Einen Steingarten Anlegen

Ein Garten ist ein Gesamtkunstwerk, welches mit wachsender Vielfalt immer interessanter wird. Das Element Stein findet sich inf alten Klostergärten genau wie in den Feng Shui- oder Zen-Gärten Asiens. Stein lässt sich auch immer besonders gut mit Wasser kombinieren. Ein Steingarten mit seinen trockenresistenten Pflanzen, durch den ein Wasserlauf plätschert, erzeugt praktisch sofort Assoziationen an das Hochgebirge.

Trockenresistent müssen die Pflanzen sein, weil ein Steingarten besonders gut drainiert ist. Durch die Steine, zwischen denen fruchtbarer Humus eher schwer zu finden ist, sickert Regenwasser sehr schnell durch, die Pflanzen haben nur recht kurz Gelegenheit, davon etwas aufzunehmen.

Aus diesem Grund werden aufgekeimte Unkräuter auch bei der ersten längeren sonnigen Wetterphase von alleine vertrocknen. Deswegen gehört ein Steingarten auf jeden Fall auch in die Kategorie: „Garten für Faule“. Regelmäßiges Unkrautjäten ist normalerweise unnötig, außer vielleicht in Phasen, wo regelmäßige Niederschläge den Vorteil der angepflanzten Trockenpflanzen zunichte machen.

Wie lege ich einen Steingarten an?

Wenn Sie einen Steingarten anlegen möchten, dann brauchen Sie natürlich Steine, Kies und die passenden Pflanzen. Vor allem aber sollten Sie vorher gut planen. Setzen Sie sich mit einem Blatt Papier, vielleicht sogar mit Kästchen, erst mal gemütlich ins Gartenhaus oder – falls vorhanden – auf die Terrasse davor, lassen Sie Ihre Phantasie spielen und entwerfen Sie Skizzen von möglichen Arrangements.

Als Nachbildung einer alpinen Landschaft, manchmal sogar mit original alpinen Pflanzenarten, gehört ein bisschen Gefälle von 10 bis 100 Prozent dazu. Auch steile Stellen, die vielleicht durch große Steine gebildet oder gefestigt werden, können Sie einbauen. Die praktische Frage, wie groß können die Steine überhaupt sein, so dass Sie diese überhaupt transportieren und bewegen können, spielt natürlich auch eine Rolle. Keine Sorge: Auch mit kleineren, tragbaren Steinen lassen sich schöne Arrangements erstellen, ja Steingärten werden sogar im Mini-Format in Pflanzkübeln angelegt.

Ein Gefälle wäre auch praktisch, falls Sie unsere Anregung mit dem „alpinen Gletscherbach“ aufgreifen möchten, aber in erster Linie sorgt das Gefälle und die meist erhöhte Lage für einen noch schnelleren Abfluss des Regenwassers.

Auch geometrische Formen sind möglich

Ein Steingarten muss nicht unbedingt immer ein älteres und daher schon bewachsenes, chaotisches, hochalpines Geröllfeld abbilden. Auch kunstvolle geometrische Formen, Spiralen, Pyramiden, rechteckige, quadratische oder sechseckige Formen sind möglich und oft sehr reizvoll.

Steine sind auch ein wichtiges Element im Naturgarten

Im Naturgarten sorgen Steinhaufen, ob chaotisch, als Pyramide oder eben als Steingarten auch dafür, dass eine ganze Reihe von Nützlingen sich ansiedeln, wie zum Beispiel Salamander, Eidechsen, Kröten, Insekten, kleine Nager oder sogar Schlangen. Diese finden überall da Unterschlupf, wo die Steine locker aufeinander liegen und die Zwischenräume nicht durch Sand oder feines Geröll verstopft sind.

Planen Sie auch die Bepflanzung von Anfang an mit ein

Falls Sie einen Entwurf mit einem Hügel oder einer Hanglage skizzieren, dann ist auch interessant, wo Süden und Norden ist, wo also im Süden die Steine noch lange bis in die Nacht nachheizen, wo die Sonneneinstrahlung besonders intensiv sein wird und Sie können dann sonnenhungrige Pflanzen und Schattenpflanzen für die Nordseite schon in Ihrem Entwurf berücksichtigen.

Bei den möglichen Pflanzenarten handelt es sich oft um Polsterstauden, die klein anfangen, bei guten Bedingungen aber dann auch in die Breite gehen. Planen Sie die Pflanzen lieber weiter entfernt von einander, das entspricht auch dem natürlichen Aspekt im Hochgebirge.

Welche Pflanzenarten passen in einen Steingarten?

* Polsterstauden, wie Polsterphlox, Steinkraut oder Blaukissen, die Walzen-Wolfsmilch, Steinbrech, Katzenpfötchen oder Schleifenblumen sind Klassiker, die Ihren Steingarten auch schon ab dem Frühjahr mit ihren Blüten schmücken werden.

* Natürlich eignen sich auch mediterrane Küchenkräuter, wie Oregano, Thymian, Lavendel gerade für die höheren Südlagen

* Auch Einzelblumen, wie Glockenblumen, Grasnelken, Enzian, die blaue Traubenhyazinthe, wilde Narzissen, das Alpenleinkraut, Tulpen, Alpenastern oder Junkerlilien machen sich gut und blühen teilweise dann auch etwas später, wenn die Frühblüher schon wieder Samen bilden.

* Holzige Gewächse, meist Zwergformen - denn die klimatischen Verhältnisse im Hochgebirge werden ja durch den gut drainierten Steinaufbau nicht auch simuliert - gehen auch, manche größeren, wie etwa Kirschlorbeer oder Schmetterlingsstrauch sollten nur für größere Anlagen verwendet werden, damit sie nicht alles dominieren. Möglich sind: Zwergkiefern, Fächer-Zwergmispel, Kriechwacholder, Blauraute und Fuchsien

* Als Gräser sind Lampenputzergras, Federborstengras, Reiherfedergras, Blauschwingel oder Segge gute Kandidaten.

Beachten Sie bei der Planung von Anfang an den Standort und die zu erwartende Gesamthöhe der Pflanzen. Nicht alle aufgeführten Arten sind für kleine Steingärten, in denen höherwachsende Arten die Ausnahme sein sollten, geeignet.

Steingarten anlegen - Die Arbeitsschritte

1. Heben Sie den Bereich am besten erst einmal 30cm tief aus. Den fruchtbaren Mutterboden können Sie sicher irgendwo anders im Garten auf Hoch- oder Hügelbeeten oder zum Ausgleich von Senken verwenden. Auch ein Gefälle kann schon angelegt werden, aber die fruchtbare Oberfläche mit Wurzeln sollte erst mal raus.

2. Wenn Sie vermeiden möchten, dass der Garten hinterher von Wühlmäusen durcheinander gebracht wird, können Sie die entstandene Grube mit Wühlmausdraht auslegen.

3. Liegt Ihre Grube in einer Senke, dann sollten Sie mit einem Graben mit Drainagerohr an einer tiefen Stelle für einen möglichen Abfluss sorgen. Ansonsten reicht eine Drainageschicht aus grobem Kies. Sie können dabei auch mit Bauschutt, größeren Steinen oder auch Stufen aus Bausteinen mit Kies gefüllt, die geplanten Erhebungen, Hügel oder Gefälle anlegen.

4. Möglich, aber wegen der guten Drainage, die nur trockenresistente Pflanzen längere sonnige Phasen überleben lassen wird, ist auch ein Unkrautvlies über dem soweit fertig gestellten Bodenprofil.

5. Schließlich kommt die Oberflächegestaltung, zu der die großen, herausragenden Steine, Geröll, grober und feiner Kies sowie Sand oder Steingartenerde aus dem Handel gehören können.

6. Auch der Bachlauf kann, normalerweise auf Lehm oder Plastik in der Phase eingebaut werden.

7. Zum Schluss kommt die Bepflanzung. Halbreifer Kompost aus abgestorbenen Pflanzenteilen gibt es auch im Hochgebirge, Sie sollten ihn aber nur SEHR sparsam einsetzen. Innerhalb weniger Jahre wird er sich auch in Ihrem Steingarten von alleine bilden.

Wohn- und Gartengebäude aus naturbelassenem Holz, wie Pineca sie anbietet, passen auch besonders gut zu einem Steingarten.

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