Wintergemüse anbauen – Wie geht das?

Der Winter war traditionell eine Ruhezeit für den Gärtner. Während der Schnee das Gartenhaus malerisch verziert, auf dessen Dach er liegt und den Garten durch seinen weißen Schein erhellt, hat der Gärtner in der warmen Stube Zeit, Pläne für das nächste Gartenjahr zu schmieden.

Zeitschriften werden studiert, Gartengruppen auf sozialen Medien vermitteln neue Ideen, die wieder zu neuen Plänen reifen und schon wenn Ende Januar die ersten vorgezogenen, gekeimten Chilis und Paprikas im Internet präsentiert werden, wird der Gärtner ungeduldig und beginnt die Misch- und Folgekulturen zu planen, Samen werden bestellt, Aussaatgerätschaften inspiziert. Wenn der Boden gefroren ist und gar nicht bearbeitet werden kann, die Bäume stehen ohne Blätter da und sogar das Unkraut liegt ganz braun von der Schneelast flach auf den Boden gepresst, was will der Gärtner dann schon machen?

Die Antwort ist: Ernten! Tatsächlich kann man schon im Spätsommer beginnen für die Winterernten vorzusorgen. Der frische Salat aus dem Garten zu Weihnachten, die gegarte Chioggia-Rübe zu Neujahr, oder warum nicht gleich jeden Tag etwas Frisches aus dem Garten. Es kommt nur drauf an, wie viel Wintergemüse Sie sich trauen.

Wintergemüse anbauen: Trauen Sie sich

Sicher ist es noch eher ungewöhnlich, wenn jemand beginnt, von August an bis Ende September, wenn die Beete von den Sommerkulturen langsam frei werden, wieder alle Beete voll mit verschiedenen Salaten und Wurzelgemüsen zu pflanzen. Und doch sind es genau diese Gemüsebauern im professionellen Bereich, die im Winter oft Spitzenköche als Kunden begrüßen, die die intensiven, nussigen Geschmäcke der langsam gewachsenen Wintergemüse und -salate denen von in Gewächshäusern gezogenen oder aus warmen Gegenden importierten vorziehen. Ärzte schwärmen von den wohltuenden Wirkungen der in den Salaten dann vermehrt vorkommenden Bitterstoffe, die gesund für den Darm seien und was Frische, Vitamin und Vitalstoffgehalte solcher frisch aus dem Garten geernteter Köstlichkeiten angeht, brauchen diese sicherlich keine Konkurrenz aus den Supermärkten zu scheuen.

Die Frage ist nur: Werden die sorgsam gezogenen und gepflegten Pflanzen dann auch wirklich den Winter überleben? Da kommt es auf die richtigen Sorten an.

Welche Gemüsearten und -sorten funktionieren als Wintergemüse?

Hier sind es oft alte Sorten, die besonders gut geeignet sind. Halten Sie zunächst einmal Ausschau nach allem, was ein “Winter” im Namen trägt. Ob das Wintersalat, Winterzwiebeln, Winterheckenzwiebeln, Winterpetersilie, Winterportulak, Winterkresse, Winterwirsing, Winterrettich, Wintererbsen oder Winterknoblauch ist: Hier können Sie zunächst mal sicher sein, dass Sie Sorten bekommen, deren Frosthärte ausgeprägt und getestet ist.

Natürlich können Sie auch die klassischen, bekannten Wintergemüse, wie Grün- und Rosenkohl, Lauch, Feldsalatsorten oder Spinat in größerer Menge anbauen. Man muss es nur tun. Viele Gärtner sind im Spätsommer so mit den Ernten beschäftigt, dass sie nicht richtig vorsorgen und schließlich dann doch nur vier einsame Grünkohle und ein Rosenkohl im Winter aus dem Schnee hervorgucken.

Wie so vieles, ist auch das eine Gewohnheitssache. Und natürlich eine Überzeugungssache. Der Luxus von frischen Salaten und Gemüsen über den ganzen Winter hin, sowie deren besonderer Geschmack wird Sie auch überzeugen, wenn Sie einmal damit anfangen.

Neue Arten von Wintergemüsen ergänzen die altbekannten

In letzter Zeit hat sich auf dem Gebiet viel getan und weitere Arten sind bekannt geworden, die sich tatsächlich für solche Winterernten eignen. Dazu gehören zum Beispiel Sorten von ganz normalen Kopf- und Pflücksalaten. Rucola-Salatsorten, überhaupt lohnt es sich, bei diesen bekannten Arten auch mal nach alten, vielleicht ungewöhnlichen Sorten zu suchen, die als winterhart beschrieben sind.

Endivien sind frosthart und aus der Familie der Kohlgewächse gesellen sich auch die Asia-Salate, wie Red Giant oder Mizuna in die Reihe der frostharten Kulturen. Alte grünkohlähnliche Kohlgewächse sind die Palmkohle, die teilweise auch als Zierkohle angeboten werden und so nicht nur genießbar sind, sondern auch zur Dekoration geeignet sind. Wildkohl bildet Blätter und kann immer wieder abgeerntet werden. Mangold wird in strengem Frost oft matschig. Die Wurzel überlebt jedoch und die Pflanzen sind im Frühjahr dann sehr schnell wieder da.

Schließlich bilden die Wurzelgemüse eine große Gruppe. Rote Beete gibt es zum Beispiel auch in winterharten alten Sorten teilweise auch sehr dekorativ mit ringförmig rot und weißen Mustern. Gelbe Rüben gibt es nicht nur in oranger Farbe, wie sie angeblich einmal extra für das Niederländische Königshaus gezüchtet wurden, sondern auch in Lila, Weiß, Gelb und mit allen möglichen Mustern. Rübstiele können oft den ganzen Winter geerntet werden, während man für die Rüben selbst meist bis zum Frühjahr wartet. Schwarzwurzeln, Haferwurzeln, Kardone, Winterrüchen: Der Anbau von Wintergemüse kann nicht nur Ihre Vitaminzufuhr während der dunklen Monate verbessern, sondern wird Ihre Erfahrung als Gärtner erweitern und Ihre Küche mit ganz neuen Genüssen bereichern.

Brauchen die Wintergemüse Schutz?

Schutz könnten sie brauchen, es ist aber auch nicht unbedingt nötig. Einen Schutz vor der Kälte gibt´s sowieso nicht ohne frostfrei beheiztes Gewächshaus. Schnee ist ganz günstig als Schutz der oberirdischen Pflanzen vor der Kälte, aber wenn keiner da ist, muss es auch ohne gehen. Für den Wurzelbereich hilft eine schöne Mulchschicht, den Frost etwas abzuhalten.

 

Der wichtigste Schutz wäre ein Schutz vor Wind, Tieren oder allem, was die Pflanzen bewegt, während sie gefroren sind. Die genannten Arten vertragen es ohne Weiteres, mal für ein paar Tage einzufrieren. Sobald es wieder wärmer wird, tauen sie wieder auf und wachsen ganz normal weiter. Mit einer Ausnahme: Wenn das Gewebe im gefrorenen Zustand gebogen wird, dann gibt es Schäden. Ernten Sie Blattgemüse daher am besten nicht im strengen Frost, damit die Blätter nicht matschig werden.

Manche Gärtner spannen daher niedrige Folientunnel über ihre Beete mit Wintergemüse, um ihnen Schutz vor Wind, Tieren, Schneelast und Nässe zu geben. Wenn Sie das machen möchten, dann warten Sie aber auf jeden Fall bis November damit. So haben die Jungpflanzen noch genug Zeit, sich an die kalten Temperaturen anzupassen.

Aber auch transparente Abdeckungen über Hoch- und Frühbeeten erfüllen natürlich diese Funktion.

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