Mehrjährige Kräuter – 30 Beliebte Und Problemlose Arten Von A-Z / Teil I

Einen Kräutergarten anlegen, ein Kräuterbeet, vielleicht eine Kräuterspirale oder -schnecke: Kräuter stehen hoch im Kurs bei Hobbygärtnern. Sie bieten aufregende Geschmackserlebnisse, erweitern den kulinarischen Horizont und sind – besonders frisch aus dem eigenen Garten – auch sehr gesund, vitaminreich und eröffnen dazu noch eine ganze Welt der Kräuterheilkunde.

Tatsächlich hat fast jedes zweite in Deutschland wildwachsende Kraut auch beschriebene kräutermedizinische Wirkungen und dasselbe gilt für viele Kulturpflanzen, die schon seit Urzeiten in alten Kulturen oder auch in jüngerer Vergangenheit etwa in Klostergärten gerade wegen ihrer medizinischen Wirkungen angebaut wurden.

Eine Unterteilung in Gewürzkräuter, Heilkräuter, Duftkräuter, Küchenkräuter und Wildkräuter ist dann auch eher willkürlich und die meisten Kräuter gehören in mehrere dieser Kategorien.

Wir werden im Folgenden in 2 Teilen 15 mehrjährige Kräuter vorstellen, die problemlos zu kultivieren sind und die Ihre Küche und vielleicht auch Ihr Lebensgefühl verändern können, wenn Sie etwa künftig zu Ihrem Buch auf der Terrasse vor dem Gartenhaus auch einen selbst aufgebrühten Kräutertee genießen, dessen heilkräftige Wirkungen Sie nicht nur theoretisch kennen, sondern auch praktisch erfahren können.

Sind Mehrjährige Kräuter Auch Winterhart?

Viele bekannte und oft besonders aromatische Kräuter, wie Thymian, Rosmarin, Salbei und andere stammen aus dem Mittelmeerraum und sind daher zunächst einmal in Deutschland nur in Gegenden mit milden Wintern winterhart. Es gibt allerdings auch immer neue Züchtungen, die immer winterhärter werden.

Entscheiden Sie selber, ob Sie solche Kräuter lieber in einem Blumenkasten oder in einem Kübel anbauen möchten oder ob Sie sich trauen, diese draußen – vielleicht mit einem Vlies als Schutz oder in einem abdeckbaren Hochbeet - zu überwintern.

Wildkräuter Oder Kultivierte Arten

Andere Kräuter sind einheimische Arten, die bei uns auch in der freien Natur vorkommen. Wenn Sie solche Wildkräuter bei sich finden, wie etwa vielleicht den Gundermann, das Hirtentäschelkraut, den Wiesenkerbel oder die Vogelmiere, dann können Sie diese Pflanzen einfach rundum etwas von hereindrängenden Konkurrenten befreien und dort lassen, wo sie sich selber ausgesät haben.

Unsere Auswahl von 15 mehrjährigen Kräutern enthält auch Wildkräuter, aber für eine auch nur annähernd vollständige Auflistung empfehlen wir ein gutes Buch. Das Thema ist sehr interessant und Sie werden in Ihrem Garten wahre bislang ungenutzte Schätze entdecken. Auch viele Kulturpflanzen, die eher als Gemüse bekannt sind, wie etwa Knoblauch, Kohlarten, Rote Beete oder Petersilie haben wir nicht mit aufgenommen. Auch bei Gemüsen finden sich Heil- und natürlich Gewürzwirkungen.

Mehrjährige Kräuter Von A-Z

1. Andorn

Der Gewöhnliche Andorn (Marrubium vulgare) ist auch als Marienhilfe, Weißer Dorant, Berghopfen oder Gotteshilfe bekannt. Ein medizinisch wirksamer Bitterstoff mit den Haupteinsatzgebieten Bronchitis und Verdauungsproblemen hat seinen Namen bekommen: Marrubiin. 2018 wurde er zur “Heilpflanze des Jahres” erklärt. Blätter und oberer Spross werden verwendet.

Er liebt trockene Standorte, die gerne auch mager sein dürfen. In wärmeren Gegenden Mitteleuropas hat sich das aus dem Mittelmeerraum stammende Kraut auch wild verbreitet. Ein Winterschutz etwa mit Vlies, Mulch oder Reisig ist in mittleren bis kalten Klimazonen sicher nicht verkehrt.

2. Baldrian
Der Echte Baldrian (Valeriana offizinalis) ist eine durchaus auch dekoratives Pflanze mit stark süßlich duftenden Blütenrispen. Sie wird bis zu 1,50 Meter hoch. Medizinische Verwendung findet ihre Wurzel, deren Inhaltsstoffe die berühmte beruhigende, angstlösende und schlaffördernde Wirkung aufweisen.

Im Garten liebt der Baldrian feuchte, sonnige oder halbschattige Standorte, ist aber recht anspruchslos und auf jedem Boden leicht zu kultivieren.

3. Bärlauch

Als einheimische Wildpflanze ist der Bärlauch (Allium ursinum) natürlich winterhart. Als typische Waldpflanze liebt es es aber auch, unter einer schönen, dicken Laubschicht zu überwintern. Während der Erntezeit im März bis Juni findet man ihn in regelrechten Wiesen mit weißen Blüten und er gibt dem Essen dann einen knoblauchartigen Geschmack, dem aber die geruchsintensive Nachwirkung des echten Knoblauchs fehlt.

Kräutermedizinisch wird er gegen Arteriosklerose, Bluthochdruck und bei Verdauungsproblemen eingesetzt.

Wenn Sie Bärlauch im Garten anbauen möchten, dann geben Sie ihm einen schattigen bis halbschattigen Standort. Ein eher feuchter, kalkhaltiger, humoser Boden ist ideal. Mulchen mit Laub ist erwünscht. Wenn Sie versuchen, ihn auszusähen, kann das eher schwierig werden. Am einfachsten ist es eine oder zwei Zwiebeln, die man etwa im Onlinehandel finden kann, einzupflanzen. Wenn der Standort stimmt, entwickelt sich daraus sehr schnell eine ergiebige Fläche.

Vorsicht, dass Sie den Bärlauch nicht mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechseln! Ernten Sie sorgfältig und überprüfen Sie die Blätter am Geruch!

4. Beifuß

Vielerorts wächst der Beifuß (Artemisia vulgaris) auf nährstoffreichen Böden auch wild, so dass klar wird, dass er ein anspruchsloses, natürlich winterhartes und leicht kultivierbares Heil- und Gewürzkraut ist, welches auch gerne in getrockneter Form zum Räuchern verwendet wird. Er wird bei Kopfschmerzen, Übelkeit und - ähnlich wie Baldrian - bei innerer Unruhe eingesetzt.

Er enthält eine Menge von Wirkstoffen, unter anderem Kampfer. Als Heil- und Gewürzkraut werden die Triebspitzen geerntet, bevor die ersten Blütenknospen aufgehen. Im Spätherbst wird auch die Wurzel geerntet. Man sollte auch erwähnen, dass Bestandteile in größeren Mengen giftig  sein können. Als Küchenkraut sollen die Bitterstoffe die Magensaft- und Gallensekretion anregen und bei der Verdauung fetter Speisen helfen.

5. Beinwell

Der echte Beinwell (Symphytum officinale) ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen. Als einheimische Art ist seine Kultivierung und Überwinterung kein Problem.

Bei stumpfen Traumen, Prellungen, Verstauchungen und Artrose wirkt er äußerlich angewendet entzündungshemmend, schmerzstillend und regt außerdem das Zellwachstum und damit die Heilung bei offenen Wunden und Knochenbrüchen an.

Eine innerliche Anwendung ist wegen gewisser toxischer Wirkungen eher nur in sehr niedrigen Dosen angezeigt.

Im Garten gedeiht das stickstoffreiche Gewächs auch auf Böden, deren Nitratvorkommen andere Pflanzen nicht erschließen können. Er wird daher auch gerne zur Bodenverbesserung als Mulchmaterial verwendet oder man kann gut düngende Jauchen damit ansetzen.

Lesen Sie im zweiten Teil alles über die weiteren 10 mehrjährigen Kräuter.

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