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Was ist Mulchen?

Das Mulchen ist eine uralte Technik in Gartenbau und Landwirtschaft, die eine ganze Reihe von Vorteilen bietet, die es gerade für den biologischen und naturnahen Gartenbau unverzichtbar machen. Wir schauen uns das Mulchen im Folgenden einmal genauer an, damit Sie die nötigen Grundlagen bekommen, es auch in ihrem Garten erfolgreich einzusetzen.

Woher kommt das Wort Mulchen?

Das Wort, wie es heute verwendet wird kommt wahrscheinlich aus dem Englischen, wo „mulch“ einfach unverrottetes organisches Material bedeutet. Allerdings gibt es schon im Mittelhochdeutschen auch das Wort „Mul“, welches zerfallendes Material meint. Man sieht hier auch, dass die englische und die deutsche Sprache eng verwandt sind. Das Adjektiv „mulsch“ für „weich“ oder „gefault“ gibt es auch bis heute noch in einigen deutschen Dialekten.

Neuerdings verwenden wir eben eingedeutschte englische Begriffe, nämlich „Mulch“ für unverrottetes Pflanzenmaterial mit dem wir Beete oder Äcker abdecken und „mulchen“ für die Tätigkeit. So gelangt auch die Sprache auf einem Umweg wieder zurück an ihren Ursprung.

Was ist Mulchen und welche Effekte hat es im Garten?

Wenn Sie mulchen, dann imitieren Sie die Natur. In der fruchtbaren Natur gibt es im Grunde nur nach gewaltsamen Unfällen einmal blanke Erde zu sehen. Etwa nach dem Entwurzeln eines Baumes im Sturm oder bei Erdrutschen. Sonst ist die Erde immer entweder bewachsen oder mit mehr oder weniger verrottetem organischen Material bedeckt. Und das hat gute Gründe. Wir zählen einmal ein paar auf:

* Die bedeckte Erde dampft weniger Wasser aus, trocknet also langsamer aus.

* Der Mulch speichert Wasser und Nährstoffe und verlangsamt den natürlichen Wasserkreislauf.

* Der Mulch ist Heimat und Nahrung für ein vielfältiges, reiches Bodenleben. Die vielen Tiere düngen den Boden mit ihren Exkrementen und die Pflanzen mit ihrer Atemluft genau da, wo es gebraucht wird, nämlich direkt an den Pflanzen, anstatt irgendwo anders am Komposthaufen.

* Der Mulch wird langsam zersetzt und düngt damit den Boden. Man nennt Mulchen daher auch „Flächenkompostierung“.

* In regelmäßig gemulchten Böden findet sich ein hoher Humusanteil, was wieder viele Vorteile für das Pflanzenwachstum bietet

* Eine Mulchschicht verhindert das Keimen von Samen im Boden

* Der Mulch wärmt den Boden als schützende Decke im Winter oder in kalten Nächten

Wie mulchen Sie am besten?

Wenn Sie in Ihrem Garten, egal ob Zier- oder Nutzgarten auch mulchen möchten, dann brauchen Sie dafür nicht einmal Werkzeuge aus dem Gartenhaus zu holen: Alles was Sie brauchen ist organisches Material und Ihre Hände. Die Frage: „Was ist Mulchen?“ können Sie tatsächlich nicht wirklich beantworten, bevor Sie es selbst einmal getan haben. Während das Mulchen zwischen größeren Pflanzen, wie etwa Obstbäumen, Sträuchern, Stauden oder größeren Gemüsen, wie Kohl oder Tomaten recht einfach ist und auch mithilfe einer Gartengabel oder eines Rechens gemacht werden kann, erfordert das Mulchen zwischen jungen Pflanzen oder niedrigen Pflanzen, wie zum Beispiel Erdbeeren Handarbeit und Fingerspitzengefühl. Immerhin möchten Sie nicht auf den Gemüsepflanzen oder Erdbeerblättern mulchen, sondern der Mulch sollte unter die Blätter und die Pflanzen darüber sollten möglichst weder vom Mulch bedeckt, noch durch ihn beschattet werden.

Wenn Sie verschiedene Mulchmaterialien haben, etwa schon ausgetrocknetes und frisches, dann nehmen Sie sich an der Natur ein Vorbild und schichten den älteren Mulch nach unten und den jüngeren oder das frische Pflanzenmaterial darüber.

Eine Mulchschicht vermindert zwar den Beikrautbewuchs, aber wenn doch Beikräuter hochkommen, dann können Sie sie herausziehen und gleich an Ort und Stelle auf den alten Mulch drauflegen. Dieser wird dann normalerweise auch verhindern, dass die Beikrautwurzeln direkt mit Erde in Berührung kommen und wieder anwachsen.

Was können Sie als Mulchmaterial nutzen?

Alles pflanzliche, organische Material, welches im Garten oder im Haushalt anfällt, können Sie auch zum Mulchen nutzen.

* Ein ideales Mulchmaterial etwa für den Gemüsegarten ist der stickstoffreiche Rasenschnitt. Er kann sehr fein auch um kleinere Pflanzen herum verteilt werden. Ein Nachteil seiner feinen Konsistenz ist, dass er zu wenig innere Struktur hat und leicht zusammenpappt, wenn Sie ihn zu dick auftragen. Eine Lösung für dickere Mulchdecken könnte sein, ihn mit gröberem Material zu mischen.

* Herbstlaub eignet sich prima für die Bodenbedeckung im Winter. Im Gemüsegarten bedenken Sie, dass das Laub mancher Bäume auch wuchshemmende Stoffe besitzt, die das Aufkeimen von Konkurrenzpflanzen unter den Bäumen verhindern sollen. Besonders bekannt sind dafür Walnuss- und Eichenblätter. Überall, wo Sie Beikräuter eher unterdrücken möchten, etwa unter Büschen und Bäumen in Zier- und Obstgärten oder auf den Wegen des Gemüsegartens ist Laub dagegen sehr gut geeignet. Vorsicht im Gemüse- und Obstgarten mit Laub vom Straßenrand: Dort kann sich eine erhöhte Schadstoffkonzentration in den Blättern befinden.

* Rindenmulch: Auch ihm sagt man eine beikrauthemmende Wirkung nach, weswegen er auch gerne auf Wegen, zwischen Büschen, Rosen oder generell Pflanzen, die schon gut etablierte eigene Wurzeln und nichts gegen einen mäßig sauren Boden einzuwenden haben, empfohlen wird. Sowohl für Laub als auch für Rindenmulch gilt, dass die Beikrauthemmung sich mit der Zeit verliert, aber eine schöne Düngewirkung übrigbleibt.

* Häckselgut: Ob Sie es selbst herstellen oder kaufen: Holz gehört zu den Mulchmaterialien, die langfristig eine sehr gute Fruchtbarkeit bringen.

* Küchenabfälle: Sie sehen manchmal nicht so schön aus, aber verrottendes Material im Garten ist halt in erster Linie Düngung und Bodenpflege mit allen Vorteilen, die wir oben schon aufgeführt haben. Manche Nachbarn sind schnell bei der Hand, eventuelle Mäuse- oder Rattensichtungen dann gleich auf Sie zu schieben, obwohl diese genauso wichtige Funktionen in einem lebendigen Naturgarten haben, wie alle anderen Tiere auch. Eine Möglichkeit ist, Küchenabfälle etwas kleinzuschneiden oder unter anderen Mulch zu mischen, damit es nicht so auffällt. Falls Sie Katzen in der Gegend haben, dürften Nager, die Küchenabfälle fressen kommen, die Ausnahme bleiben.

* Stroh: Wenn Sie keine größeren Naturflächen bei sich zuhause haben, auf denen Sie Pflanzenmaterial zum Mulchen ernten können, kann es sehr sinnvoll sein, auch Heu oder Stroh zum Mulchen zuzukaufen.  Achten Sie aber darauf, dass es sich um Bioware handelt, damit Sie sich damit keine Ackergifte in den Garten holen.

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