Blattläuse bekämpfen –Teil II: Was hilft gegen Blattläuse? – 20 Mittel und Methoden

Im ersten Teil unserer kleinen Serie über das Thema Blattläuse haben wir gelernt, dass Blattläuse, die länger als etwa 2 Wochen lang massenhaft auf einer Pflanze auftreten, eigentlich eher ein Alarmsignal für den Gärtner sind und ein Anlass den Standort und die Kulturbedingungen zu überprüfen. Wir haben viel über die Blattläuse und ihren Lebenszyklus gelernt und wir sind uns darüber klar geworden, dass Blattläuse eigentlich auch ein Grund zur Freude sind, wenn wir daran denken, dass unsere Nützlingspopulationen um das Gartenhaus, in dem Fall Marienkäfer, Florfliegen, Gallmücken, Ohrwürmer und Schwebfliegen etwas Nahrung bekommen und unsere Pflanzen - vielleicht sogar gestärkt – auch nächstes Jahr wieder verteidigen werden.

Hier im zweiten Teil werden wir uns mit dem Thema: „Was hilft gegen Blattläuse?“ beschäftigen. Es gibt Fälle, etwa im Gewächshaus, bei besonderen Pflanzen, bei denen man nicht auf die genannten Fressfeinde warten möchten, bei Zimmerpflanzen oder in Gärten, die bislang noch wenig naturnah bewirtschaftet werden, wo man sich für eine aktive Bekämpfung entscheidet. Wir werden im Folgenden einige Methoden erläutern, die Sie anwenden können, ohne - vor allem die Nützlinge und eventuell auch menschliche Konsumenten schädigende – Chemiegifte einzusetzen. Bei Anwendung anderer Mittel werden die Fressfeinde, wenn sie sich nicht gerade auf der behandelten Pflanze oder darunter aufhalten, lediglich geschädigt, indem ihnen das Futter entzogen wird aber nicht durch aktive Vergiftung durch das Fressen der vergifteten Läuse. Dass die vorgestellten Mittel nicht ausschließlich Blattläuse schädigen sondern auch andere Tiere im Garten, sollte auch klar sein.

Was hilft gegen Blattläuse – 20 Mittel und Methoden

Wir werden die folgenden Mittel und Maßnahmen im Folgenden etwas genauer betrachten:

1. Pflanzenstärkung: Ackerschachtelhalm, Wermut, Brennnesseljauche

2. Mischkulturen

3. Mechanisch beseitigen: Absammeln oder abspritzen

4. Fressfeinde kaufen

5. Meisen

6. Steinmehl

7. Brennnesselabsud

8. Knoblauch

9. Zwiebeln

10. Rapsöl

11. Kernseife, Schmierseife, Spülmittel

12. Essig und Zitrone

13. Tabakabsud

14. Oregano

15. Rainfarn

16. Adlerfarn

17. Rhabarberblatt

18. Schwarzer Tee

19. Kaffee

20. Niemsamen

Pflanzenstärkung

Das Gießen mit Brennnesseljauche, das Spritzen mit Ackerschachtelhalmabsud und das Sprühen von Wermutabsud sind vorbeugende und pflanzenstärkende Mittel

Mischkulturen

Wenn Sie eine Knoblauchknolle in die Zehen zerlegen und zwischen befallene oder gefährdete Kulturen jeweils eine Zehe stecken, dann vertreibt der Knoblauch nicht nur durch den Geruch die Blattläuse, sondern auch die Erde wird mit Wurzelexsudaten des Knoblauch angereichert, so dass den Blattläusen der Appetit vergeht. Diese schonende Methode eignet sich besonders für Gemüse oder Obst. Ebenso wirksam sind Lavendel oder Bohnenkraut.

Mechanische Beseitigung

Bei noch geringem Befall auf Einzelpflanzen oder auf Zimmerpflanzen kann man die Blattläuse einfach mechanisch absammeln und irgendwohin verfrachten, wo sie keinen Schaden anrichten können. Ein Abspritzen der befallenen Pflanzenteile mit Wasser bis hin zu einem scharfen Wasserstrahl kann auch auf größeren Flächen die Blattläuse beseitigen oder wenigstens stark reduzieren. Vorsicht, dass Sie dabei nicht auch Pflanzengewebe zerstören!

Fressfeinde kaufen

Nicht nur Marienkäfer, sondern auch Florfliegen und Gallmücken lassen sich in allen Stadien als Eier, Larven oder adulte Tiere kaufen und auf den befallenen Pflanzen aussetzen. Für einen gezielten Einsatz ist es nützlich, den Schädling zu kennen.

Meisen

Meisen fressen sehr gerne Blattläuse. Sie lassen sich durch Fütterung, besonders im Winter, aber noch wirksamer durch Nistkästen im Garten heimisch machen. Für verschiedene Meisenarten werden verschieden große und verschieden geformte Einflugöffnungen angeboten.

Steinmehl

Steinmehl kann als Dünger verwendet werden, als geruchsneutralisierende Zugabe für Pflanzenjauchen und in den feinsten Körnungen auch als ein Mittel, welches die Atemöffnungen der Blattläuse zusetzt, wenn man die Pflanzen rings herum damit einstäubt. Das hilft natürlich auch gegen Spinnmilben und tötet natürlich auch dort bereits vorhandene Nützlinge.

Absude und Brühen

Absude sind eigentlich Tees aus Pflanzen. Diese können durch Kochen extrahiert werden oder einfach, indem man die Pflanze ein paar Tage in Wasser stehen lässt, ohne dass es zu einer Gärung kommt. Bei Brennnesseln etwa wird der Absud hergestellt, indem Sie etwa einen Eimer (etwa 10 Liter) halb- bis ¾ -voll mit Pflanzen mit Wasser füllen und 2 Tage im Schatten ziehen lassen. Nach dem Abseihen setzen Sie ihn unverdünnt ein. Ähnlich gehen Sie vor mit Rainfarn. 500g frischer oder 30g getrockneter Rainfarn kommen in einen Eimer Wasser. Dort reicht aber ein Tag und Sie verdünnen den Absud vor der Anwendung mit einem oder zwei Teilen Wasser. Auch Ackerschachtelhalmabsud (ein vorbeugendes Mittel zur Pflanzenstärkung wird kalt hergestellt. Einen Tag ziehen lassen und dann mit 5 Teilen Wasser verdünnen. Ebenso Adlerfarn, wo der Absud auch unverdünnt eingesetzt werden kann. Niemsamen (50g / Liter Wasser) werden lauwarm für 10 Stunden ziehen gelassen.

Manche Pflanzen werden gekocht. Auch nach dem Kochen noch ein paar Stunden nachziehen lassen kann nichts schaden. So etwa mit Oregano, wo der Absud vor der Anwendung auch 1:3 verdünnt werden sollte.

Zwiebeln und Knoblauch lassen sich einzeln oder auch in Kombination verwenden. Sie werden zerhackt, kurz aufgekocht und dann 3 bis 5 Stunden ziehen gelassen. Es reichen 80g auf 10l Wasser. Auch Kaltabsude lassen sich herstellen, wenn Sie etwa eine Woche Zeit haben.

Ein Absud aus 1,5kg Rhabarberblätter in 10l Wasser aufgekocht hilft besonders gut gegen Blattläuse auf Bohnen.

Wie Sie Kaffee oder Tee kochen, werden Sie ja wissen. Seltener wird Tabak gekocht. Man nimmt 50g auf einen Liter Wasser Nikotin ist ein starkes Nervengift auch für die Blattläuse (und viele andere Insekten), die davon zuverlässig getötet werden.

Öle und Seifen

Ähnlich wie beim feinpulverigen Steinmehl werden hier die Atemöffnungen verstopft. Außerdem finden die Blattläuse auf dem Schmierfilm schlecht Halt und rutschen herunter. Vermischen sie 100ml Rapsöl mit 5 bis 6 Litern Wasser. Das geht am besten, wenn Sie auch Seife, hier am besten Kernseife oder Schmierseife, hinzufügen. Die Parfüme und Zusätze in Spülmitteln stellen diese für die Pflanzengesundheit erst in die zweite Reihe.

Kern- oder Schmierseife lässt sich auch ohne Öl verwenden. Hier nehmen Sie 50g geriebene Seife auf einen Liter Wasser.

Essig und Zitrone

Essig und Zitronensaft werden 1:10 verdünnt. Etwas Kernseife schadet nicht. Hier gibt es keine Garantie, dass junge, zarte Pflanzenteile nicht auch geschädigt werden.

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