Mehrjähriges Gemüse

Der Gartenliebhaber freut sich immer wieder auf jede neue Gartensaison. Es ist immer viel Arbeit um das Gartenhaus herum, aber die Arbeit macht Spaß und der enge Kontakt zur Natur tut gut. Der Obst- und Gemüsegärtner weiß ganz genau, wofür er arbeitet: Kaum etwas ist leckerer als Erzeugnisse aus dem eigenen Garten und bei biologischem Anbau weiß man auch, dass man rundum gesunde Lebensmittel erzeugt und dafür nimmt man dann die Arbeit auch gerne in Kauf.

Eine Welt, in der man einfach nur ernten könnte, ohne dafür vorher gearbeitet zu haben, erscheint paradiesisch, wie ein Garten Eden und ist zur Zeit bestenfalls eine Vision, der man hier und da, etwa mit Permakultur oder „essbaren Städten“, wo in Parks und Grünanlagen Obst und Gemüse zur freien Verfügbarkeit für die Bewohner statt Ziergewächse gepflanzt werden, auch schon näherzukommen versucht.

Im eigenen Garten sind viele Obstarten mehrjährig und geben auch eine Ernte, wenn man sich mal nicht besonders um sie gekümmert hat. Geht so etwas auch mit Gemüsen? Wir stellen im folgenden Artikel einige Möglichkeiten vor.

Mehrjährige Arten oder mehrjährige Kulturen?

Unter dem Stichwort „Mehrjährige Gemüse“ kann man ja auch Wildgemüse, wie etwa Bärlauch, Giersch, Brennnesseln, Gänseblümchen, Löwenzahn, weißen Gänsefuß, Sauerampfer, Vogelmiere, Gundermann, Knoblauchsrauke, Hirschhornwegerich, Wald Geißbart und viele andere essbare Wildpflanzen zusammenfassen, die zwar als individuelle Pflanzen nicht unbedingt mehrjährig sind, aber sie kommen ja an geeigneten Standorten trotzdem meist viele Jahre lang jedes Jahr neu. Natürlich können Sie solche meist sehr aromatischen Wildkräuter, wenn Sie diese einmal in Ihre Kochkünste integriert haben, auch im Garten anpflanzen und dann einfach nur ernten.

Ein solches Verhalten kommt auch bei bekannten Nutzpflanzen vor, wie etwa bei Pflücksalat. Wenn Sie vom Pflücksalat immer nur einzelne Blätter ernten und die Pflanzen dann, sobald sie schießen und in Blüte gehen, in Ruhe lassen, dann säen sie sich selbst neu aus, überwintern meist ohne Probleme und im kommenden Jahr sorgen Sie nur dafür, dass die Pflänzchen genug Platz bekommen und können dann oft schon im späten April wieder mit dem Pflücken beginnen.

Ähnlich verhält sich auch die Kerbelrübe (Chaerophyllum bulbosum), eine neuentdeckte Delikatesse, die im Herbst, etwa im Oktober ausgesät wird und deren Wurzel dann bis März geerntet werden kann. Auch sie vermehrt sich an geeigneten Standorten durch Selbstaussaat.

Welche Arten können Sie noch als mehrjähriges Gemüse kultivieren?

1. Mehrjähriger Kohl (Brassica oleracea var.ramosa)

Der mehrjährige Kohl wird auch ewiger Kohl, Strauchkohl oder Baumkohl genannt. Es handelt sich um eine Variante des normalen Gemüsekohls, einer Art, der als weitere Varianten beispielsweise Weißkohl, Wirsing, Brokoli, Grünkohl, Kohlrabi, Palmkohl, Blumenkohl und andere sowie viele Wildkohlsorten angehören. Der ewige Kohl wächst buschig und man erntet die grünen Blätter, am besten nie alle auf einmal, damit er schön weiterwächst. Er blüht nur ganz selten und wird über Ableger oder Absenker vermehrt. In harten Wintern friert er oft zurück, kommt aber im nächsten Frühjahr dann brav neu. Man kann ihn auch mit Vlies schützen und Jungpflanzen frostfrei und hell in Töpfen überwintern.

Der Kohl schmeckt mild und lässt sich in Gemüsen, Suppen und Salaten verarbeiten.

2. Die wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia)

Im Gegensatz zum Rucola ist seine wilde Variante, die wilde Rauke, mehrjährig. Vom Geschmack her etwas schärfer, als die einjährige Salatrauke nimmt sie im Garten fast jeden Boden an und wächst auch im Halbschatten, obwohl sie einen sonnigen Standort noch lieber hat. Die Blattrosetten sind etwas größer als die des Rucola, so dass man jeder Pflanze etwa 20cm Platz in jeder Richtung lassen sollte. Man erntet immer nur einzelne Blätter, wobei das Herz nicht beschädigt werden sollte.

3. Der Knollenziest (Stachys affinis)

Der Knollenziest kommt aus Asien und wird erst langsam etwas bekannter in deutschen Gärten. Die Knollen schmecken zubereitet sehr lecker mit einem Geschmack irgendwo zwischen Artischocke, Blumenkohl und Schwarzwurzel. An einem geeigneten sonnigen Standort wächst der Knollenziest von ganz alleine und kann jedes Jahr im Oktober und November beerntet werden, sobald die Blätter welk werden. Wenn Sie Knollen im Boden lassen, dann überwintern diese und treiben im Frühjahr wieder aus. Lagern lassen sich die Knollen nur schlecht. Am Besten holen Sie immer nur so viele aus der Erde, wie Sie direkt verbrauchen möchten.

4. Die Erdmandel ((Cyperus esculentus)

Erdmandeln stammen aus der Familie der Sauergräser und sind in Afrika und Spanien schon länger bekannt gewesen. Die meist etwa 60cm hohe Pflanze bildet unterirdische Wurzelausläufer, an denen die schmack- und nahrhaften Erdmandeln sitzen, deren Geschmack an Mandeln oder Haselnüsse erinnert. Die Erdmandel gedeiht gut an feuchten Standorten und überwintert unterirdisch ohne Probleme und treibt im nächsten Frühling dann wieder aus.

5. Die Artichocke (Cynara cardunculus oder auch Cynara scolymus)

Artischocken gehören zu den wenigen Gemüsen, bei denen der Blütenboden das Hauptprodukt ist. Die Pflanzen bilden im ersten Jahr bloß eine große Blattrosette, die dann überwintert und treibt den Blütenstand im zweiten und in den darauffolgenden Jahren aus. Sie sind wärmeliebend und überwintern ohne Schutz nur in warmen Klimazonen. Eine Überwinterung der Blattrosette im Kübel ist auch möglich, allerdings dürfte die Ernte dann etwas geringer ausfallen als bei Exemplaren, die draußen überwintern konnten. Die Pflanze ist beliebt bei Feinschmeckern und hat auch Heilkräfte.

6. Der Grünspargel (Asparagus officinalis)

Der Grünspargel kann schon im zweiten Jahr geerntet werden. Da er nicht unter der Erde wachsen muss ist er etwas einfacher zu kultivieren als sein bleicher Verwandter. Als Dauerkultur kann der Grünspargel bis zu acht Jahren lang abgeerntet werden, wenn Sie nicht mehr als zwei Stangen im ersten Jahr und nicht mehr als sechs Stangen pro Pflanze in den Folgejahren herausschneiden.

Welche Gemüsesorten sind noch mehrjährig?

Probieren Sie auch:

* Meerrettich

* Topinambur

* Brunnenkresse

* Etagenzwiebeln

* Rhabarber

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