Gründüngung nach Kartoffeln – Wie machen Sie es richtig?

Gründüngung nach Kartoffeln ist ein aktuelles Thema welches drei Themenfelder umfasst:

1. Bodenerholung und Bodendüngung nach der Ernte eines sogenannten „Starkzehrers“.

2. Wintergärtnerei, das heißt: Wie bepflanzen Sie Ihren Garten im Winter.

3. Fruchtfolge, also eine abwechslungsreiche Kulturfolge in den einzelnen Beeten, die positive und synergetische Effekte der jeweiligen Kulturen nutzt.

Gründüngung nach Kartoffeln 22

Haben Sie ab Oktober Pause am Gartenhaus? Oder ist der Winter für Sie eine Jahreszeit, in der der Garten – zwar vermindert aber doch – weiter eine gezielte Kultivierung bekommt?

Sei es durch den Anbau von Wintergemüse entweder im Freien, in abgedeckten Hoch- oder Frühbeeten oder in Folientunneln oder durch den Anbau von Gründüngung.: Es zeigt sich immer mehr, dass die traditionelle Pause des Gartens im Winter klug genutzt werden kann, was besonders in der Biogärtnerei eine Rolle spielt, bei der man naturnäher arbeitet und generell einen Humusaufbau im Boden anstrebt.

Wie funktioniert Gründüngung überhaupt?

Bei der Gründüngung werden Pflanzen angebaut, um sie später dem Boden in Form von Mulch oder auch untergepflügt wieder dem Boden zurückzugeben.

Dabei spielen verschiedene Effekte eine Rolle:

  • Der Boden ist bewachsen und ist nicht „nackt“ der Witterung ausgesetzt. Das schützt das sogenannte „Edaphon“, die Gesamtheit der im Boden lebenden Organismen. Sie erhalten einen Schutz vor direktem Regen und Sonne, Nahrung durch verrottendes Pflanzenmaterial und die für die Flächenkompostierung von Mulch nötigen Organismen bleiben dem Boden erhalten.
  • Die Wurzeln der als Gründüngung angebauten Pflanzen haben einen auflockernden Effekt. In vielen Fällen, etwa bei Leguminosen, wie Klee oder Wicken wird der Boden zusätzlich durch die mit den Wurzeln in Symbiose lebenden, Luftstickstoff bindenden Bakterien mit wertvollem Stickstoffdünger angereichert. Die Wurzeln verbleiben im Boden und durchsetzen den Boden damit auch als Humus, sobald die Gründüngung abgestorben oder abgeerntet wird. Verdichtungen im Unterboden können gezielt durch den Anbau von tiefwurzelnden Gründüngungspflanzen wie Lupinen oder Sonnenblumen behoben werden.

Gründüngung nach Kartoffeln Sonnenblumen

  • Der Boden wird vor physikalischen Schädigungen geschützt. So treffen Regentropfen nicht mehr mit voller Wucht auf die blanke Erde und verdichten sie damit, Temperaturschwankungen und starke Minusgrade werden durch eine isolierende Wirkung des Bewuchses abgeschwächt.
  • Bekannte Schädlinge, wie beispielsweise bestimmte Nematoden, können durch die Gründüngung nach einer Kultur oder auch in Vorbereitung auf eine bestimmte Kultur im Boden bekämpft bzw. vermindert werden. Dazu werden oft Senf oder Ölrettich, auch gerade als Vorbereitung für einen Kartoffelanbau verwendet.
  • Durch den Einsatz schnell wachsender Kulturen werden aufkeimende Unkräuter unterdrückt.

Beim Anbau von essbaren Gründüngungspflanzen, wie etwa Ackerbohnen oder Feldsalat nach Kartoffeln überschneiden sich die Konzepte von Gründüngung und sinnvoller Fruchtfolge. Wir werden im Folgenden trotzdem einige solche Möglichkeiten mit erwähnen.

Gründüngung nach Kartoffeln mit im Winter absterbenden Kulturen

Je nachdem ob Sie Frühkartoffeln oder Spätkartoffeln angebaut haben, kommt eine Aussaat im späten September je nach Klimazone schon etwas zu spät, wenn Sie die Gründüngung vor den ersten schweren Frösten noch zu voller Größe heranziehen möchten.

Wenn wir den späten September als späten Aussaattermin nennen, dann bezieht sich das auf einen Mittelwert der Klimazonen in Deutschland. In günstigen Lagen kann der angegebene Aussaattermin auch ins spätere Jahr verschoben werden, besonders, wenn es Ihnen egal wäre, wenn die Gründüngung es vor dem Absterben nicht mehr zu voller Größe schafft.

Gründüngung nach Kartoffeln September

Nach der „Starkzehrerkultur“ Kartoffeln sind vor allem Stickstoffsammler besonders geeignet. Dazu gehören:

1. Die Lupine. Sie wächst schnell und ist geeignet, Unkräuter zu unterdrücken. Ihre bis zu drei Meter tief reichenden Wurzeln lockern auch den Unterboden auf. Sie wird bis zu 60cm hoch, wenn sie bis spätestens August ausgesät wird. Sie wird meist schon bei -5°C absterben und bleibt dann als schützende Mulchschicht liegen.

2. Der Perserklee. Auch er sollte schon bis Ende August ausgesät sein. Er ist eine Bienenweide. In Mischkultur mit Kohlsorten, wie Grünkohl, Asiasalat oder Rosenkohl, die Sie vielleicht über Winter anbauen, wehrt er die Kohlfliege und den Kohlweißling ab.

3. Seradella (Ornithopus sativus) wird auch gerne als Futterpflanze angebaut. Seine Wurzeln reichen immerhin bis 1,5m tief in den Boden.

4. Die Sommerwicke (Vicia sativa) ist weniger für saure Böden geeignet und erzeugt viel Biomasse.

5. Die Ackerbohne (Vicia faba) ist auch ein Tiefwurzler und besonders auch für schwere Böden geeignet. Ihre Pfahlwurzeln gehen bis zu 1,5m tief in den Boden. Wenn Sie sie im Frühjahr schon aussäen, kommen Sie sogar in den Genuss der Bohnen. Im milden Gegenden können sie Ackerbohnen auch im Herbst aussäen und dann im Frühjahr ernten, weil sie erst ab etwa -10°C absterben.

Für alle diese aufgeführten Leguminosen-Gründüngungen gilt, dass sie einerseits Luftstickstoff im Boden anreichern, andererseits aber auch nicht als Vorkultur für Bohnen oder Erbsen verwendet werden sollten.

Andere nützliche Gründüngungen, die im Winter normalerweise absterben sind:

  • Phazelia
  • Gelbsenf
  • Sonnenblumen
  • Ringelblumen
  • Buchweizen
  • Studentenblume
  • Ölrettich

Gründüngung nach Kartoffeln Ringelblumen

Gründüngung mit Pflanzenarten, die den Winter meist überleben

Für diese Pflanzenarten gehen naturgemäß auch spätere Aussaatzeiten etwa September bis Oktober.

Unter den Leguminosen gibt es da nur vier Optionen:

1. Die Winterwicke hat ein reiches Wurzelwachstum und geht bis 1.5m tief in den Boden. Leider ist sie aber für schwere Böden nicht so gut geeignet. Sie wird oft mit Roggen oder Weizen angebaut, deren Halme ihr Halt geben.

2. Die Alfalfa-Luzerne (Medicago sativa) geht sogar bis zu 5m tief in den Boden hinein. Sie wird bis zu 90cm hoch, bildet viel Biomasse und kommt auch mit schweren Böden zurecht.

3. Die Esparsette (Onobrychis vicifolia) kann auch als Futterpflanze verwendet werden. Aussaat Ende September ist in wärmeren Klimazonen noch möglich. Sie verträgt keine Bodenfeuchtigkeit, ist für trockene Standorte sehr gut geeignet und bietet auch eine Bienenweide.

4. Der Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) spielt in der Mischkultur mit Kohlarten dieselben Vorteile aus, wie der Perserklee, nämlich dass er Kohlfliegen und Kohlweißlinge vergrämt. Seine Wurzeln gehen bis einen Meter tief in den Boden und er wird bei Temperaturen unter -10°C meist absterben.

Feldsalat, Spinat, Winterrüben und Erdbeeren eignen sich ebenfalls als Kultur nach Kartoffeln auch wenn sie eher in die Sparte: Folgekulturen und weniger die der Gründüngung nach Kartoffeln fallen.

Gründüngung nach Kartoffeln Winterrüben

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Gründüngung nach Kartoffeln. Der Artikel behandelt Vor- und Nachteile verschiedener Kulturen und sagt Ihnen, wie Sie es machen können. 

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