Weintrauben anbauen und verarbeiten

Wir werden im folgenden Artikel den Anbau von Weintrauben eher nur sehr schematisch behandeln können. Weintrauben anbauen ist eine Wissenschaft für sich. Nicht umsonst gibt es einen Hochschulstudiengang Weinbau. Wenn es dann später um die Ernte und dann vor allem um die Verarbeitung der Ernte gehen soll, dann können wir dafür etwas tiefer ins Detail gehen.

Wein ist - die richtigen klimatischen und Bodenverhältnisse vorausgesetzt – eine dankbare und recht problemlose Kultur und Weinreben sind auch als dekoratives Element im Garten, wo sie gerne alte Steinmauern, Gartenhäuser, eiserne Rundbögen, Baldachine oder Pergolen überwachsen und - an Gerüsten gestützt - auch Wände begrünen, sehr geschätzt.

Die Geschichte des Weintraubenanbaus

Die Weinrebe und die Herstellung von Wein sind schon so alt, dass ihre Kultur in die vorgeschichtliche Zeit hineinreicht und die ursprüngliche Herkunft der Weinrebe schon gar nicht mehr sicher feststellbar ist. Man vermutet, dass die Ursprungsform der Weinrebe, Vitis vinifera, im Mittelmeerraum und in Vorderasien liegt. Heute ist die Weinrebe in ihren verschiedenen Kulturformen natürlich überall verbreitet, wo ihr Anbau klimatisch möglich ist. In Deutschland ist sie hauptsächlich dort verbreitet, wo die Römer einst Germanien beherrschten. Man könnte auch vermuten, dass nördlichere Gebiete von den Römern mit weit weniger Begeisterung erobert wurden, weil sie wussten, dass sie dort keine Weintrauben anbauen können würden.

Während die wilde Weinrebe noch getrenntgeschlechtlich ist, das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen, wurden bereits vor etwa 7000 Jahren in Syrien die ersten Edelreben (Vitis vinifera ssp.vinifera) mit zwittrigen Blüten gezüchtet, was die Befruchtung im Weinbau wesentlich vereinfacht und zu größeren und sichereren Ernten führt.

Die ersten geschichtlichen Nachweise des Weinbaus stammen von den Sumerern

Die Weinrebe, eine ganz besondere Pflanze

Wenn auch im klassischen Weinbau meist klein gehaltene Reben in Reihen kultiviert werden, so hat die Weinrebe doch das Potential sehr groß zu werden und solche großen Einzelstöcke können dann auch zwischen 500 und 1000kg Weintrauben jährlich tragen.

Geeigneten Boden und klimatische Bedingungen vorausgesetzt, sind Weinreben sehr starkwüchsig und erreichen bis zu 10 Meter Höhe, wenn sie irgendwo genug Halt finden. Dafür nutzen sie Sproßranken, die sich gegenüber der Blätter am Spross ausbilden.

Blütezeiten und damit auch Erntezeiten, Kälteresistenz, Farbe und Größe der Beeren sind je nach Sorte unterschiedlich.

Die zwittrigen Blüten stehen in dichten Rispen, die dann als Weintrauben bezeichnet werden, sobald sich Früchte daran gebildet haben. Die einzelne Frucht bezeichnet man als Weinbeere.

Welche Weintrauben sind die richtigen für Ihren Garten?

Wenn Sie Weintrauben anbauen möchten, haben Sie erst mal die Qual der Wahl der richtigen Sorte. Viele Gartenhäuser stehen in Gegenden, die wohl leider zu winterkalt sind, um einen erfolgreichen Anbau zu erlauben aber ein Versuch mit einer besonders kältresistenten Sorte, wie etwa „Elegant sverhranny“, „Solotoi don“, 'Muscat Bleu' oder 'Birstaler Muskat' kann nichts schaden, da eine Weinrebe auch als dekorative Kletterpflanze durchaus wertvoll ist.

Mindestens 160 frostfreie Tage im Jahr sollten Sie Ihrer Weinrebe aber bieten können und zur Blütezeit Mitte Juni bis Mitte Juli Temperaturen, die möglichst 12°C – auch nachts – nicht unterschreiten.

Ansonsten ist ein lichter, vollsonniger Standort wichtig.

Interessant wäre für Sie vielleicht auch der Anbau von Tafelreben. Diese speziellen Sorten wurden extra gezüchtet, um essbare Weintrauben zu gewinnen. Sie sind deutlich größer als die, die zur Weinherstellung verwendet werden und oft auch kernlos.

Für eine gute Auswahl, empfehlen wir, sich in Ihrer Gegend nach Wein- oder Tafelreben anbauenden Betrieben oder Gärtnern umzusehen und sich dort nach für Ihre Gegend geeigneten Sorten zu erkundigen.

Wie pflanzen Sie Ihre Weinreben?

Neben Sonne und Licht wäre auch eine gute Humusversorgung wichtig. Wählen Sie daher am besten Jungpflanzen aus, die schon gut bewurzelt sind und pflanzen Sie in Pflanzlöcher, die Sie schon mit humosem Boden oder einer Mischung aus Kompost und Gartenerde aufgefüllt haben.

Die beste Pflanzzeit liegt Ende April bis Anfang Mai. Wenn Sie mehrere Weinstöcke anpflanzen möchten, dann lassen Sie einen Abstand von mindestens einem Meter. Beim Einpflanzen achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle einige Zentimeter über der Bodenoberfläche bleibt.

Weinreben können auch als Kübelpflanzen gezogen werden. Wichtig ist natürlich in allen Fällen eine Rankhilfe, sobald der Stock ausgetrieben ist.

Weintraubenernte

Bevor wir unsere Frage: Was kann man alles aus Weintrauben herstellen? beantworten, sollten wir die Ernte fachgerecht, und das heißt unter anderem auch zum richtigen Zeitpunkt durchführen.

In einem Forum für Weinanbau tauchte einmal eine Frage einer Dame auf, die nicht wusste, warum ihr Wein immer so sauer, praktisch ungenießbar sei. Es stellte sich heraus, dass sie den Wein immer dann geerntet hatte, wenn die Gemeinde die Nutzung der gemeindeeigenen Apfelpresse kostenlos freigab. Sie war der Meinung, die fehlende Süße könne man durch Zuckerzugabe kompensieren.

So geht das natürlich nicht. Die Süße ist ein wichtiges Merkmal einer reifen Weintraube. Weitere Merkmale sind:

• Fruchtstiele sind verholzt
• die Weintrauben sind vollständig durchgefärbt
• die Kerne sind nicht mehr grün, sondern cremeweiß bis braun geworden

Weintrauben sind vollständig

Bei der Ernte werden die Fruchtstiele durchgeschnitten und die Trauben als ganzes geerntet. Beschädigte oder faule Beeren werden danach entfernt. Mit der Ernte ist die Reife der Weintrauben dann auch abgeschlossen. Es gibt also nicht, wie bei fast allen anderen Früchten, eine Nachreife, wo die Früchte alleine durch die Lagerung noch reifer und süßer werden.

Das ist ein Grund dafür, warum man bei Weintrauben immer lieber noch ein paar Tage warten sollte, damit sie noch etwas Sonne abbekommen und damit ihre typische, aromatische Süße noch steigern.

Verschiedene Sorten können zu einer langen Ernteperiode führen

Um die Ernte und damit auch den Aufwand für die Verarbeitung besser zu verteilen könnten Sie auch verschiedene Sorten anbauen, die zu verschiedenen Zeitpunkten im Herbst und Frühwinter reif werden.

Die frühe Lese beginnt meist schon Ende August, dann folgen mittelfrühe Sorten und die späte Lese findet dann erst Mitte bis Ende Oktober ihr Ende.

Die Trauben werden immer als ganzes erhalten, bis man die einzelnen Beeren verzehrt. So halten sie sich am besten.

Was machen mit der Ernte?

Gleich essen ist natürlich immer die beste Lösung, die aber je nach Sorte und nach Menge oft nicht ausreicht. Sie können frisch geerntete Trauben etwa fünf Tage lang verwahren und frisch essen. Dann waschen Sie die Trauben bitte nicht gleich nach der Ernte, sondern höchstens direkt vor dem Verzehr. Sie können Trauben länger frisch halten, wenn Sie sie in feuchte Küchentücher einwickeln und im Kühlschrank wird die Frischezeit auf etwa zwei Wochen verlängert.

frisch geerntete Trauben Weintrauben

In der Tiefkühltruhe halten die Trauben mehrere Monate lang bis zu einem Jahr und als Rosinen getrocknet gar für mehrere Jahre.

Was man sonst alles mit Weintrauben machen kann, lesen Sie im Folgenden!

Rosinen machen

Um gleich einmal mit dieser Konservierungsart zu beginnen: Sie brauchen nicht einmal einen Dörrautomat, um Rosinen herzustellen, sondern ein Backofen mit Umluft reicht dazu. Bei schönem Wetter können Sie die Rosinen auch draußen an der Sonne trocknen lassen:

Waschen Sie die Weintrauben und schneiden Sie die Beeren so ab, dass ein kleines Stückchen Stiel stehen bleibt. Lassen sie die Trauben für zwei bis drei Tage an der Sonne trocknen, bis sie die typische, ledrige rosinenartige Konsistenz bekommen haben und rupfen sie die Stile vor der endgültigen Lagerung aus. Wenn die Nächte feucht oder nebelig sind, dann holen sie die Beeren abends ins Haus.

Sollte das Wetter nicht passen, dann können Sie die Beeren auch auf ein Backblech mit Backpapier legen. Arbeiten Sie mit 60 bis 70°C, Umluft und klemmen Sie etwas zwischen die Tür und den Rahmen, so dass die Backofentür leicht geöffnet bleibt. Bei der Methode haben die Beeren meist schon nach sechs bis acht Stunden die richtige Konsistenz.

Es versteht sich von selbst, dass kernlose Sorten für die Rosinenherstellung am besten geeignet sind.

Rosinenherstellung Weintrauben

Viele Ideen für die Verarbeitung von Weintrauben

Die Frage: Was kann man alles aus Weintrauben machen? hat tatsächlich so viele Antworten, dass wir uns hier auf eine kleine, teils stichwortartige Auswahl beschränken müssen. Prinzipiell handelt es sich um

• frisches Obst
• Salate mit Weintrauben
• Desserts und Süßspeisen
• Gelees
• Beilagen
• Suppen
• Säfte
• Alkoholische Getränke, wie Wein oder Grappa

Säfte

Weitrauben können im Entsafter oder in der Obstpresse entsaftet werden. Diesen köstlichen Saft können Sie gleich trinken oder etwas angären lassen und dann trinken (Vorsicht dann ist der Saft schon alkoholisch!) In großen Gefäßen mit Gäraufsätzen kann der Saft dann auch bis zu richtigen Wein weiter gären.

Lagern lässt sich Saft auch in Flaschen, sobald er abgekocht ist.

Gelee

Ein Kilo Weintrauben mit 750g Gelierzucker und zwei dünn geschnittenen Biozitronen ziehen und dann eine bis 1,5 Stunden köcheln lassen. Der Gelee lässt sich etwa mit etwas Pfefferminze, gerösteten Mandeln oder Nüssen verfeinern und dann in saubere Gläser füllen.

Gelee Weintrauben

Weintraubenmarmelade

Dabei konservieren Sie nicht nur den Saft, wie beim Gelee, sondern passieren die gekochten Trauben durch ein Sieb. Zitronen und Vanille eignen sich zum Abschmecken.

Obstsalat, Weintraubenstrudel, mit Estragon eingelegte Weintrauben, Honigcreme mit Weintrauben, Lollo Rosso mit Weintrauben, Weintraubenkompott sind nur einige weitere Ideen.

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