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Pflanzen für sauren Boden

Pflanzen für sauren Boden sind nicht schwer zu finden. Tatsächlich ist die Mehrzahl der Pflanzen, die wir im Garten haben, für sauren Boden geeignet, weil ein leicht saurer Boden in der Natur normal ist. Wälder oder Bereiche mit viel Bewuchs haben auch immer viel verrottendes oder verrottetes organisches Material im Boden und dieses ist immer leicht sauer. Tatsächlich wirkt viel Humus im Boden sogar als Puffer, der in der Lage ist, die Folgen von saurem Regen für den Boden abzupuffern.

Die Frage ist eher: WIE sauer ist der Boden? Gibt es auch Böden, die zu sauer sind? Und natürlich wollen wir auch die Frage untersuchen, welche Pflanzen besonders gut auf saurem Boden wachsen.

Was ist saurer Boden überhaupt?

Der sogenannte pH-Wert beschreibt die Konzentration von positiv geladenen Wasserstoffionen in einer Flüssigkeit. Beim Boden-pH wird also die Bodenflüssigkeit gemessen. Die Skala geht von pH 0 bis 15 und ein pH-Wert von 7 ist neutral. Starke Säuren wie Magensäure oder Batteriesäure, haben pH-Werte von unter 1 bis 2, Essig hat 2.5, Kaffee einen pH von 5. Reines Wasser ist neutral und hat daher einen pH von 7. Basen – oder alkalisch - sind etwa Seifen mit pHs von 9-10, bis hin zu Natronlauge im Bereich zwischen pH 13 bis 14.

Ein humusreicher Boden, etwa ein Waldboden, ist meist leicht sauer im Bereich von pH 5.5 bis 6.5. Auf kalkreichen Böden können auch basische pH-Werte in der Natur auftreten. Bestimmte Pflanzen, wie etwa Nadelbäume, Walnüsse oder Eichen haben sehr saures Laub, welches als Wuchshemmer für Kräuter wirkt. Dieses Laub oder der Boden unter diesen Bäumen ist besonders sauer und eignet sich dann auch zum Ansäuern von Boden, falls Ihr Gartenhaus auf kalkreichem Grund steht, Sie aber Rhododendren oder andere säureliebende Pflanzen kultivieren möchten.

Wieso ist der pH-Wert für die Pflanzen relevant?

Abgesehen von den Extremwerten, bei denen starke Säuren oder starke Basen natürlich die Wurzeln verätzen würden, spielt der Boden-pH in den mittleren Bereichen zwischen pH 4 und pH 9 eine Rolle bei der Löslichkeit von bestimmten Salzen im Boden. Pflanzen nehmen die für Ihr Wachstum wichtigen Mineralsalze mit dem Wasser über die Wurzeln auf, wenn diese im Bodenwasser gelöst sind. Dabei gilt für die wichtigsten Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium und Magnesium, dass diese im Bereich zwischen pH 6 und pH 8 besonders gut in Wasser löslich und damit für die Pflanzen verfügbar sind.

In saureren Bereichen etwa zwischen pH 4 bis 5.5 lösen sich diese Nährstoffe nicht so gut, aber Metalle, wie Eisen, Kupfer, Zink, Mangan oder Bor lösen sich besonders gut. Diese Metalle spielen oft auch eine Rolle bei der Bildung von Pigmenten. Wenn etwa Ihre Hortensienblüten ein sattes, dunkles Blau aufweisen, dann haben Sie alles richtig gemacht, denn der pH-Wert des Bodens wird dort vermutlich zwischen 4 und 5 liegen, also ein Bereich, wo andere Pflanzen schon nicht mehr gut wachsen würden, aber das für die Blaufärbung verantwortliche Salz des Aluminiums, das Alaun, löst sich halt erst dann in ausreichenden Mengen, wenn der Boden sauer genug ist. Auch wenn Sie Stiefmütterchen mit violetten Blüten haben, können Sie aus ähnlichen Gründen davon ausgehen, dass der Säurewert des Bodens dort bei pH 5 oder darunter liegt.

Welche Pflanzen lieben saure Böden?

Abgesehen von den oben beschriebenen Mechanismen, die für alle Pflanzen dieselben sind, gibt es doch Arten, die sich in der Natur besonders auf alkalischen oder sauren Böden verbreitet haben. Deren Zuchtformen fühlen sich meist immer noch auf dementsprechenden Böden am wohlsten.

Das meist genannte Beispiel für eine Pflanze, die sogar mit Böden im Bereich zwischen pH 4 und 5 zurechtkommt, ist der Rhododendron. Die violett blühenden Stiefmütterchen hatten wir auch schon genannt.

Zu nennen sind auch:

* Hortensien

* Magnolien

* Moorbirken

* Pappeln

* Douglasien

* Quitten

* Hartriegelgewächse

* Scheinzypressen

* Cotoneaster

* Stechpalmen (Ilex)

* Azaleen

* Ginster

* Vogelbeeren

* Goldahorn

* Pfingstrosen

* Beerentraube

* Kamelien

* Elsbeeren

* Pfingstrosen

* Bitterwurzel

* Bergenien

* Heidelbeeren

* Preiselbeeren

* Kiwis

* Arnika

* Heidenelken

* Scheinbeeren

* Enzian

* Sumpfdotterblumen

* Frauenschuh

* Primeln

* Lupinen

* Lilien und Schwertlilien

* Küchenschelle

* Farne

Wenn Sie - vielleicht für Insekten, Bienen oder Vögel – einen Teil Ihres Gartens wild wachsen lassen, dann haben Sie den Vorteil, dass Sie durch die dort wildwachsenden Pflanzen auch etwas über Ihren Boden erfahren können. Finden Sie dort etwa Moose, Adlerfarn, Kamille, schmalblättriges Weidenröschen oder den sauer schmeckenden Sauerklee, die als Zeigerpflanzen für sauren Boden gelten, dann haben Sie damit klare Hinweise, dass Ihr Boden eher sauer ist.

Viele ehemalige Waldbewohner kommen mit sauren Böden sehr gut zurecht

Während die oben aufgeführten Arten Spezialisten sind, die eher besser auf sauren Böden wachsen, muss man doch alle Pflanzen, deren Ursprünge in den Wäldern liegen, auch als geeignete Pflanzen für sauren Boden ansehen. Das gilt zum Beispiel für die meisten Beeren, wie Blaubeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren.

Auch die meisten Gemüse- und Obstarten kommen im leicht sauren bis neutralen Bereich zwischen pH 5.5 bis 7.0 sehr gut klar.

Sollten Sie am Säuregehalt Ihres Bodens etwas ändern?

Generell könnten Sie Ihren Boden durch Zugabe von Kalk oder auch Holzasche basischer und durch Zugabe von Nadelbaumnadeln oder Nadelhumus, Eichen- oder Walnusslaub saurer machen. In den meisten Fällen würden wir lediglich dazu raten, den Boden über Kompostzugabe und Flächenkompostierung (Mulchen) mit Humus anzureichern. Dieser wird Ihren Boden im gewünschten, ganz leicht sauren Bereich halten und gegen Beeinflussungen des pH-Wertes in jede Richtung abpuffern.

Wenn Sie doch etwas machen möchten, dann messen Sie besser vorher, wie der pH genau ist und berechnen dann im Falle von Kalk genau die Menge, die Sie auf eine bestimmte Fläche ausbringen möchten. Beachten Sie den Gehalt Ihres Kalkungsmittels an reinem Kalziumkarbonat und bringen Sie nie mehr als 200g reines Kalziumkarbonat pro Quadratmeter pro Jahr aus.

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