Gemüse im Winter anbauen auf dem Balkon – Geht das?

Der Winter wurde in letzter Zeit eher als Ruhepause zwischen zwei Gartensaisons angesehen, weil wir uns schon daran gewöhnt hatten, dass Supermärkte praktisch rund um´s Jahr die gesamte Palette an frischen Gemüsen und Salaten für uns bereitstellten. Dass diese zum Teil unter erheblichem Energieaufwand in Gewächshäusern gezogen oder über weite Strecken zu uns hin transportiert werden mussten, interessierte uns dabei weniger.

Dabei hat der Anbau von Wintergemüse auch hierzulande eine alte Tradition und wurde zuletzt während der Kriegsjahre aktiv gefördert, um die für die Gesundheit so wichtige ganzjährige Versorgung mit frischem Grünzeug sicher zu stellen. Auch aus der Zeit davor weiß man heute, dass es eine wichtige, ja lebensnotwendige Tradition war, den Winter nicht nur mit Vorräten von haltbar gemachten Lebensmitteln zu überleben, sondern auch frisches Gemüse auf dem Feld erntete.

Heute sind es sowohl Menschen, die gerne Biogemüse, also nicht chemisch behandeltes Gemüse essen und die deswegen immer mehr in Richtung Selbstversorgung gehen, die den Anbau von Wintergemüse wieder entdecken als auch Gourmetköche, die den besonderen Geschmack der winterlichen Schätze suchen, den ihnen weder Sommergemüse noch importiertes Gemüse bieten können.

Schmeckt Wintergemüse anders als Sommergemüse?

Tatsächlich wachsen Wintergemüse ja wesentlich langsamer, sie haben also auch wesentlich mehr Zeit, ihre arteigenen Geschmäcke deutlicher auszubilden. Zudem frieren sie immer wieder einmal ein und auch das verändert den Geschmack, wie jeder weiß, der schon mal Rosenkohl oder Grünkohl nach dem Frost geerntet hat und deren Geschmäcke mit denen von vor dem Frost geernteten Exemplaren verglichen hat. Tatsächlich gilt das aber für alle Gemüse, die über den Winter geerntet werden können. Bekannt ist das für Karotten oder auch viele andere Arten von gelben Rüben, die dabei süßer werden und es trifft auch auf sämtliche Rüben, Wurzeln oder Knollen, wie etwa Knollensellerie, Knollenfenchel, Radieschen, Rote Beete Arten, Herbstrüben, Schwarzwurzeln oder Kohlrabi zu. Auch Salate, wie die schon als Wintersalat bekannten Feldsalatarten, Chikoree, Asia-Salate, wie Mizuna oder Red-Giant und Wildkohle, Winterpostelein aber auch klassische Kopf- oder Pflücksalatarten oder Römersalatarten, wie Teufelsohr oder Forellenschluss nehmen über den Winter einen anderen, wie die Spitzenköchen finden, besseren Geschmack an.

Die Pflanzen schmecken intensiver, natürlicher, robuster, haben mehr Bitterstoffe und sind gesünder. Man spricht auch von “frostgeküsstem” Gemüse. Häufig nimmt auch die natürliche Süße zu, je länger die Gemüse draußen bleiben und die Salate werden knackiger.

Ärzte, die sowieso immer den Verzehr von frischem Obst und Gemüse empfehlen, schätzen diesen Gehalt an Bitterstoffen neben dem hohen Anteil an Ballaststoffen als verdauungsfördernd und gut für die Darmgesundheit ein.

Gemüse im Winter anbauen geht auf dem Balkon oder im Garten

Nicht jeder hat ein schönes Blockbohlenhaus mit eigenem Garten. Aber genau wie Sie alle möglichen Sommergemüse auch auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen können, so können Sie auch Wintergemüse dort anbauen.

Generell ist für einen Balkonanbau zu empfehlen, dass Sie eher größere Pflanzgefäße nutzen, vielleicht sogar selbstgebaute Blumenkisten, die in der Größe bis an Minihochbeete herankommen können. Voraussetzung ist allerdings, dass der Balkon viel Licht hat. Südlagen zwischen Ost und Westlagen sind dabei im Vorteil. Balkone auf den nördlich gelegen Seiten eignen sich vermutlich höchstens für ausgesprochene Schattenpflanzen, wie Mangold, Dill, Minze, Petersilie, Schnittlauch, manche Salate, Sauerampfer oder Erdbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren oder Schattenmorellen.

Was muss man machen um den Winter über frisches Gemüse zu haben?

Wenn Sie nächstes Jahr vielleicht zu Weihnachten einen lecker zubereiteten Kürbis mit Asiasalat oder Mangold frisch vom eigenen Balkon zubereiten möchten, dann brauchen Sie nicht viel mehr zu tun, als die geeigneten Arten so früh auszusähen, dass sie im Winter erntereif sind. Das kann je nach Sorte von August bis Oktober sein. Dabei berücksichtigen Sie, dass das Gemüse theoretisch nur noch wächst, wenn die Temperaturen über 10 Grad sind. Praktisch zeigt es sich aber, dass diese winterharten Sorten tatsächlich bei allen Plustemperaturen ein bisschen wachsen. Hier geht probieren über studieren.

Sortennamen wie Winterheckenzwiebel, Wintersalat und so weiter sind dabei gute Wegweiser für brauchbare Arten.

Wie schützt man die Pflanzen vor dem Frost?

Tatsächlich können Sie das passende Gemüse im Winter anbauen auf dem Balkon oder im Garten ohne jegliche Heizung oder Schutz vor dem Frost. Diese Gemüsearten vertragen es, vorübergehend einzufrieren, tauen danach einfach wieder auf und wachsen weiter.

Was Sie im Garten tun können, ist ein Schutz mit Folientunneln. Dabei schützen diese aber nicht vor der Kälte, sondern vor allem vor mechanischer Einwirkung etwa durch Wind, Tiere oder Schneefall. Mechanische Bewegung der eingefrorenen Pflanzenteile ist nämlich das  Einzige, was die Pflanzen wirklich übelnehmen, denn dadurch kann es zu Gewebeschäden kommen. Berücksichtigen Sie das auch bei der Ernte, und wenn Sie bei Frost ernten, dann achten Sie darauf, die ungeernteten Nachbarpflanzen möglichst wenig zu berühren. Eine Schneeschicht im Garten ist natürlich auch immer gut, weil sie den Boden vor dem allzu tiefen Durchfrieren schützt. Auf dem Balkon kann es auch nichts schaden, die Kübel oder Beete von außen etwa zu isolieren, um ein völliges Durchfrieren des Bodens zu verhindern. Lässt es sich nicht verhindern, dann besteht die Gefahr, dass die Pflanzen während eines warmen, sonnigen Tages vertrocknen, weil der Boden noch gefroren bleibt und damit kein flüssiges Wasser bereitstellt. In diesem Fall könnten Sie Ihre Pflanzen etwas beschatten.

Einzelexemplare oder kleine Gruppen lassen sich auch durch Winterschutzzelte, Käseglocken oder in mit transparenter Abdeckung verschließbaren Mist-. Früh- oder Hochbeeten zusätzlich schützen.

Junge Pflanzen akklimatisieren sich leichter

Daher wird geraten, Schutzmaßnahmen wie Folientunnel oder andere transparente Abdeckungen wenn überhaupt, dann erst frühestens im November einzusetzen, damit die Pflanzen noch in ganz jungem Alter genug Zeit haben, sich gut an die Kälte anzupassen.

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