besser gerüstet sein lässt.

Etwas anderes ist das mit frisch gepflanzten oder frisch ausgesäten Pflanzen im Zier- oder Gemüsegarten. Diese Pflanzen brauchen eine tiefe Feuchtigkeit im Boden, die sie mit ihren jungen Wurzeln noch erreichen können und hier sollte der Gärtner das Regenwasserfass am Gartenhaus, den Gartenschlauch oder auch die Zisterne regelmäßig anzapfen, um richtig zu gießen. Wie das geht, darüber sprechen wir in diesem Artikel.

Was ist die Mittagsdepression?

Die sogenannte „Mittagsdepression“ äußert sich durch das Hängenlassen der Blätter bei Pflanzen in der Mittagssonne. Sie ist kein Zeichen, dass gegossen werden muss. Vielmehr werden die Pflanzen auch ohne Gießen, welches Mittags sowieso nicht richtig wäre, abends wieder frisch und gesund aussehen.

Wie kommt es zu der Mittagsdepression? Die Pflanzen saugen das Wasser entgegen der Schwerkraft aus dem Boden in die Blätter zum einen durch die Kapillarwirkung der engen wasserleitenden Gefäße (Xylem) zum anderen durch die Sogwirkung, den Unterdruck, der entsteht, indem aus den Blättern Wasser verdampft wird. Dabei stellt jede Pflanze ein Gleichgewicht zwischen Wurzelwerk und Blattmasse ein, welches sicherstellt, dass über den Durchschnitt der wechselnden Helligkeiten des Tages die Photosynthese und die Wasserversorgung der Blätter maximal hoch ist. Die Blattmasse funktioniert also auch noch an trüberen Tagen. An sehr sonnigen Tagen ist sie leicht überdimensioniert und die Pflanzen klappen die Blätter nach unten, um weniger Sonne einzufangen und schließen die Spaltöffnungen, aus denen Wasser verdampft wird. Eine Reaktion, die aussieht, wie Trockenstress, aber nur mittags während der Sonnenbestrahlung auftritt und kein Trockenstress ist. Wenn Sie Mittagsdepression beobachten, ist das also kein Zeichen, dass Sie gießen müssten.

Soll man warten, bis die Pflanzen Zeichen von Trockenstress zeigen?

Trockenstress zeigt sich durch dauerhaft hängende Blätter, ältere Blätter fangen an zu verdorren und das Blattwerk lichtet sich. Er schadet permanenten Pflanzen, wie Holzgewächsen oder ausdauernden Stauden in den Anfangsstadien nicht dauerhaft, sondern ist für sie eher ein wichtiger Ansporn, die Wurzeln noch weiter in die Tiefe zu treiben. Ein gebremstes Wachstum ist ja bei Holzgewächsen im Ziergarten sogar oft erwünscht, wie etwa bei den Zwergformen. Längerem Trockenstress sollten Sie aber doch durch durchdringendes Gießen entgegenwirken, bevor sich irreversible Schäden an den Pflanzen etablieren.

Etwas anderes ist es, wenn Sie Pflanzen haben, wo Sie ein dauerhaftes und möglichst schnelles Wachstum wünschen, wie etwa im Gemüsegarten oder bei Pflanzen, die schnell groß werden sollen, etwa zum Sichtschutz. Hier sollten Sie spätestens bei den ersten Anzeichen von Trockenstress mit einer Bewässerung beginnen, damit das Wachstum ungebremst weiter gehen kann.

Richtig gießen heißt meist durchdringend gießen

Man kann Pflanzen auch an eine tägliche oberflächliche Wassergabe gewöhnen. Sie bilden dann Wurzeln nahe unter der Oberfläche aus, die das Wasser aufnehmen. Leider ist der Bereich aber auch am schnellsten wieder trocken. Wenn das Gießen einmal ausfällt, hat die Pflanze gleich Trockenstress. Sicherer ist es, so zu gießen, dass das Wasser Gelegenheit bekommt, tief in den Boden einzusickern, wo es auch bei Hitze einige Tage lang in Form von Bodenfeuchtigkeit bleiben wird. Eine solche Bewässerung kann etwa gemacht werden, indem Sie flache Gräben zwischen den Beeten, vielleicht die Wege, mit Wasser fluten, von wo es lange Gelegenheit hat, tief einzusickern. Eine direkte Beregnung mit dem Gartenschlauch, der Sprinkleranlage oder der Gießkanne braucht Zeit und eine größere Wassermenge. Die Oberfläche muss während längerer Zeit nass sein, das Wasser muss Zeit haben, einzusickern.

Natürlich wählt man auch eine Zeit, in der der Boden möglichst kühl ist, damit die Menge Wasser, die gleich wieder aus dem warmen Boden verdunstet, möglichst minimiert wird. Das kann abends sein, meist ist der Boden aber frühmorgens am kühlsten.

Wo müssen Sie viel und wo weniger gießen?

Denken Sie an die Funktion der Blätter, nämlich Wasser zu verdampfen. Das heißt, da, wo Sie besonders üppiges Grün haben, wird durchschnittlich auch immer am meisten Wasser verdampft und dort ist deswegen der Bedarf an Nachschub besonders groß.

Sollte man die Blätter auch begießen?

Tatsächlich nehmen die Pflanzen das Wasser auch über die Blätter auf. Ein Regenguss beispielsweise reinigt die Blätter und entlastet gleichzeitig die Wurzeln, die wegen der Wasseraufnahme der Blätter dann weniger Bodenwasser aufsaugen müssen. Wenn es länger nicht geregnet hat, werden sich die Pflanzen generell auch einmal über eine oberirdische Beregnung freuen.

Mulchen vermindert den Bewässerungsbedarf deutlich

Bei gut gemulchtem Boden dürfte eine durchdringende Bewässerung pro Woche oder auch nur alle 10 Tage ausreichen, wo bei offen da liegendem Boden eher zwei Mal pro Woche angezeigt ist.

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