Regenwasser sammeln

Regenwasser ist neben der Sonne und dem Kohlendioxid der Luft einer der drei essentiellen natürlichen Faktoren, die Pflanzen in der Natur wachsen lassen. Wenngleich professionelle Gartenbau- und landwirtschaftliche Betriebe notfalls auch auf Wasser aus Seen, Flüssen, Regenrückhaltebecken oder notfalls sogar aus der Leitung zurückgreifen, so ist es doch jedem Gärtner am liebsten, wenn es einfach regelmäßig regnet. Auf diese Weise hat er weniger zu tun und die Pflanzen lieben den Regen und wachsen sehr gut, unter anderem auch, weil die Blätter abgespült werden und weil die Pflanzen das Regenwasser auch direkt durch die Blätter aufnehmen.

Leider zeigt die Erfahrung gerade in den letzten Jahren, dass der natürliche Regen für unsere empfindlichen Kulturen nicht immer ausreicht, so dass wir doch regelmäßig bewässern müssen. Besonders gilt das natürlich für Gewächshauskulturen, für halb regengeschützt stehende Kulturen, wie etwa Tomaten oder für Pflanzen in Kübeln, in denen die Pflanzen keine tiefen, das Grundwasser erreichenden Wurzeln ausbilden können.

Regenwasser sammeln ist deswegen ein gutes Thema, weil die Verwendung von Regenwasser gewisse Vorteile hat und wir diese wichtige natürliche Ressource umsonst bekommen. Wir müssen nur lernen, sie sinnvoll zu speichern.

Was sind die Vorteile von Regenwasser?

* Regenwasser ist weicher als Leitungswasser

* Regenwasser ist meist wärmer und wirkt daher natürlicher und wachstumsfördernd auf die Wurzeln

* Regenwasser kostet nichts und verursacht auch keine Abwassergebühren

* Regenwasser zu Zeiten starker Niederschläge zu sammeln und zu trockenen Zeiten wieder abzugeben, hat einen ausgleichenden Effekt auf den Wasserhaushalt des Bodens.

* Regenwasser kann im Garten, aber auch im Haus, etwa zum Putzen, Waschen oder für die Toilettenspülung verwendet werden.

* Die Verwendung von Regenwasser hilft, die Trinkwasservorräte zu schonen und zu bewahren.

Wir werden uns im Folgenden allerdings hauptsächlich auf Regenwasser im Garten beschränken, auch wenn es Lösungen gibt, die für alle Verwendungszwecke ausgelegt sind.

Wie kann man Regenwasser am besten auffangen und speichern?

Wenn Sie während des Regens einfach eine Wanne oder ein paar Eimer nach draußen stellen, dann sammeln Sie bereits Regenwasser. Aber natürlich gibt es auch effektivere Methoden. Eine davon ist, Regenrinnen an Bauwerken zu nutzen. Häuser, Gartenhäuser, Garagen haben oft Regenrinnen, um sie während starker Regenfälle vor dem vom Boden zurück spritzenden Dachwasser zu schützen. Fallrohre leiten das Wasser dann in Regentonnen, die natürlich während starker Regenfälle schnell überlaufen und während längerer Trockenphasen schnell leer sind. Tatsächlich geht es ab einer gewissen Gartengröße ausschließlich um die Speicherkapazität für das Regenwasser. Je höher die wird, sprich je mehr Auffanggefäße Sie haben oder je größer diese werden, desto mehr Wasser können Sie speichern und desto längere Trockenperioden können Sie mit Ihrem gespeicherten Regenwasser überstehen.

In Indien mit seinen drei Monaten Monsun mit überreichlichlichen Niederschlagsmengen, gefolgt oft von monatelangen Trockenheitsperioden, fängt man das kostbare Wasser gerne in Rückhaltebecken auf, die da angelegt werden, wo das Oberflächenwasser hin abläuft. Auch riesige tiefe Zisternen werden dort gerne verwendet. Diese Becken oder Zisternen versorgen oft ganze Ortschaften, sie sind für unsere Gärten meist zu groß, aber auch wir haben, ausgehend von der üblichen Regentonne, noch einen schönen Spielraum für Verbesserungen.

Wie können Sie die Speicherkapazität Ihrer Regenwasserbehälter vergrößern?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

* Verwenden Sie statt nur einer Regenwassertonne einfach zwei oder noch mehr

* Stellen Sie sicher, dass Sie auch wirklich an jedem Fallrohr Wasser auffangen

* Verwenden Sie Behälter mit mehr Volumen also etwa statt einer Regentonne mit 200ltr, eine mit 500ltr oder gleich große Tanks, die bis zu 2000ltr speichern.

* Bauen Sie eine unterirdische Zisterne, in der Sie dann leicht zwischen 10 und 50 Kubikmeter Wasser (ein Kubikmeter sind 1000ltr) speichern können.

* Wenn Sie viel Platz haben, legen Sie einen tiefen See oder ein Naturschwimmbecken an, die mit Lehm oder Teichfolie abgedichtet, große Mengen Wasser speichern können.

Mehrere Regentonnen mit Überlauf oder verbunden

Wenn sie gerne Regentonnen verwenden, die Sie irgendwo günstig bekommen können, und handwerklich etwas begabt sind, dann können Sie pro Fallrohr einfach statt einer dieser Tonnen zwei oder drei hinstellen. Stellen Sie sie dicht nebeneinander und verbinden Sie sie irgendwo unten oder oben mit Wasserrohren. Schon haben Sie Ihre Regenwasserspeicherkapazität verdoppelt oder verdreifacht.

Eine Zisterne bauen

Eine Zisterne fasst je nach Größe zwischen acht und etwa 50 Kubikmeter Wasser. Ihr Bau ist natürlich mit etwas mehr Arbeit verbunden, aber Sie fasst genug Wasser, um es nicht nur für den Garten, sondern auch als Brauchwasser im Haus zu verwenden. In den meisten Fällen wird man sie unterirdisch oder halb unterirdisch, etwa unter einer erhöhten Terrasse anlegen. Eine zum Garten hin leicht erhöhte Lage ermöglich es unter Umständen, direkt aus der Zisterne Wasser für den Garten abzuzapfen. Allerdings wird man oft auch eine Pumpe anschließen, die das Wasser bei Bedarf hinauspumpt, am besten in einen erhöht gelegenen Zwischenspeicher im Obergeschoss oder auf dem Speicher, von wo es dann ohne Pumpentätigkeit abfließt, wenn man etwa den Garten gießt oder die Toilettenspülung betätigt. Zur Regulierung dieser Pumpen gibt es Schwimmerschalter, die die Pumpe einschalten, wenn der hoch gelegene Zwischentank leer wird und wieder ausschaltet, wenn er wieder voll ist.

Sparsame Wasserverwendung im Garten – Mehr Regenwasser sammeln oder mulchen?

Wie in Indien, wo man jetzt vermehrt wieder aufforstet, so hat man auch im Gartenbau endlich erkannt, dass offen daliegende Erde ein Vielfaches an Wasser verdunstet im Vergleich zu einem Boden, der gemulcht und größtenteils durch Bewuchs beschattet ist. Ein humusreicher Boden, der gut mit Mulch bedeckt ist, wirkt wie ein Schwamm, der viel Wasser lange speichern kann und so ein Boden lässt auf die Dauer auch den Grundwasserspiegel wieder ansteigen, so dass das Gießen nur noch viel seltener nötig ist. Den Durchsatz des Wassers durch die verschiedenen Schichten unserer Gärten und Böden soweit wie möglich zu verzögern und zu entschleunigen, ist die effektivste Methode, Regenwasser zu sammeln.

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