Aussaat im Oktober – was kann man noch säen?

Der Herbst ist eine Jahreszeit voll ausgefüllt mit Ernteaktivitäten rund um die Gartenhäuser, bei denen die Früchte des Gartenjahres eingefahren, verbraucht, konserviert und fachgerecht eingelagert werden. Wintervorbereitungen erfordern geplantes Vorgehen, empfindliche Pflanzen brauchen einen Frostschutz, Wasserleitungen und Gartenteiche werden entleert, Laub wird gekehrt.

Wer würde bei alle dem ans Aussäen denken? Selbst die wenigen, die mit dem Stichwort: „Wintergemüse“ etwas anfangen können, haben die meisten Kulturen doch schon in den vergangenen Wochen und Monaten gestartet also was könnte sinnvoll sein, noch im Oktober auszusäen, wo doch die ersten Nachtfröste direkt vor der Tür stehen?

Wintersalate sind teils vergessene alte Arten

Mit Wintersalate meinen wir Lactuca sativa Arten, also Kopf- oder auch Pflücksalate, die für eine Aussaat Oktober ins Freiland noch in Betracht kommen. Ihre Keimtemperaturen liegen zwar meist über 10°C, so dass man sie auch auf der Fensterbank oder im überdachten Hochbeet vorziehen kann und als Jungpflanzen erst ins Freiland auspflanzt. Alte Sorten, wie die bekannte Sorte „Mai-Wunder“ nehmen jede kleine wärmere Periode in der kalten Jahreszeit wahr, um ein bisschen zu wachsen und sind dann schon ganz früh im Mai erntereif.

Man kann aber tatsächlich die Erntesaison auch über den gesamten Winter einrichten, indem man Wintersalate schon ab der Freiwerden der ersten Beete ab Ende August etwa aussät.

Suchen Sie nach entsprechenden Hinweisen im Namen der Sorte, dann werden Sie wie zum Beispiel mit dem Winterkopfsalat „Arctic King“ noch Sorten bekommen, die Sie sogar noch bis in den November hinein ins Freiland aussäen können.

Wintergemüse bleiben offen oder werden erst spät überdacht

Eine zu frühe Abdeckung wäre sogar schädlich, da sie eine rechtzeitige Anpassung der Jungpflanzen an die frostigen Temperaturen verhindern würde. Eine Überdachung im Hochbeet wird erst im November geschlossen. Dasselbe gilt auch für Folientunnel über Wintergemüse generell: Oktober und November sind wichtige Zeiten für die Jungpflanzen, in denen sie sich an Minusgrade gewöhnen. Ab November dienen Überdachungen, wie Folientunnel dann mehr dem Schutz vor mechanischen Einwirkungen wie durch Wind, Tiere oder Schneefall, denn jede Bewegung der gefrorenen Pflanzen von außen zerstört die gefrorenen Gewebe, die das Einfrieren und Auftauen generell ansonsten problemlos überstehen.

Auch ein Verpflanzen der Jungpflanzen in Töpfe und Kübel, die zum Beispiel mit der Tomatenernte frei geworden sind, ist möglich. Etwas geschützt, etwa windgeschützt an einer Hauswand aufgestellt, bieten Pflücksalate und Kopfsalate, sowie Asiasalate dann den ganzen Winter über eine Ernte, besonders, wenn man sie blattweise erntet und die Pflanzen dann jeweils weiter wachsen lässt.

Welche Gemüsesorten eignen sich sonst noch für eine Aussaat im Oktober?

Der Winterportulak, auch Tellerkraut oder Winterpostelein genannt, kann im Prinzip wie Salat behandelt werden. Abgeerntete Pflanzen treiben immer wieder neu aus, so dass man über die ganze kalte Jahreszeit außer der Ernte keine Arbeit mit ihm hat. Er eignet sich auch hervorragend, um unbeheitzte Gewächshäuser, die etwa ihre frostempfindliche Gurkenernte schon abgeliefert haben, noch einmal neu zu besetzen.

Knoblauch ist ein bekanntes Wintergemüse, welches im Oktober sowohl als Knolle gesteckt oder auch ausgesät werden kann. Wo die Erdbeeren licht stehen, kann der Knoblauch auch gut dazwischen gesteckt werden. Auch hier gilt es aber, geeignete Wintersorten zu verwenden, die dann durchaus noch im November gesteckt werden können. Stecken Sie so spät im Jahr die Knoblauchzehen etwa doppelt so tief, wie sie lang sind, damit das Vegetationszentrum und die ersten Wurzeln für die ersten Fröste tief genug liegen.

Radieschen. Wer die schnell wachsenden Radieschen kennt und schätzt, hat sie sowieso schon immer in frisch ausgepflanzte oder gesäte Kulturen eingebracht, wie etwa in Kohlbeete oder auch in Mischkultur mit Tomaten, wo sie rechtzeitig erntereif werden und den Pflanzen der Hauptkulturen damit Platz machen. Auch im Oktober noch kann man frühe Radieschen, die dann innerhalb von vier bis sechs Wochen erntereif sind, noch aussäen. Generell können Sie Senföle in Pflanzen als ein Zeichen nehmen, dass sie für eine Überwinterung geeignet sind. Das gilt für echten Senf genauso, wie für die Asiasalate.

Asiasalate. Diese Salate aus der Familie der Kreuzblütler sind eher mit Kohl und Senf verwandt, können aber wie Salate behandelt werden. Asiasalate wie Mizuna oder Red Giant lieben eine gewisse Mindesttemperatur zum Keimen. Sie könnten sie also etwa geschützter etwa im überdachten Hochbeet oder einfach in der Küche keimen lassen und dann als Jungpflanzen ins Freiland, in gedeckelte Hochbeete, unbeheizte Gewächshäuser oder ab November unter Folientunnel ausbringen. Eine blattweise Ernte ist möglich. Meist sind sie dann im März schon zur Gänze erntereif und machen dann den Platz frei für frühe Sommergemüsesorten.

Kerbelrüben. Sie werden auch Knollenkerbel, Rüben-Kälberkropf, Rübenkerbel, Knolliger Kerbel oder Erdkastanie genannt. Kerbelrüben sind eine weitere alte Gemüseart. Man sieht, dass es sich lohnt, alte Sorten zu erhalten, nicht nur, weil sie meist samenfest sind, sonder auch weil sie an die heimischen Böden und vor allem auch das Klima bestens angepasst sind. Die Kerbelrüben können Sie nicht auf der Fensterbank aussäen, denn sie sind Frostkeimer. Die Samen brauchen mehrere Wochen Minustemperaturen bis sie im Frühjahr keimen. Die Pflanzen werden bis zu zwei Meter groß und ihre Knollen werden dann im Spätsommer geerntet.

Die Winterkresse, auch Barbarakraut genannt schmeckt ähnlich wie Kapuzinerkresse, nur vielleicht etwa feiner. Auch sie gehört zur Familie der Kreuzblütler und wie der Name „Kresse“ schon vermuten lässt, sind es auch hier wieder Senföle, die ihren Blättern die milde Schärfe verleihen.

Schwarzwurzeln können auch schon im Herbst bis in den November hinein gesät werden. Dies wird zwar nicht zu einer Ernte im Winter führen aber das Wurzelgemüse bekommt auf diese Weise einen Vorsprung und so im nächsten Jahr dann größer als wenn Sie es erst im Frühjahr aussäen.

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