Holzhäuser Garten – Wie man Gemüse schneller erntereif bekommt

Es ist endlich Frühling, die Holzhäuser sind aus dem Winterschlaf erwacht und die Natur in den Gärten kommt jetzt mit Macht. Die Obstblüte hat schon begonnen und weiße und zartrosa Blütenmeere der Obstbäume umgeben viele Holzhäuser und verzieren sie mit ihrem wunderbaren Aussehen und ihren Düften. Die Bienen summen in den Blüten, die Vögel sammeln Nistmaterial und so mancher Gärtner hat sogar schon die ersten Ernten, etwa ein paar Möhren, die über Winter einfach vergessen im Boden überwintert haben, Salate oder Knoblauch, die überwintert haben oder so früh das Wachstum wieder begonnen haben, dass sie tatsächlich schon sehr bald wieder erntereif sind.

Dabei muss man gar nicht soviel im Holzhaus vorziehen, wenn man im Garten etwas sanft gelenktes „Chaos“ zulässt. Selbstaussaaten im Herbst gehören regelmäßig zu den Pflanzen, die im zeitigen Frühjahr mit am schnellsten wachsen.

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Andere nutzen die Fruchtbarkeit der Natur: Frühe Wildkräuter, wie Giersch, Brennesseln, Beinwell, Bärlauch, Mädesüß und viele andere bieten nicht nur leckere, vitaminreiche Nahrung, sondern haben auch Wirkungen, die in der Kräuterheilkunde bekannt sind und die Ihnen auch zugute kommen, wenn Sie sie im Salat oder als Suppe zubereitet im Holzhaus zu sich nehmen.

Viele Wildpflanzen überwintern als Stauden und sind daher im Frühjahr speisefertig lange ehe die ersten Radieschen soweit sind.

Holzhäuser nutzen zum Vorziehen von Gemüse

Gemüsegärtner haben ihre Holzhäuser natürlich schon längst für die Frühanzuchten von Gemüsearten genutzt, während draußen noch der Schnee im Garten lag. Dazu braucht man eine Stelle im Holzhaus, die hell aber eher kühl ist. Einheimische Gemüsearten, wie Kohlarten, Mais oder Bohnen lassen sich dort vorziehen und können dann - je nach Sorte - schon April bis Anfang Mai ins Freiland versetzt werden.

Holzhäuser mit unbeheizten aber frostfreien Treppenhäusern sind da ideal. In anderen Fällen tun es auch Räume, die weniger beheizt sind, wie etwa Schlafzimmer- oder Küchenfenster. Davor werden dann wahre architektonische Meisterwerke aus Regalen oder Hängeregalen angebracht, in denen die Keimlinge Gelegenheit haben, bis zur Auspflanzung etwas Größe und Wurzelwerk zu bilden. Manche Arten brauchen aber auch Wärme, um überhaupt zu keimen.

Holzhäuser bieten im Winter die nötige Wärme von etwa 25 bis 30 Grad Celsius, die manche sonnenliebenden Arten, wie Chilis, Paprika und Tomaten zum Keimen brauchen. Oft werden die Saatschalen dazu sogar direkt auf eine Fensterbank über einem Heizkörper platziert. Günstig ist es, die Saatschalen irgendwie abzudecken, damit der Boden seine Feuchtigkeit dann nicht zu schnell ausdampft.

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Sobald die Keimpflanzen da sind, sind dann wieder kühlere und hellere Orte im Holzhaus gefragt. Bei Wärme und zu wenig Licht vergeilen die Keimlinge auf der Suche nach Licht und sind dann für die Auspflanzung schlecht vorbereitet. Je nach dem, wie die Holzhäuser beheizt sind, eignen sich Küchen und andere Räume. Wintergärten sind natürlich ideal nicht nur für die Voranzucht von Gemüsen, sondern auch für die Überwinterung nicht frostharten Kübelpflanzen.

Tomaten sind die Lieblinge in vielen Gärten um die Holzhäuser

Warum gerade Tomaten bei den Gemüsegärtnern so beliebt sind, kann man nur spekulieren. Die Pflanzen brauchen einen geschützten, in vielen Fällen am besten überdachten Ort zum Wachsen. Manche Arten wachsen auch nur in Gewächshäusern.

Immerhin gibt es eine riesige Auswahl von recht robusten und köstlichen Arten von reich tragenden Cocktailtomaten bis zu riesigen Fleischtomaten, die wenn der Gärtner im Holzhaus darauf Wert legt, sogar samenfest sind. Das heißt dann, der Gärtner kann von seinen gelungensten Exemplaren Samen aus der reifen Frucht ernten und diese zeitig im Februar bis März des nächsten Jahres wieder in seinem Holzhaus vorziehen, so dass manche Holzhäuser nach und nach von selbst selektierten Tomatensorten umgeben sind, die dem lokalen Klima und Boden optimal angepasst sind.

Ein weiterer Grund dürfte natürlich im Geschmack liegen. Kaum ein Gemüse lässt sich so gut mit italienischen Kräutern einkochen, wie Tomaten, ergibt, fachmännisch zubereitet und köstlich duftend in den Küchen der Holzhäuser so delikate Soßen, die man zu Nudeln oder Reis isst, Suppen oder Brotaufstriche, wie der Paradiesapfel aus dem Süden und diese südliche Herkunft ist vielleicht auch mit ein Grund für seine Beliebtheit. Lieben wir nicht alle das milde Klima des Mittelmeeres und möchten uns durch den Anbau dieser Sonnenlieblinge etwas davon in die Gärten um unsere Holzhäuser holen? Die Beliebtheit der italienischen Küche, zu der fast immer Tomaten gehören spricht auch für sich.

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Hilfsmittel in den Gärten um die Holzhäuser

Die Wärme, die die Holzhäuser im Inneren bietet, kann die Natur erst mitten im Sommer erreichen. Es gibt aber Hilfsmittel, die es ausnutzen, dass für die meisten Pflanzen eigentlich die Lufttemperatur nur ein wichtiger Faktor ist. Die Bodentemperatur ist nämlich ein ebenso wichtiger Faktor für schnelles Wachstum und wenn Sie es schaffen, diese frühzeitig anzuheben, dann wachsen Ihre Pflanzen dort auch schneller.

So haben manche Gärtner in der Werkstatt im Gartenschuppen oder im Holzhaus auch schon frühzeitig mit den Vorbereitungen für ein Hochbeet begonnen. Andere Gärtner berichten, dass sie rund ums Jahr, also sogar mitten im Winter aus ihrem überdachten Hochbeet ernten können.

Ein Hochbeet wird unten mit Zweigen, Reisig und unverrottetem Pflanzenmaterial gefüllt. Darüber kommt halbgarer Kompost, dann reifer Kompost oder Pflanzenerde gemischt mit Gartenerde. Durch die Verrottung in den untersten Schichten wird der Boden insgesamt erwärmt und die Saison verlängert sich entsprechend. Wenn das Hochbeet dann noch überdacht ist, so dass die Wärme aus dem Boden sich auch in der Luft darüber hält, dann hat man ein Frühbeet, was die Regale vor den Fenstern der Holzhäuser spürbar entlasten kann.

Auch Hügelbeete folgen diesem Prinzip, sind aber viel leichter zu bauen. Sie eignen sich gut, um Rasenflächen in Beete umzuwandeln. Die Rasensoden werden ausgestochen und kopfüber über die Reisigschicht gelegt. Kompost und gute Erde bildet die obere Schicht. Rundherum können die Hügelbeete am Holzhaus mit Brettern oder Steinen etwas gegen Abrutschen und Ausschwämmen geschützt werden.

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Normalen ebenerdigen Gartenboden schützt man durch Mulchen vor den kalten Nachtfrösten. Mulchen nennt man auch „Oberflächenkompostierung“ und bietet dem Boden neben der Wärme auch noch Schutz vor der Witterung und Nahrung.

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