Pflanzen für sandigen Boden

Sollten Sie sandigen Boden im Garten haben, freuen Sie sich vielleicht, dass der Boden schnell abtrocknet und Ihr Gartenhaus von unten schön trocken bleibt. Wenn man hört und liest, wie viele Gärtner über ihren sandigen Boden klagen, dann können wir nur raten: Lassen Sie sich nichts einreden und seien Sie sicher, dass Sandböden zu den fruchtbarsten und artenreichsten Böden der Welt zählen. Denken Sie nur einmal an die großen Flüsse, deren Flussbetten meist in reinem Sand liegen und sehen Sie sich die Fruchtbarkeit an deren Ufern und den Gebieten darum herum an. Im sandigen Rheintal beispielsweise haben schon die Römer gerne Ackerbau betrieben, dort große Städte gegründet und die Menschen leicht ernährt.

Der Titel “Pflanzen für sandigen Boden” ist daher eigentlich auch etwas missverständlich, denn es gibt tatsächlich kaum Pflanzen, die auf sandigem, humosen und gut wasserversorgtem Boden nicht gut wachsen. Wir werden im Folgenden dennoch einige Pflanzen nennen, die auf sandigem Boden besonders gut gedeihen und einige Bearbeitungsmethoden nennen, die für sandige Böden besonders nützlich sind.

Sandböden haben eine ganze Reihe von Vorteilen

Die leichte Bearbeitung fällt Ihnen als Gärtner sofort auf: Unerwünschte Beikräuter lassen sich besonders leicht mit Wurzeln entfernen, Bodenbearbeitung geht leicht von der Hand und dasselbe gilt natürlich für alle anderen Organismen, die im Garten nützliche Arbeit verrichten auch: Die Regenwürmer graben ihre Gänge so leicht in den Boden, wie die Wurzeln der Pflanzen ihn durchdringen. Im Frühjahr ist er schneller abgetrocknet und bearbeitbar und erwärmt sich dann auch schneller in den ersten Sonnenphasen, als Lehmboden das könnte.

Sandboden, der genug Humus hat, kann ganz schwarz werden und ist dann auch sehr fruchtbar und natürlich ist der Humus hier auch besonders wichtig, denn er saugt sich mit Wasser voll und bewirkt die gute Wasserspeicherfähigkeit eines humosen Sandbodens.

Ist Bodenaustausch eine Möglichkeit?

Eine gute Wasserversorgung aus der Tiefe, wie in der Umgebung von Flüssen oder über unterirdischen Wasserläufen wäre für einen Sandboden schon günstig, damit er tatsächlich alle Gewächse gut ernährt. Wenn bei Ihnen der Sandboden tatsächlich metertief hinunter reicht und das Wasser im tiefen Sand verschwindet, dann könnten Sie mit einer größeren Aktion die Situation grundlegend verbessern, bevor Sie dort einen Garten anlegen.

Tragen Sie über die gesamte geplante Gartenfläche den Sand etwa einen Meter tief ab und lassen Sie sich ein paar Container Lehm bringen. Legen Sie auf dem Grund der Kuhle eine durchgehende etwa 5 bis 10cm starke, wasserdichte Lehmschicht an. Eine lokale Stauung des Wassers in dieser Tiefe wird für die meisten Pflanzen und für die Anreicherung des Sandbodens mit Humus vorteilhaft sein. Dann füllen Sie mit dem Sandbodenaushub die Grube wieder auf.
Diese größere Aktion befreit Sie in der Zukunft vom Ausstreuen von Bentonit-Lehmkugeln oder sonstigen Zusätzen, denn ein aus der Tiefe gut mit Wasser versorgter Sandboden wird eine eigene, sehr gute Fruchtbarkeit entwickeln, wenn er genug gemulcht wird.

Wie kommen Sie zu einem humosen Sandboden?

Mulchen ist gerade auf Sandboden doppelt und dreifach wirksam. Sowohl die Verdunstungssperre, die Zufuhr von wasserspeicherndem Oberflächenkompost, die zuverlässige Ernährung des Bodenlebens und der Regenwürmer, die sich in solchem Sand sehr wohl fühlen, der verzögerte Düngeeffekt durch eine natürliche Kompost-/Humus-Düngung, die auch längere Regenperioden übersteht, ohne ausgewaschen zu werden, führt früher oder später zu der erwünschten dunkelbraunen bis schwarzen Farbe ihres Sandbodens, die eine optimale Fruchtbarkeit signalisiert.

Wenn in der fruchtbaren Natur (die Wüsten ausgenommen) nirgends offen daliegender Boden gefunden werden kann, dann muss das für Ihren Sandboden eine Regel sein: Der Boden sollte immer mit einer Mulchschicht bedeckt sein, außer, Sie erwarten das Aufgehen von feinen kleinen Sämchen, wie etwa Karotten, die natürlich auch in Sandboden besonders gut und lang nach unten wachsen können. Dickere Samen, wie etwa Bohnen, Mais, Kürbisse oder Sonnenblumen, die auch alle hervorragend für Sandböden geeignet sind, stoßen auch leicht durch eine lockere Mulchschicht von etwa 5cm Dicke hindurch. Kaufen Sie notfalls Heu oder Stroh zum Mulchen dazu, wenn Sie nicht genug eigenen Wildwuchs oder Rasenschnitt im Garten zusammen bekommen, um Ihren Sandboden im Nutzgarten immer gemulcht oder bewachsen zu halten.

Gründüngung

Natürlich ist auf Sandböden auch Gründüngung ein probates Mittel, den Humusanteil, auch durch die Durchwurzelung des Bodens, zu verbessern.

Die Lupine, beispielsweise liebt sandige Böden und sieht nebenbei noch gut aus. Als Leguminose reichert Sie den Boden mit nicht auswaschbarem Stickstoff in den Knöllchen der Wurzeln an.

Weiter eignen sich gut als Gründüngung: Phazelia, Weißklee, Senf, Winterwicke und Buchweizen.

Wildwachsende und Kulturpflanzen auf sandigen Böden

Storchschnabel, Hungerblümchen, Kugeldisteln, Nelkenköpfchen, Kornblumen, Labkräuter, Sandglöckchen, Schwertlilien, Islandmohn, Strohblumen, Natternköpfe, Karthäusernelke,  Steppenkerze, Sand-, Maiglöckchen, Rasselblumen und Mauerpfeffer wachsen dort.

Die Gräser sind auch gut vertreten etwa mit dem Zittergras, dem Rotschwingel, dem Blaustrahlhafer, dem Blauschwingel, dem Glatthafer, dem Schafschwingel und dem Silbergras.

In der verholzten Abteilung kommen etwa Kiefern, Ginster, Birken, Heide, Tanne, Wacholder, Zwergflieder, Hartriegel, Blasenbaum, Robinien, Weidenbirne, Fichten, Feuer-Ahorn, Ölweide, Zypressen-Wolfsmilch,  Schmetterlingsstrauch und Eiben vor.

Kräuter und Gemüse

Neben den wildwachsenden Pflanzen für sandigen Boden gedeihen auch viele Gemüse- und Kräuterarten gut. Lavendel, Katzenminze, Thymian, Salbei und Oregano lieben sandige, humose Böden geradezu.

Unter den Gemüsen eignen sich eigentlich alle Gemüsesorten aber besonders gute Erfahrungen gibt es mit: Feldsalat, Asiasalat, Pflücksalat, Mangold, Wildkohl, Bohnen und Erbsen, Tomaten, Kohlrabi, Zucchini, Rote Beete, Rettich, Winterheckenzwiebeln, Spitzkohl, Mais, Gurken, Rhabarber, Zwiebeln, Sauerampfer, Kürbissen, Kartoffeln und Möhren.

Obst

Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Sanddorn, Himbeeren und Heidelbeeren gedeihen sehr gut auf sandigen Böden. Allerdings ist bei veredelten Obstbäumen auch auf die Unterlage zu achten. Vor Neukäufen erkundigen Sie sich besser, ob die Unterlage für sandige Böden geeignet ist.  Für Pflaumen wäre zum Beispiel die Kirschpflaume die richtige Unterlage oder verwenden Sie gleich wurzelechte Pflaumen.

Gartengebäude aus Holz geeignet für sandige, aber auch alle anderen Böden, finden Sie bei Pineca.

Hinterlasse eine Antwort