Welche Kohlsorten gibt es?

Die Gattung der Kohle (Brassica) umfasst etwa 40 Arten, von denen viele landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzt werden. Die Kohlarten gehören weltweit mit zu den nützlichsten Pflanzen, die je gezüchtet und angebaut wurden. Sie stammen aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae oder auch Cruciferae), denen auch noch die Rettiche und Radieschen angehören. Der Wunderbaum Moringa ist ein etwas entfernterer Verwandter aus der Ordnung der Kohlartigen (Brassicales). Der weiße Senf findet sich ebenfalls in derselben Familie der Kreuzblütler, während der braune (Brassica juncea) und der schwarze Senf (Brassica nigra) sogar botanisch gesehen Kohlarten sind. Tatsächlich findet sich dieses Senföl in allen Kohlarten. Es wird besonders bei Verletzungen ausgeschüttet und kommt bei manchen Arten, wie dem Senf, dem China-Kohl, manchen Asia-Salaten, wie etwa dem Red Giant oder den Rettichen stärker vor, während es bei den meisten Sorten, die wir gerne essen, entweder ganz herausgezüchtet oder auf einen geschmacklich interessanten aber angenehmen Level hinunter gezüchtet wurde. Es wird aber auch beim Kochen zersetzt und verliert dann seine Schärfe.

Der Kohl im Garten

Die Arten, die wir generell als Kohlarten bezeichnen, haben meist noch viele Unterarten und Sorten. Eine sehr umfangreiche Art ist der Gemüsekohl (Brassica oleraceae) zu denen die Sorten gehören, die Sie vielleicht auch am Gartenhaus anbauen, wie etwa Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Wirsing, Blumenkohl, Kohlrabi, Palmkohl, Broccoli, Butterkohl, Spitzkohl und verschiedene Zierkohle.

Einige asiatische Formen, wie Pak Choi, Mizuna, Chinakohl, sind aus den Rübsen (Brassica rapa) entstanden, genau wie die Herbstrübe, die Ölrübsen und der Rübstiel.

Der braune Senf (Brassica juncea) ist als breitblättriger Senf oder grüner Senfkohl bekannt. Besonders beliebt ist die rotblättrige Asiasalatsorte “Red Giant”, die neuerdings auch als Wintergemüse immer populärer wird und wegen ihrer Schärfe auch als “Blattsenf” bezeichnet wird. Auch der chinesische Tsa Tsai gehört zu dieser Art.

Der als Ölfrucht genutzte Raps (Brassica napus) ist botanisch gesehen als Kohlart zu bezeichnen. Als Unterarten sind im Garten vermutlich die Steckrübe, ein typisches Wintergemüse, bekannter und vielleicht der Schnittkohl.

Welche Pflanzenteile werden gegessen?

Blätter

Bei manchen Kohlarten, wie etwa dem Weißkohl, dem Grünkohl, dem Wildkohl, dem Wirsing, dem Chinakohl, dem Rotkohl und anderen geht es eindeutig um die Blätter. Die kopfbildenden Kohle profitieren davon, dass die jeweils jüngsten Blätter nie das Sonnenlicht sehen und daher auch nie grünen Farbstoff bilden. So bleiben sie geschmacklich milder. Dabei sind gerade grüne Blätter bekannt für ihre hohen Kalzium- und Proteingehalte. Besonders bekannt dafür und auch für seinen hohen Eisengehalt ist der Grünkohl mit seinen gekräuselten Blättern, der auch als Wintergemüse das wertvolle frische Grün aus dem Garten noch in Salate, Eintöpfe und Suppen zaubert.

Der winterharte Rosenkohl gehört auch in diese Gruppe, wenn hier auch die Blattachselröschen geerntet werden, die besonders vitamin C-reich sind.

Über zwei Meter groß werden die Palmkohlpflanzen der sogenannten Lippischen Palme, einer sehr alten Art eines Braunkohles, bei der die Blätter auch durch Anthocyane rötlich-blau gefärbt sind.

Stängel

Der verdickte Stängel ist beim Kohlrabi typisch und auch besonders wohlschmeckend. Der Kohlrabi ist eine frühe, deutsche Erfindung und heißt genau so in vielen anderen Sprachen, unter anderem in den Weltsprachen Englisch und Russisch. Während die Knolle durch Vitamine, Zucker, Apfelsäure und nur wenige Senfölglycoside ihren leckeren Geschmack erhält, der sogar schon Kleinkinder für Kohlgerichte begeistern kann,  haben die Blätter des Kohlrabi den 10fachen Wert an Vitamin C, Eisen und Kalzium zu bieten. Überhaupt sind generell Stängel, Blätter und Blüten bei allen Kohlsorten genießbar und ernährungstechnisch wertvoll. Wer sich zum Beispiel einmal die Arbeit macht, die dicken Strünke beim Weißkohl zu schälen, der wird auf einen ganz milden Geschmack stoßen, der kaum vom Kohlrabi zu unterscheiden ist. Die Blätter, insbesondere die jungen Blätter, sind nicht nur beim Kohlrabi sondern bei allen Kohlsorten, auch beim Blumenkohl, viel zu schade zum Wegwerfen.

Inzwischen gibt es auch beim Kohlrabi schon violette Zuchtformen, die sich aber in Geschmack und Eigenschaften nicht sehr vom weißen Kohlrabi unterscheiden.

Auch die Herbstrübe (Brassica rapa) gehört in diese Gruppe. Sie war im Mittelalter vor der Einführung der Kartoffel ein Hauptnahrungsmittel, wird heute aber nur noch eher selten angebaut.

Blüten

In Asien gibt es Wildkohlarten, die gelb blühend geerntet und verspeist werden, während man bei uns die Blütenstände mit ungeöffneten Knospen etwa beim Broccoli und beim Blumenkohl isst.

Eine aus Italien stammende Variante, die sich erst langsam verbreitet, ist der Romanesco mit seinen zierlichen, türmchenartigen Blütenständen.

Wie kultivieren Sie Kohlarten am besten?

Kohlarten gehören meist zu den Starkzehrern. Sie sind Tiefwurzler und lieben einen gut gekalkten Boden, da sie am liebsten im leicht basischen Boden wachsen. Für eine gute Ernte ist vor allem Licht und ein gleichmäßig feuchter aber nicht nasser Boden eine Voraussetzung. Die meisten Arten gedeien auch im hellen Halbschatten, dürften aber dort dann eben etwas weniger Erntegewicht auf die Waage bringen.

In der Fruchtfolge sollten Sie nach Kohl auf einem Beet am besten ein bis zwei Jahre auf diesem Beet keinen Kohl mehr anbauen. Gegen die gefürchtet Kohlhernie hilft ein mehrjähriger gezielter Humusaufbau durch Dauermulchen.

Für welche Kohlsorten gibt es gute Nachbarn in der Mischkultur?

Was die Mischkulturen angeht, so sind bei den einzelnen Kohlarten generell die Wuchsformen zu beachten.

Generell vertragen sich gut mit Kohlarten:

* Bohnen, Erbsen

* Tomaten

* Spinat

* Dill

* Sellerie

* Lauch

* Kartoffeln

* Endivien

Wie Sie sehen, ist es nicht schwer, geeignete Nachbarn oder Mischkulturen für Kohlarten zu finden.

Welche Kohlsorten gibt es auch im Winter?

Einige der wichtigsten Wintergemüse sind Kohlarten. Man denke nur einmal an die bekannten Beispiele Rosenkohl und Grünkohl, die ja oft erst nach dem ersten starken Frost so richtig lecker schmecken sollen.

Es gibt von vielen Kohlsorten auch winterfeste Züchtungen. So zum Beispiel von vielen Asia-Salaten, Chinakohl, Winterwirsing, Palmkohl, Wildkohl, Mizuna und Butterkohl.

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