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Saatgut – Alte Sorten beliebt, wie nie zuvor

Die Frage, warum bei Saatgut alte Sorten schon sehr beliebt sind und immer beliebter werden, hat mehrere Antworten, denen wir im Folgenden etwas auf den Grund gehen.

Die Winterzeit ist für den Gärtner traditionell eine Zeit, in der die aktuelle Gartenarbeit etwas weniger wird und daher die Zeit für die Planungen für die nächste Gartensaison genutzt wird. Dazu gehört auch immer, dass man sich nach gutem Saatgut umsieht und sein eigenes, so man denn welches geerntet hat, trocknet und einlagert. Und damit haben wir schon einen Punkt genannt, der für alte Sorten spricht: Alte Sorten sind meist samenfest, das heißt: man kann sie selbst weitervermehren.

Wenn Sie selbst schon planen, was Sie wo im Garten hinter ihrem Haus oder Blockbohlenhaus anpflanzen möchten, dann können Sie sich bei der Saatgutsuche auch für alte -, vielleicht sogar lokale Sorten entscheiden und sich aktiv an deren Erhaltung und Verbesserung beteiligen.

Samenfest oder F1-Hybride – Was ist der Unterschied?

Modernes Saatgut, wie Sie es etwa im Supermarkt oder im Baumarkt kaufen, ist in den meisten Fällen sogenanntes F1 Hybrid-Saatgut. Es wird speziell hergestellt, indem zwei reinrassige Elternlinien, denen beiden bestimmte genetische Voraussetzungen für ein gutes Wachstum oder einen guten Ernteerfolg fehlen, gekreuzt werden. Die beiden Elternlinien werden so gewählt, dass sie sich in der ersten Generation, der in der Vererbungslehre sogenannten 1.Filialgeneration (F1-Generation = 1.Tochtergeneration), so ergänzen, dass die bei den Eltern vorliegenden Defizienzen durch den Kreuzungspartner ausgeglichen werden und sogar noch ein sogenannter „Hybrideffekt“ entsteht, der für besonders vitale und starkwüchsige Pflanzen in dieser ersten Generation sorgt.

Der Nachteil zeigt sich erst, wenn der Gärtner versucht aus seinen Pflanzen selbst Saatgut zu gewinnen: In der von ihm dann erzeugten 2. Tochtergeneration (F2) spalten sich die Merkmale nämlich wieder auf, während die Nachkommen der ursprünglichen Kreuzung, also die Pflanzen, die er ausgesät hatte, genetisch einheitlich waren. In der F2 Generation wird die Mehrzahl der Nachkommen wieder die Defizienzen der Elterngenerationen aufweisen. Es braucht mehrere Generationen und erfahrene Züchter und Gärtner, um aus solchem Hybridsaatgut wieder brauchbares Gemüse nachzuzüchten, wenn es überhaupt gelingt.

Andere Methoden nutzen Zellen, die aus einer Protoplastenfusion, einer künstlichen gentechnischen Zellfusion, die aber nicht kennzeichnungspflichtig ist, hervorgegangen sind. Solche Züchtungen sind oft steril, können also gar keine Samen mehr bilden.

Altes Saatgut ist samenfest

Die alte Methode, gutes Gemüse zu züchten war einfach, immer die besten Exemplare aus dem Anbau für die Saatgutgewinnung auszuwählen. Erfahrene Züchter haben natürlich auch immer gezielte Einkreuzungen vorgenommen, aber diese hatten nie das Ziel eine eigene Saatguterzeugung zu verhindern, sondern ganz im Gegenteil das Ziel die bestehenden samenfesten Linien noch weiter zu verbessern.

Auf diese Weise sind teilweise sehr spezifische lokale Sorten entstanden, die optimal auf ihre lokalen Boden- und Klimabedingungen angepasst waren, wie sie dann auch oft in die Namen einflossen.

Der „Kölner Palm“ ist beispielsweise ein Feldsalat aus der Gegend um Köln, der „Erfurter Zwerg“ war einmal eine Blumenkohlsorte, die in Erfurt angebaut wurde, bevor sie durch die modernen, sterilen Züchtungen, die sich aber teilweise auch noch so nennen, fast ganz verschwunden war.

Der „Pilsener Steinkopf“ ist eine alte Kopfsalatsorte aus der Gegend um Pilsen.

Der „Helgoländer Wildkohl“ ist eine robuste Kohlsorte, bei der keine Köpfe, sondern nur die Blätter als Gemüse geerntet werden. Die Blätter sind blaugrün und tatsächlich haben grüne Blätter sogar mehr Nährstoffe als die weißen aus dem Weißkohl. Insbesondere Proteine und Kalzium sind wichtige Nährstoffe, die in grünen Blättern reich vorhanden sind. Die Pflanzen werden im ersten Jahr ziemlich groß, bis ein Meter hoch und sind mit ihren blaugrün bereiften Blättern oft sehr ansehnliche Exemplare, die sich auch im Ziergarten gut machen. Sie können auch im Winter als Wintergemüse beerntet werden. Im zweiten Jahr bilden sie Blütenstände, die auch essbar sind und die Ernte der Blätter ergänzen. Dann werden sie sogar bis über 2m hoch. Er lässt sich leicht selbst weiter vermehren und natürlich können Sie in Ihrem Garten mit den Jahren Ihre eigene Varietät herauszüchten, die auf den spezifischen Boden und das Klima in ihrem Garten besonders gut angepasst ist.

Warum waren bei Saatgut alte Sorten stark vom Aussterben bedroht?

Die „grüne Zebra“, die „blaue Himmelsleiter“, der „Ostergruß Rosa“ oder der „Holsteiner Platter“. Durch diese oft bildlichen, phantasievollen Namen klingen die alten Zeiten zu uns hindurch, in denen Gemüse lokal nach Bedarf gezüchtet wurde und sich die Freude über erfolgreiche Arten auch in deren Namen niederschlugen.

Durch die modernen, teils sterilen Züchtungen und die Marktbeherrschung der Saatgutkonzerne sind viele alte Sorten schon verschwunden. Man schätzt, dass in den letzten hundert Jahren etwa ¾ der damals noch üblichen alten Sorten unwiederbringlich verschwunden sind. Andere haben sich oft bei privaten Züchtern und Anbietern samenfester, alter Saatgutsorten, wie man sie im Internet finden kann, gehalten und erfahren gerade vermehrt Aufmerksamkeit bei sogenannten „Erhaltungszüchtern“, die sich zur Aufgabe gemacht haben, solche Sorten zu erhalten

Alte Kultursorten werden als erhaltungswürdige Kulturgüter betrachtet und wenn Sie das Glück haben, von einem privaten Züchter Saatgut einer seltenen alten Sorte zu erhalten, dann können Sie sich im eigenen Garten als Erhaltungszüchter betätigen, wenn Sie eigenes Saatgut gewinnen. Das heißt, Sie beteiligen sich an der Erhaltung einer wertvollen, alten Kultursorte, haben nebenbei noch den Vorzug einer besonderen Sorte im Garten, deren spezifischen, meist aromatischen und charakteristischen Geschmack Sie genießen können.

Altes Saatgut ist oft nicht zugelassen

Natürlich haben diese privaten Erhaltungszüchter, die primär keine kommerziellen Interessen haben, auch oft nicht das Geld, für alle ihrer oft tausenden von Arten eine EU-Zulassung als Gemüse zu beantragen. Und so kann es durchaus sein, dass, wenn Sie Saatgut für eine wirklich seltene alte Sorte bekommen können, Sie dann Warnhinweise lesen wie: „Diese Sorte ist nicht für den Verzehr geeignet und wird nur als Sammelobjekt oder als Zierpflanze weitergegeben“. Das braucht Sie aber nicht zu beunruhigen: Gemüse ist essbar, das gilt auch und gerade auch für alte Sorten Die moderne Gesetzgebung erzwingt aber solche Deklarationen, damit die Züchter durch die Veräußerung keine Schwierigkeiten bekommen.

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