Wie kann man die Quecke bekämpfen?

Tatsächlich gibt es sogar mehrere Methoden, wie man das machen kann. Eine andere interessante Frage wäre: “Muss man die Quecke überhaupt bekämpfen?”. Immerhin wird das ausdauernde Wurzelgras in Nord- und Osteuropa sogar angebaut und als Heilmittel und Nahrungsmittel verwertet. Eine Totalernte der Wurzelausläufer, die meist in ihrer inaktiven Zeit von Spätherbst bis zum frühen Frühjahr erfolgt, wäre ja auch eine Art von “Bekämpfung”. Wie man sieht, ist die Quecke mehr als man vielleicht denkt, wenn man sie nur unter dem Stichwort “hartnäckiges störendes Unkraut, welches bekämpft werden muss”, kennt.

Die Quecke – Einige Informationen zu der Pflanze

Die Pflanzenfamilie der Süßgräser (Poaceae), zu der die Quecke (Agropyron repens) gehört, hat einige weitere bekannte, sehr nützliche Mitglieder, wie den Mais, das Zuckerrohr oder das Zitronengras. Der Name Quecke leitet sich aus queck, was altertümlich für “fit, zählebig, schnell” steht.

Die Pflanze bildet Horste, die bis zu 1,5 Meter Höhe erreichen kann oder wächst flächig. Sie verbreitet sich durch Samen, aber vor allem durch Wurzelausläufer, die mit vielen Vegetationspunkten besetzt sind und daher können auch kleinste Stückchen dieser Ausläufer wieder an die Oberfläche auskeimen und neue Pflanzen bilden.

Die Quecke ist eine sogenannte Pionierpflanze. Das heißt, sie kommt oft als Erstbewuchs da, wo der ursprüngliche Bewuchs entfernt wurde. Im Ackerbau oder auch, wenn Sie am Gartenhaus einen Nutzgarten pflegen, ist sie sozusagen die Heilpflanze für den Boden, der es gar nicht mag, nackt und offen da zu liegen. In der Natur verschwindet sie von alleine wieder, sobald sie von größeren Pflanzen, wie Büschen oder Bäumen überschattet wird. Übrigens werden wir beiden Prinzipien: Dem Bedecken des nackten Bodens durch Mulchen sowie der Beschattung noch einmal wieder begegnen, wenn es um die Bekämpfung geht.

Die Quecke als Nutzpflanze

Die Ernte der Ausläufer als Nahrung in der Winterruhe findet vor allem in der Ukraine statt. Sie werden getrocknet und zu Mehl verarbeitet in der Suppe verwendet oder frisch im Salat gegessen.

Die Quecke ist eiweiß-, protein- und vitaminreich. Besonders Vitamin C und Karotin sind stark vertreten.

Auch Sirup, Alkohol und Kaffee-Ersatz werden aus den Ausläufern gefertigt. In Deutschland braute man früher Bier daraus.
In Finnland wird die Quecke als Futterpflanze für pflanzenessende Tiere angebaut.

In der Heilkunde werden die getrockneten Ausläufer und Wurzeln als harntreibendes Mittel bei Prostata- und Harnwegsinfektionen verwendet. Rheuma, Unterleibsbeschwerden, Reizlinderung und Blutreinigung sind ebenfalls Indikationen.

Wie kann man  im Garten die Quecke bekämpfen?

Hier möchte der Gärtner oder der Pflanzenbauer gerne das unbebaute Land nutzen, um Kulturpflanzen anzubauen, während die zähe Pionierpflanze die offene Erde bedecken möchte. So entwickelt sich ein Kampf und anders als andere “Unkräuter” lässt sich die Quecke nicht einfach so durch Unkraut jäten entfernen, weil man meist die Wurzelausläufer nicht vollständig herausbekommt. Auf sandigen oder sehr leichten Böden kann man es aber dennoch so versuchen, indem man mit der Grabegabel den Boden auflockert und dann vorsichtig alle Quecken mitsamt der Ausläufer herauszieht. Wenn man das bei heißem, trockenem Wetter macht, dann kann man die Ausläufer oberirdisch auslegen und sie werden dann vertrocknen. Auch im frühen Frühjahr kann man sie oberirdisch einfach hinlegen, wo sie dann bei ersten Spätfrost erfrieren werden.

Umgraben oder Hacken hat so wenig Erfolg, wie wiederholtes Pflügen oder Eggen in der Landwirtschaft, außer Sie machen es so oft, dass die Pflanze schließlich aufgibt. Auch wenn Sie wirklich alle zwei oder drei Wochen wieder neu aufgekeimte Pflanzen entfernen, können sie die Quecke durch Ausdauer besiegen. Es gibt aber auch einfachere Möglichkeiten.

Die Quecke bekämpfen für Faule

Wiederholte mechanische Bearbeitung, mühsames Ausgraben jedes einzelnen Ausläufers, von chemischen Totalherbiziden, die einem das Bodenleben um Jahre zurückwerfen und auch gesundheitlich nicht unbedenklich sind, wollen wir gar nicht erst anfangen.

Klar wächst die Quecke oft von den Beeträndern immer wieder in die Beete hinein und das recht flott. In gut gedüngtem Boden schaffen die Wurzelausläufer bis zu einem Meter pro Jahr.

Wer seinem Boden ein Jahr lang Ruhe gönnen kann, dem Boden eine gute Düngung durch Oberflächenkompost geben und gleichzeitig die Quecke auf größeren Flächen ganz weg kriegen möchte, der sollte das mit Bodenbedeckung machen.

Zu dem Zweck

  • sammeln Sie oder besorgen sich Pappe.
  • Bedecken Sie die gesamte Fläche, die Sie gerne queckenfrei bekommen möchten mit der Pappe.
  • Wenn Sie möchten, können Sie darüber noch Kompost ausbreiten, Mulch oder Kompost und Mulch darüber. Auch Stroh (am besten Biostroh) können Sie dafür nehmen.
  • Im nächsten Jahr haben Sie eine völlig unkrautfreie, humose, gut ausgeruhte und gedüngte Fläche, auf der Sie direkt Gemüse anbauen können.
  • Vermeiden Sie, über diese Fläche zu laufen, dann müssen Sie nicht mal mehr umgraben.

Das können Sie über das ganze Jahr machen, aber besonders effektiv ist es im frühen Frühjahr, weil die austreibenden Sprossen kein Licht mehr bekommen werden und daher auch keine neue Energie mehr sammeln. Für die Quecke ist der Lichtmangel das natürliche Signal, dass ihre biologische Aufgabe im Ökosystem, nämlich nackten, offenen Boden zu besiedeln, erfüllt ist und sie zieht sich zurück. Zur Sicherheit können sie auch schnell wachsende, stark beschattende Kulturen, wie z.B. Kartoffeln dort anbauen, um eine Neubesiedlung von den Rändern her zu vermeiden.

Schattengebende Kulturen

Kaum ein Pflanzenbauer wird genug Pappe auftreiben können, um ganze Äcker damit zu bedecken. Daher gibt es dort andere Maßnahmen, wie z.B. die wiederholte mechanische Bearbeitung oder eine längere, dichte und daher schattierende Kultur, wie etwa eine dreijährige Kleegraswiese.

Im Staudenbeet gilt dasselbe Prinzip: Möchte man das Ausgraben aller Stauden und das manuelle Aussortieren alle Wurzelausläufer der Quecke vermeiden, dann sollte man die Stauden so dicht pflanzen, dass sie den Boden ausreichend beschatten. Das wird die Quecke soweit schwächen, dass sie mit normalen Unkraut jäten beseitigt werden kann.

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