Aussaat im September

Ist eine Aussaat September nicht vielleicht doch etwas spät angesetzt, werden Sie vielleicht fragen. Tatsächlich ist es noch lange nicht Zeit, die abgeernteten Beete in die Winterruhe zu schicken, sondern vielerlei Aussaaten sind auch im September noch sinnvoll.

Die Idee, dass der Gemüsegarten nach der Spätsommer- und Herbsternte in Ruhe gelassen oder vielleicht irgendwie mit Mulch oder Gründünger für den Winter eingemottet wird und der Gärtner dann das Gartenhaus aufräumt und ein paar Monate Ferien nimmt, ist weit verbreitet, aber eigentlich eine Idee der Neuzeit, in der die Verfügbarkeit von Konserven aller Art und sogar von mehr oder weniger frischem Obst und Gemüsen in den Supermärkten sogar im Winter gegeben ist. Als das noch nicht so war, war auch das Wissen über Wintergemüse weit verbreitet und eine Aussaat im September war eher die Regel als die Ausnahme.  Lesen Sie mehr darüber, was Sie im Gemüsegarten im September und Oktober noch aussähen können in unserem Artikel.

Was bezwecken Sie mit einer Aussaat im Herbst?

Eine Aussaat im Herbst kann prinzipiell drei Ziele haben:

1. Sie möchten noch Gemüse im Herbst, Spätherbst oder Frühwinter ernten

2. Sie möchten Gemüse den ganzen Winter über oder im Spätwinter ernten (Wintergemüse)

3. Sie säen Gemüse, das über den Winter in wärmeren Perioden immer mal etwas wächst, dann im frühen Frühling richtig loslegt und dann viel früher erntereif ist, als alles, was sie erst im Frühling aussähen oder auspflanzen.

Dass das auch prinzipiell nur frostharte Gemüsesorten betrifft, ist natürlich auch klar.

Natürlich gibt es auch sogenannte Kaltkeimer, die eine winterliche Kaltperiode brauchen, um überhaupt auszukeimen. Zu diesen kommen wir weiter unten.

Wann ist der richtige Aussaatzeitpunkt für welches Gemüse?

Bei der Antwort auf diese Frage betreten wir Gelände, welches eigentlich jeder Gärtner selbst für sich erkunden muss. Zu unterschiedlich sind

* Klimazone

* Kleinklima (Standort)

* Gemüsesorten und Zuchtlinien

* Wetter über den Winter

Besonders das kaum wirklich vorhersagbare Wetter über den Winter dürfte jeden Versuch, allgemeingültige Aussaatzeitpunkte für eine Punktlandung auf einem der drei oben angeführten Ziele, also Herbst-, Winter- oder Ernte im zeitigen Frühjahr, unmöglich machen.

Unser Tipp: Werden Sie flexibel: Wenn Sie im Winter Appetit auf frisches Gemüse aus dem Garten haben, dann tun es auch Babyleafs von Pflücksalat, Mangold oder Winterpetersilie; Knollensellerie und Rote Beete schmecken auch, wenn die Knollen erst tischtennisballgroß sind und junge Möhren sind zarter als welche, die 20 oder 30cm lang sind.

Immerhin müssen sie ja auch nicht immer gleich die ganzen Pflanzen ernten. Bei vielen Kohlarten, Kräutern oder Pflücksalaten könnte es sinnvoller sein, nur einzelne Blätter zu ernten und die Pflanzen mit ihren dann schon gut ausgebildeten Wurzeln bei Gelegenheit, also in wärmeren Perioden über den Winter weiter wachsen zu lassen.

Es ist Ihre Entscheidung, ob Ihnen jeweils gerade frische, gesunde Vitamine aus dem eigenen Garten wichtiger sind oder ob Sie die Ernte lieber in den April oder Mai verschieben, um dann größere Exemplare zu ernten.

Für eine Herbsternte wird es Ende September meist schon zu spät

Vielleicht haben Sie, je nach Klimazone mit Radieschen noch eine Chance, für frischen Salat dürfte meist Anfang September der letzte Termin sein und für Rote Beete oder Chinakohl müsste die Saat vermutlich spätestens Mitte August im Beet sein. Für eine Aussaat zur späteren Ernte, wobei Sie dann bereit sind, auch kleinere Pflanzen im Winter zu ernten oder eben mit der Ernte im Frühjahr beginnen, ist es sogar noch im Oktober früh genug.

Mit Mischkultur über den Winter?

Die Regeln über gute und schlechte Nachbarn, kann man im Winter einfach weiterverfolgen, auch wenn der Aspekt der gegenseitigen Schädlingsabwehr natürlich weniger eine Rolle spielt. Ein Beispiel für eine mögliche Mischkultur wären Grünkohl, mit Spinat oder Mangold in der Mitte und dann auf einer Seite Radieschen, Winterrettich oder Mairüben und auf der anderen Seite Winterheckenzwiebeln, Lauch, oder Lauchzwiebeln, die Sie natürlich über den Winter auch wie Schnittlauch frisch verwenden können. Feldsalat, der nicht so groß wird passt bei derartigen Mischungen gut an die Beetränder.

Kohlarten dürften in vielen Fälle auch austauschbar und sogar mischbar sein. Grünkohl, Palmkohl, Winterwirsing, Kohlrabi, Pak Choi und Asia-Salate sind ja eng verwandt und sind ebenfalls winterhart.

Bei Mangold gibt es eine Einschränkung: Bei wirklich starken Frösten frieren die Blätter meist ab. Die Pflanze überlebt aber meist und treibt dann im frühen Frühjahr schnell wieder aus. Ähnlich kann es Ihnen auch mit Möhren ergehen.

Brauchen die Pflanzen Schutz?

Nicht unbedingt. Alle Wintergemüse können gut ungeschützt im Freiland überleben. Kritische Phasen sind jedoch strenge Frostphasen. Dies weniger wegen der Kälte, sondern mehr durch das Risiko mechanischer Beschädigungen, etwa durch Wind, Schneelast, Vögel oder erntende Gärtner während Zeiten, wo die Pflanzen durchgefroren sind. In dem Stadium sind die Pflanzenteile brüchig. Wenn Sie Kulturen im Winter mit Folientunneln vor solchen mechanischen Einwirkungen schützen möchten, dann achten Sie darauf, dass Sie diese Folientunnel oder sonstigen Schutz erst im Dezember installieren, damit die Jungpflanzen ausreichend Kältephasen bekommen, um sich an die tiefen Temperaturen zu gewöhnen.

Welche Gemüsesorten eignen sich noch für die Aussaat im September?

Neben den bereits erwähnten Gemüsearten können Sie noch die folgenden Gemüse im September aussäen:

* Knollenfenchel

* Endivien

* Wintererbsen

* Mizuna

* Yacon

* Rucola

* Komatsuna

* Stevia

* Portulak

* Senf-Salat

* Rammanas

* Blumenkohl

* Rotkohl

* Steckrüben

* Wurzelpetersilie

* Pastinaken

* Topinambur

* Schwarzwurzeln

* Winterkürbisse

* Bärlauch

* Gartenkresse

* Meerrettich

Von allen diesen Gemüsen gibt es die verschiedensten Sorten und Zuchtlinien. Achten Sie darauf, dass Sie solche Linien aussähen, die sich als besonders frosthart für eine Überwinterung im Freiland eignen.

Kaltkeimer

Bei dem Thema verlassen wir den Gemüsegarten, da lediglich der Bärlauch ein Kaltkeimer ist. Wenn Sie jedoch Zierpflanzen, wie etwa die Schlüsselblume, das Alpenveilchen, die Pfingstrose oder die Kuhschelle selbst aussähen möchten, dann nutzen Sie die bald kommenden winterlichen Temperaturen um die Keimung zu ermöglichen, indem Sie ins Freiland aussäen oder auch nur eine Saatschale mit der Aussaat nach draußen stellen.

Entgegen einer gängigen Ansicht, die auch durch den früheren Namen „Frostkeimer“ bestärkt wurde, benötigen diese Samen nicht unbedingt Frost, sondern Temperaturen um die 0 – 5°C für mehrere Wochen reichen meist schon, um die eingebaute Keimhemmung zu überwinden.

Auch Holzgewächse wie Haselnüsse oder Waldbäume, wie Buchen und Eichen sind Kaltkeimer.

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