Laub als Dünger

Herbstzeit ist auch immer Laubzeit, jedenfalls in allen Gärten, die laubabwerfende Bäume haben, was wohl für die meisten Gärten gilt. Kaum jemand wird ausschließlich immergrüne Bäume im Garten haben und auch Gärten ganz ohne Bäume sind eher selten.

Mancherorts versuchen Hausbesitzer ihre Gärten pflegeleicht zu gestalten und verwandeln sie in Flächen aus Kies oder Schotter, die hier und da von einem immergrünen Zwergbaum durchbrochen werden aber selbst auf diesen Flächen wird im Herbst Laub liegen, weil es mit jedem kleinen Herbststürmchen überall verteilt wird. Das ist die Methode der Natur, ihre Ressourcen gleichmäßig zu verteilen, denn natürlich sind Laub viel mehr als einfach nur Abfall: Für den biologischen Gärtner und den Naturgärtner ist Laub ein wichtiger Rohstoff, der für alles mögliche verwendet werden kann.

Blätter sind das Hauptorgan der Bäume

Haben Sie einen schönen, großen laubabwerfenden Baum bei sich zuhause im Garten am Haus oder Blockbohlenhaus stehen? Dann werden Sie beobachtet haben, dass der Baum im Sommer mit vollem Laub, wenn der Wind darin rauscht und die Blätter von der dahinter stehenden Sonne erleuchtet werden, so richtig lebendig scheint und im Winter wie tot als bloßes Holzgerüst. Tatsächlich kann dann auch ja auch nur ein genauerer Blick etwa auf die noch winzigen Knospen zeigen, ob der Baum überhaupt noch lebt.

Dieser Eindruck kommt daher, dass Blätter im Sommer tatsächlich die Teile sind, in denen der Baum sich hauptsächlich befindet, in denen er wirklich lebt. Fast 90% der Nährstoffe, die der lebendige Baum im Sommer enthält hat er in den Blättern. Hier sehen wir einen ersten Hinweis, warum sich Laub als Dünger so gut eignet aber wir finden auch einen klaren Hinweis, dass es für den Baum eine große Belastung, tatsächlich eine Art „Ernte“ ist, diese Nährstoffe jedes Jahr wieder zu verlieren und wir sollten erwägen, Bäume, zumindest im Bereich einer Baumscheibe mit Laub zu mulchen oder ihnen die Nährstoffe später in kompostierter Form wieder zurückzugeben.

Die bunten Herbstfarben entstehen durch Abbauprozesse

Tatsächlich geben die Bäume nicht alle Nährstoffe im Herbst so einfach auf, sondern sie bauen Proteine ab und lagern große Mengen an Mineralstoffen, wie Stickstoff oder Phosphat in speziellen Speicherorganen in den Rinden ein, um auf sie während den nächsten Wachstumsperiode wieder zurückgreifen zu können.

Die Blätter, die im Herbst abfallen, sind also in der Regel weit weniger nährstoffreich, als die Blätter, die im Sommer am Baum hängen aber sie sind dennoch immer noch nährstoffreich genug, um eine gute Grundlage für die Düngung durch Mulchen oder Kompostierung zu bieten.

Durch den Abbau des grünen Farbstoff Chlorophyll, der für die Photosynthese, das heißt die Speicherung von Sonnenenergie in chemischer Form, wie etwa in Zuckern, verantwortlich ist, werden rote und gelbe Carotinoide in den Blättern, die vorher durch das Grün überdeckt waren, im Herbst sichtbar.

Intensive Rotfärbungen werden zum Teil auch durch Neusynthese von Farbstoffen, wie Anthocyanen und Carotinoiden hergestellt. Die Frage, warum Bäume das bei Blättern machen, die sowieso kurze Zeit später abgeworfen werden, ist noch ungeklärt.

Laubbläser sind ökologisch nicht wirklich nützlich

Nicht nur stellen sie eine erhebliche Lärmbelästigung dar, sie sind auch einfach schlecht geeignet. Man sieht Laien, die jedem durch den Luftstrom verwirbelten Blättchen mit ihren PS-starken Motoren hinterher jagen. Abgase verpesten die Luft und richten auch bei den Tieren, die unter- und teils auch von dem Laub leben große Schäden an. Spinnen, Käfer, Tausendfüßler, Asseln, Ameisen, Larven und was es alles gibt, werden mit Luftgeschwindigkeiten von 150 km/h durch die Gegend geschleudert oder sogar eingesaugt und auch noch geschreddert.

Mal ganz davon abgesehen, dass sie sich wirklich nur für frisch gefallenes Laub eignen und eigentlich alle paar Tage im Herbst verwendet werden müssten, bevor das Laub nass zusammenpappt.

Mechanische, langstielige Handrechen sind für diese Arbeiten weit besser geeignet.

Zum Laubkehren verpflichtet sind Sie übrigens lediglich auf öffentlichen Wegen, wo das Laub in Herbst und Winter nass und glitschig werden könnte.

Eine Laubschicht auf dem Boden ist natürlich sinnvoll

Das wird nicht nur deutlich, wenn man Laub als natürlichen Dünger betrachtet, der einfach an Ort und Stelle verrotten wird und den Boden genau da düngt, wo das Blatt eben liegt, sondern auch wenn man sich klar macht, dass eine Laubschicht auch eine wichtige Funktion als Schutz für die Bodenflora und -fauna hat und einen wichtigen Kälteschutz für den Boden im Winter bietet.

Wenn Sie einen wirklich fruchtbaren Boden mit einer quicklebendigen Bevölkerung aus Millionen von Tierchen, Pilzen und Organismen sehen möchten, dann gehen Sie einmal in einen Laubwald, wo noch nie jemand Laub gekehrt hat und sehen Sie sich dort den Boden einmal genau an. So sieht natürliche Fruchtbarkeit aus und davon können Sie auch etwas in Ihrem eigenen Garten erzeugen.

Im Garten ist eine kundige, ordnende Hand sinnvoll

So werden Sie Laub als Dünger als Mulchschicht hauptsächlich da verwenden, wo Sie ursprüngliche Waldbewohner, wie etwa Beerenobst stehen haben aber nicht auf dem Rasen, denn der würde das nicht überleben. Auch wo sie gezielt einen Kälteschutz brauchen, etwa um frisch gepflanzte Holzgewächse herum ist eine solche dicke aber lockere Laubschicht willkommen.

Laub von Obstbäumen und vielen anderen Bäumen, wie Linden, Kastanien, Hainbuchen, Ahornen, Birken oder Eschen verrottet recht schnell und lässt sich gut auch als Mulchschicht im Gemüsegarten einsetzen.

Langsamer verrottendes Laub, wie das  von Buchen, Eichen oder Walnüssen hat oft hohe Gerbsäureanteile, die auch wachstumshemmend wirken können. Es kann aber gut auf den Komposthaufen. Sobald es zersetzt ist, bietet es auch einen hervorragenden Kompost.

Für den Fall, dass die Laubmengen Ihre Verwendungsmöglichkeiten oder die Kapazität Ihres Komposthaufens überschreitet denken Sie daran:

  • Lassen Sie das Laub überall da, wo es nicht, wie etwa auf dem Rasen oder auf Gehwegen, schadet, einfach liegen. Die Natur und die humuserzeugenden Organismen in Ihrem Garten freuen sich darüber
  • Gönnen Sie den Bäumen, die ihr Laub abgeworfen haben eine kleine Scheibe um den Stamm herum, wo sie Laub ablegen, damit die Bäume für das nächste Jahr etwas von ihrem verrotteten Laub als Dünger wieder nutzen können
  • Besorgen Sie sich etwas Maschendraht, binden ihn zu runden Containern, in denen Sie das Laub lagern können und im Frühjahr können Sie es dann schon als halbverrotteten Kompost oder zum Mulchen verwenden
  • Machen Sie gemischte Haufen aus Reisig und Laub im Garten, um Nützlingen, wie Igeln, Blindschleichen, Eidechsen, Spinnen und so weiter ein warmes Winterquartier zu geben.

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