Bienenhaltung am Gartenhaus – Viele Vorteile aber auch Pflichten

Ein paar Bienenstöcke am Gartenhaus helfen bei der Bestäubung der Wild- und Nutzpflanzen, verbessern die Obsternte und geben auch noch selbstgemachten Honig. Eine Idee, bei der die Natur, der Garten und der Imker nur gewinnen. Aber ist es wirklich so?

Bevor man sich Bienen anschafft und damit die Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, das in seiner Komplexität seinesgleichen sucht muss man sich einige Fragen stellen:

  • Bin ich bereit, mich über das Bienenvolk und die Imkerei sorgfältig zu informieren? Ein Bienenvolk hält man nicht wie eine Katze sondern es ist eine Wissenschaft für sich, die Sorgfalt und Wissen voraussetzt.

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  • Wie viel Zeit kann ich für meine Hobbyimkerei aufwenden? Die Motivation ist erfahrungsgemäß kein Problem, weil Bienenvölker von Anfang an eine starke Faszination ausüben, die es leicht macht, sich mit ihnen gerne zu beschäftigen. Man kann als Wochenendimker tätig sein, wenn auch das Bienenvolk bestimmte Abläufe streng terminiert vorgibt. Eine Königin schlüpft beispielsweise nach 18 Tagen und wartet nicht bis zum Wochenende und wenn Sie zu spät tätig werden, hängt Ihnen ein Bienenschwarm am Dach des Gartenhauses, den Sie eigentlich nicht geplant hatten.
  • Haben Sie oder Familienmitglieder übertriebene Angst oder gar Phobien vor Insekten oder Bienengiftallergien? Die normale Angst vor stechenden Insekten, wie Bienen oder Wespen verliert man mit dem Wissen und der Erfahrung. Heutige Bienenrassen sind meist so sanftmütig, dass man sogar ohne Schleier an ihnen arbeiten kann. Stiche sind die Ausnahme, kommen aber zwangsläufig vor, zum Beispiel, wenn man mal aus Versehen in eine Biene herein fasst.

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  • Haben Sie noch genug Platz im Gartenhaus für eine kleine Imkerei mit allem was dazugehört: Bienenkästen, Rahmen, Werkzeugen?
  • Haben Sie die nötigen Finanzen für die Anfangsanschaffungen, die so um die 500 Euro liegen dürften, wenn man erstmal nur das Nötigste kauft.
  • Sind Sie enttäuschungsresistent? Es gibt nämlich auch schlechte Jahre, in denen es keinen Honig gibt, Völker können krank werden oder sterben.

Sie sehen, es ist nicht damit getan,sich ein Bienenvolk zu kaufen und neben Ihr Gartenhaus zu stellen, sondern es gibt einige Voraussetzungen mehr. Nicht umsonst waren es früher meist die gebildeteren Kreise, wie Pastoren oder Lehrer, die sich Bienen hielten, wenn die Bienenhaltung auch in bäuerlichen Kreisen ebenfalls eine lange Tradition hat.

Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass, wenn Sie diese Voraussetzungen mitbringen, die Imkerei ein tolles und interessantes Hobby ist, was sich sicher lohnt.

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Das Gartenhaus als Mittelpunkt der Imkerei

Wie sich der Garten rund um Ihr Gartenhaus im Jahreslauf wandelt, so hat auch das Bienenvolk einen jährlichen Zyklus, den Sie kennen sollten.

Der Höhepunkt des Bienenlebens ist der Sommer, wenn es viele Blüten gibt und die Völker stark sind. Sobald die Tracht – so nennt man die Gesamtheit der nektarspendenden Pflanzen, die die Bienen besuchen und deren Nektar sie dann in Honig umwandeln – also sobald die Tracht im Spätsommer weniger wird, kommen diese starken Völker dann auf Schwarmgedanken und teilen sich. Es gibt Möglichkeiten, das zu verhindern, damit Sie Ihre Bienenschwärme dann nicht aus den Bäumen rund um Ihr Gartenhaus herausholen müssen.

Man kann zu dieser Zeit durch Teilung der Bienenvölker auch das Schwärmen vorwegnehmen und so die Zahl seiner Bienenvölker leicht erhöhen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie im Gartenhaus ein paar Beuten – so nennt man die Bienenkästen – auf Vorrat stehen haben, wo Sie die Schwärme einquartieren, so dass sie dann zu neuen Völkern heranwachsen können. Auch die Rähmchen, in die die Bienen dann ihre Waben bauen, sollten Sie schon vorbereitet haben.

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Nach der letzten Honigernte, beginnt der Imker sofort mit dem Einfüttern. Da die Bienen während des Winters nicht fliegen, brauchen sie einen großen Honigvorrat, damit sie auch während des Winters genug zu fressen haben, damit sie ihre „Körpertemperatur“ von mindestens 20 bis 22 Grad Celsius aufrecht erhalten können. Je nachdem wie viel eigenen Honig Sie Ihren Völkern lassen möchten müssen Sie pro Volk mit 20 bis 30 kg Zucker rechnen.

Gute Vorräte legen dann auch den Grundstein für die Erhöhung der Kerntemperatur auf 36 bis 37 Grad Celsius sobald die Königin wieder Eier legt und die Brut der neuen Sommerbienen beginnt. Das passiert mitten im Winter, oft schon im Januar, wenn Ihr Gartenhaus noch in Schnee und Frost da steht. Die Sommerbienen brauchen drei Wochen vom Ei zum Schlupf und leben dann durchschnittlich noch drei Wochen, während die Winterbienen, die rein optisch ganz gleich aussehen, sechs Monate lang leben.

Bienenstöcke am Gartenhaus führen Sie ein in die Wunder der Natur

Als Vorbereitung für Ihre Imkerei am Gartenhaus sollten Sie deswegen auch die Gelegenheiten nutzen, sich mit einem guten Buch über die Imkerei mit den Grundlagen der Bienenzucht zu beschäftigen.

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Wussten Sie schon, dass eine Jungkönigin während ihrer Hochzeitsflüge von bis zu zwölf Drohnen pro Flug begatten lässt, die alle mit dem Geschlechtsakt auch ihr Geschlechtsteil einbüßen und dann sterben? Diese Drohnen entstehen aus den unbesamten Eiern der Bienenkönigin. Sie haben also keinen Vater sondern nur einen Opa. Wenn Ihr Gartenhaus in der Nähe eines Drohnensammelplatzes befindet, wo sich Drohnen aus der ganzen Gegend zusammenfinden um auf Jungköniginnen zu warten, dann werden Sie das laute Summen hören. Das Fluggeräusch von Drohnen ist viel lauter, als das von normalen Bienen.

Die Königin fliegt übrigens in ihrem ganzen Leben nur in diesen wenigen Tagen ihrer Hochzeitsflüge aus. Den Samen der Drohnen sammelt sie in einer Samenblase aus der sie beim Eierlegen dann für Arbeitsbienen jeweils nur ganz wenig Sperma hinzugibt. Auf diese Weise kann ihr Samenvorrat bis zu fünf Jahre, manchmal sogar auch noch länger reichen.

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Welche praktischen Dinge müssen Sie am Gartenhaus vorbereiten, wenn Sie mit Bienen anfangen möchten

Generell müssen Gartenhäuser eine gewisse Größe erreichen, wenn sie als Zentrale für eine kleine Imkerei geeignet sein sollen, weil sie sowohl eine kleine Werkstatt als auch etwas Lagerplatz bereitstellen sollten. Im Allgemeinen stellt man heute die Bienenkästen nach draußen aber auch im Gartenhaus kann man seine Bienenkästen hinstellen, wenn man eine Bohle auf Höhe der Fluglöcher freilässt und gewisse andere bauliche Maßnahmen berücksichtigt.  Dazu mehr im zweiten Teil nächste Woche.

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