Gemüse für den Schatten

Die neue Gartensaison rückt immer näher, die Gärtner haben vielleicht schon erste Gemüsearten, wie Paprikas, Auberginen, Tomaten oder frostharte Gemüse vorgezogen, die Begonienknollen aktiviert und bald schon wird es auch möglich sein, erste Arbeiten im Garten durchzuführen.

Bei der Planung einer sinnvollen Fruchtfolge stellt sich auch immer wieder die Frage, welche Pflanzen für welche Lichtverhältnisse geeignet sind. Oft hätte man mehr Platz für Beete, aber es ist immer die Frage, ob und welche Gemüsearten im Schatten oder Halbschatten gedeihen.

Sicher ist das Licht der Sonne der essentielle Energielieferant für die Pflanzen und damit für das Leben auf dem Planeten überhaupt und von daher sind Gemüsebeete, die völlig unbeschattet liegen, meist auch am besten nutzbar. Es gibt aber auch Spezialisten, die im Schatten besser wachsen und eine ganze Menge Arten, die zumindest Halbschatten mit etwa nur durchschnittlich drei Stunden direkter Sonne täglich sehr gut vertragen.

Welche Gemüse für den Schatten geeignet sind, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Traditionell sind Waldbewohner gut für den Schatten geeignet

Man kennt das von den Beerensorten: Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Schattenmorellen sind als Gewächse, deren Ursprungsformen Waldbewohner waren, auch für schattige oder halbschattige Stellen geeignet.

Gibt es solche bei Gemüsen auch?

Tatsächlich verwischen bei heimischen Wildpflanzen oft die Grenzen zwischen Heilkraut und Gemüse. Ein Beispiel ist die schattenliebende Wildpflanze Bärlauch, die sowohl in Salaten gegessen werden kann und gekocht wie Porree ein wertvolles Gemüse und Würzkraut ist, als auch als Heilpflanze anregend, cholesterinsenkend, entzündungshemmend, harn- und schweißtreibend, antibiotisch, schleimlösend, blutreinigend und durchblutungsfördernd bei Bronchitis, Arteriosklerose, Koliken, Durchfall, Zahnschmerzen und Mundentzündungen, Blasenentzündungen und Bluthochdruck, sowie äußerlich gegen Warzen verwendet werden kann. Eine ähnliche Liste an Heilwirkungen könnte man auch für den Weißkohl aufstellen.

Tatsächlich kann man viele Wildpflanzen und auch manche Zierpflanzen, wie zum Beispiel die schattentoleranten Funkien als Gemüse verwenden und alle haben auch irgendwelche Heilwirkungen und können mit ihrem charakteristischem Geschmack die Küche bereichern.

Wildpflanzen, die als Schattengemüse nutzbar sind

Für die Neuanlage von Beeten könnte es nützlich sein, die Wildpflanzen zu kennen, die bei Ihnen auf dem Grundstück von alleine wachsen. Was könnte einfacher sein, als Gemüse einfach nur zu ernten, weil es sowieso schon dort wächst? Kein Säen, kein Pflegen, kein Graben, kein Jäten. Nur Ernten und natürlich essen. Dabei sind diese wilden Pflanzen auch meist viel aromatischer und mit ihren vielen Vitaminen, Vital- und Mineralstoffen auch gesünder, als extra angebaute Gemüse. Natürlich sind sie auch besonders dankbare Objekte für einen Anbau, wenn die Bodenbedingungen für sie stimmen.

So sind als ursprüngliche Waldbewohner für den Halbschatten zu empfehlen:

  • der Bärlauch
  • der Kerbel
  • die Weinraute
  • der Sauerampfer
  • der Beinwell
  • das Tellerkraut, auch Postelein oder Portulak genannt und
  • der Gundermann

 vollen Schatten vertragen sogar

  • der Waldmeister
  • die Zitronenmelisse
  • die Brunnenkresse
  • der Giersch
  • das Springkraut (Ja, dieses ist tatsächlich essbar)
  • das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) und
  • die Vogelmiere

Diese Pflanzenarten sind teils in der natürlichen Waldvegetation nach wie vor heimisch oder sie sind, wie etwa das Springkraut oder das Tellerkraut als sogenannte Neophyten neu hinzugekommen. Probieren Sie den Geschmack dieser manchmal noch als “Unkräuter” angesehenen Wildgemüse einmal aus und Sie werden vielleicht schon bald so manche davon in Ihre Salate oder Gemüsesuppen integrieren wollen.

Für manche, die vielleicht besonders gut wachsen, wie etwa Bärlauch und Giersch könnten Sie für einen Erstanbau auch “ausbruchsichere” Beete mit Wurzelsperren in Erwägung ziehen oder beim Springkraut etwa eine Ernte schon frühzeitig vor der Samenausbildung.

“Herkömmliche” Gemüse für den Schatten

Die meisten dieser Gemüsearten sind Produkte langer Zuchtbemühungen auf meist offenen, freien Gemüsefeldern und vertragen daher volle Sonne. Viele davon sind allerdings auch noch mit Halbschatten zufrieden oder fühlen sich dort sogar wohler.

Im Halbschatten oder im lichten Schatten wachsen:

  • die Kohlarten (Weißkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Grünkohl)
  • die Asia-Salate, wie Mizuna, Pak Choi, Red Giant,
  • Erbsen
  • Buschbohnen und Stangenbohnen
  • Spinat
  • Schnitt- und Kopfsalat
  • Rucola
  • Feldsalat
  • Mangold
  • Rote Beete
  • Radieschen
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Schnittlauch
  • Lauch oder Porree
  • Möhren
  • Pastinaken

Wenn Sie auch Kräuter anbauen möchten, dann kommen für den Halbschatten noch

  • Petersilie
  • Minze
  • Dill und
  • Oregano

in Frage.

Wurzelkonkurrenz

Einen Vorteil der noch ursprünglicheren wilden Waldbewohner haben diese Pflanzen jedoch meist verloren: Sie gedeihen unter Bäumen nicht so gut, was oft dann allerdings weniger an den Lichtverhältnissen liegt, sondern daran, dass sie die Wurzelkonkurrenz der großen Bäume nicht mehr so gut kompensieren können, wie die wilden Waldbewohner. Postelein oder Giersch haben im Baumschatten keine Probleme. Ein Weißkohl dürfte dort allerdings etwas kleiner werden, als sein Artgenosse im (baumwurzel-)freien Feld. Achten Sie einfach mal darauf, was bei Ihnen im Garten unter den Bäumen sowieso schon gerne wächst. Mit etwas Glück sind ja einige der oben erwähnten Wildgemüse dabei, die sie dann dort gezielt fördern oder vermehren können.

Schatten aufhellen

Wenn Ihnen große Bäume Bereiche überschatten, die Sie eigentlich für den Gemüseanbau nutzen möchten, dann denken Sie auch an die Möglichkeit, einfach mal ein paar größere Äste abzusägen. Das kann am Boden viel ausmachen, selbst wenn auch nach dem Schnitt noch keine direkte Sonne auf das Beet fällt.

Eine andere Möglichkeit, Schatten aufzuhellen, der von Gebäuden stammt, ist, die Wand einfach weiß anzustreichen.

Wenn Sie Ihr Blockbohlenhaus auf der Nordseite weiß streichen, dann bekommen die Schattengemüse dort gleich viel mehr Licht und das kann im Ernteerfolg viel ausmachen.

Im Schatten und Halbschatten ist eher weniger Düngung nötig

Wenn sie mit dem Wachstum im Schatten nicht zufrieden sind, dann denken Sie immer daran, dass auch ausgesprochene Schattenpflanzen im Endeffekt vielleicht langsamer wachsen als Pflanzen auf hellen Beeten. Düngen Sie im Schatten auf jeden Fall immer etwas sparsamer, um Nitratanreicherungen in den Pflanzen zu vermeiden.

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