Microgreens anbauen – Superfoods aus eigener Produktion im Winter

Die Idee von einer Selbstversorgung gewinnt für immer mehr Menschen aus den verschiedensten Gründen einen Reiz. Es ist reizvoll, mit immer weniger Geld auszukommen, und dabei vielleicht auch noch biologische und hochwertige natürliche Nahrung selber anzubauen.

Die Traditionen der Vorratshaltung wurden weitgehend durch rund ums Jahr offene Supermärkte und den Transport von Nahrungsmitteln und auch frischem Obst und Gemüse aus fernen Ländern oder aus dem professionellen Gewächshausanbau überflüssig und sind teilweise in Vergessenheit geraten. Die Winterzeit ist dabei für viele, die sich jetzt den Weg zu einer größeren Selbstversorgung suchen, eine Herausforderung. Der Anbau von Wintergemüse könnte den Nahrungsbedarf völlig decken, er ist aber für viele neu, für die die Winterzeit bisher immer als eine Garten- und Ernteruhezeit galt. Vorräte anlegen im Herbst die dann bis in den Frühsommer hinein reichen und vor allem auch halten sollen, erfordert auch etwas Wissen und Erfahrung.

Microgreens anbauen, ein neuer Trend aus Nordamerika

Den Wunsch zurück in die Natur, sich wieder mehr mit der Natur zu verbinden, findet man bei vielen Menschen aller Hintergründe. Derselbe Wunsch zeigt sich in steigenden Verkaufszahlen für Blockbohlenhäuser, in immer größerem Interesse für Naturgärten und den Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten.

Eine leichte Version zu eigenem, schmackhaften, vitaminreichen, zarten und gesunden Gemüse zu kommen ist der Anbau von Microgreens. Das sind alle möglichen Pflanzenarten, meist Gemüse- oder Gewürzarten, die gerade erst gekeimt im Alter von meist etwa einer bis vier Wochen schon geerntet werden und dabei so gehaltvoll sind, dass sie oft als “Superfoods” bezeichnet werden.

Der Name “Microgreens” zeigt die Herkunft des Trends. Es würde übersetzt etwa “Kleines Grünzeug” heißen. Man findet auch die deutsche Bezeichnung “Grünkraut” dafür, die aber noch nicht zu größerer Bekanntheit gefunden hat.

Was sind Microgreens?

Microgreens vereinen einen Gartentrend der boomenden Urban-Gardening Szene der USA mit einem Food-Trend, weil ihr Anbau relativ einfach aber lohnend ist, weil man für den Anbau nicht mal einen eigenen Garten braucht und weil man eine Versorgung mit frischem, vitaminreichem Grün über den Winter bekommt.

Für den Laien und Selbstversorger ist die Möglichkeit attraktiv, sein frisches Grün auch im Winter in den eigenen vier Wänden anzubauen.

Samen, Nüsse, Bohnen, Getreide : Mit der Keimung ändert sich alles

Tatsächlich ist von Sprossen ja bekannt, wo der Unterschied zu Samen liegt: Senfsamen, Getreide, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Bohnen, Sesam und viele andere sind ja wichtige Grundlagen der menschlichen Ernährung wenn sie als ruhende Samen verwertet werden. Dabei kommt oft ein hoher Gehalt an Stärke, Proteinen, Kalzium, Fetten und Ölen der Grundversorgung des Menschen mit Energie zu Gute.

Mit der Keimung ändert sich jedoch alles: Der keimende Samen wandelt die Speicherstoffe sehr schnell in Vitamine und Spurenelemente um, die für die menschliche Ernährung, besonders im vitaminarmen Winter extrem wertvoll sind. In den Keimen sind diese Stoffe oft um ein Vielfaches stärker konzentriert vorhanden, als später in den ausgewachsenen Pflanzen.

Sprosse oder Microgreens – Was ist der Unterschied?

Sprosse werden meist im Glas angezogen und brauchen recht viel Pflege: sie müssen häufig gewaschen werden, Schalen entfernt, Wasser ausgetauscht und immer besteht die Gefahr, dass sie schlecht werden. Deswegen werden sie schon oft früh verspeist, nachdem gerade die Keimblätter da sind und die Wurzel wird dann mitgegessen.

Bei Microgreens wird lediglich der oberirdische Teil geerntet, während die Wurzel im Boden verbleibt. Durch die natürlichere Art der Aufzucht brauchen sie weniger Pflege und sie können auch gerne mal etwas größer werden. Keimblätter, Primärblätter, Sekundärblätter können sich bilden und man kann viele Microgreens auch gerne bis zu 10 bis 15 Zentimeter Höhe heranwachsen lassen, wenn man möchte. Auch eine Ernte im Keimblattstadium ist aber möglich.

Microgreens anbauen - Wie wird's gemacht?

Der Anbau von Microgreens ist ganz einfach! Einfacher als Sprossen ziehen und einfacher als Gemüse im Garten anbauen: Man braucht keine Waschungen, kein Pikieren, kein Unkrautrupfen.

  • Sie brauchen ein Saatgefäß. Dazu könnten Sie beispielsweise eine lange rechteckige Unterschale für einen Fensterkübel verwenden, irgendeine Plastik- oder Blechschale, in die Sie eine etwas kleinere Schale mit Abzugslöchern für überschüssiges Gießwasser stellen. Auflaufformen, oder sogar längs aufgeschnittene Saftflaschen oder Tetrapackgefäße können Verwendung finden. Sie können natürlich auch Siebschalen nehmen, wie sie für die Aufzucht von Kresse verwendet werden.
  • Füllen Sie die Schale flach, etwa zwei bis fünf Zentimeter hoch – wenn Sie etwa Erfahrung gesammelt haben, werden Sie Kulturen, die Sie größer werden lassen wollen in etwas mehr Erde pflanzen - mit Anzuchterde. Kompost oder Kokosfasern für eine erhöhte Wasserspeicherkapazität sind willkommen.
  • Die Aussaat erfolgt viel dichter, als wie sie das im Garten machen würden. Beachten Sie, dass manche Arten, wie etwa Basilikum auch Lichtkeimer sind. Diese werden lediglich fest angedrückt und vielleicht noch mit etwas Sand bestreuselt. Dunkelkeimer werden mit etwa einem weiteren Zentimeter Erde abgedeckt.
  • Nutzen Sie eine Sprühflasche zum Wässern, damit Sie die Schichtung nicht mit einem zu starken Wasserstrahl wieder durcheinander bringen.
  • Eine helle Fensterbank reicht, ein Tisch unter einem hellen Fenster bietet etwas mehr Platz auch eine künstliche Beleuchtung etwa mit einer LED-Lampe mit Tageslichtspektrum ist möglich.
  • Eine Temperatur von knapp 20°C dürfte für die meisten Arten gut funktionieren.

Welche Aussaaten eignen sich für Microgreens?

Sie können fast alles aussäen, was Sie im Lebensmittel- oder Gemüse- und Kräutersamenhandel an Samen finden aber Vorsicht: Vorgebeizte oder chemisch behandelte Samen sollten Sie nicht verwenden.

Einige geeignete Arten sind zum Beispiel:

  • Brokkoli,
  • Basilikum
  • Radieschen
  • Rettich
  • Pak Choi
  • Mizuna
  • Asiasalat
  • Senf
  • Koriander
  • Rote Beete
  • Schnittsalate
  • Kressearten
  • Bohnen
  • Rotkohl
  • Minze
  • Sonnenblumen
  • Rauke
  • Buchweizen
  • Brennesseln
  • Blumenkohl
  • Sesam
  • Amaranth
  • Fenchel
  • Dill
  • Kerbel
  • Grünkohl
  • Erbsen
  • Weizengras
  • Buchweizen

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