Fruchtfolge im Garten

Fruchtfolge ist ein sehr altes Prinzip, was auch aus der modernen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken ist. In den Gemüsegärten rund um die Gartenhäuser wird das Prinzip von vielen Gärtnern mehr oder weniger beachtet, um die Erträge zu optimieren und auch um es Schädlingen und Pflanzenkrankheiten etwas schwerer zu machen.

Ein Boden, der jedes Jahr – vielleicht sogar zweimal im Jahr – einen guten Ertrag abwerfen soll wird belastet durch die Bearbeitung selber, durch den Verlust der Mineralstoffe, die man durch Düngung wieder zuführen kann aber er erschöpft sich auch an Spurenelementen, die man als normaler Hausgärtner kaum einmal nachdüngen wird.

In der modernen Landwirtschaft, wo jede Kultur einen im Voraus kalkulierten Gewinn abwerfen muss, ist das Prinzip etabliert, ja sogar in der chemischen Landwirtschaft, wo Kulturen erst nach detaillierten Bodenanalysen ausgebracht werden und mit genau definierten Mengen gedüngt werden. Fruchtfolge im Garten wird weniger professionell durchgeführt aber es gibt durchaus einige Prinzipien, die angewendet werden können und Ihnen in Ihrem Gemüsegarten zu guten Ergebnissen verhelfen.

Die historische Entwicklung des Prinzips Fruchtfolge

Eine frühe Form findet sich bereits in der Zweifelderwirtschaft der Antike. Damals wurde ein Feld immer ein Jahr lang bewirtschaftet und ein Jahr lang brach liegen gelassen. In diesem Jahr konnte der Boden sich erholen und die Natur ihre heilende Wirkung entfalten. Oft wurden Flächen im Prinzip des Landwechsels von nicht sesshaften Bauern bewirtschaftet, die jedes Jahr Flächen rodeten, ein Jahr lang die natürliche Fruchtbarkeit nutzten und dann wieder brach liegen ließen.

Beide Formen wurden von den Römern schon in den besetzten Gebieten durchgeführt.

Im Mittelalter etablierte sich die Dreifelderwirtschaft: Von drei Feldern wurde immer eines schon im Herbst mit Wintergetreide eingesät, ein weiteres im Frühjahr mit Sommergetreide und ein drittes Feld lag brach oder wurde als Tierweide genutzt.

Schon im 18.Jahrhundert begann der sogenannte moderne Landbau. Zu dieser Zeit wurden bereits großflächig Kartoffeln angebaut, Rüben und die Düngewirkung von Rotklee war bekannt.

Die wissenschaftliche Erforschung der Landwirtschaft ab dem Ende des 18.Jahrhunderts in Deutschland führte zu neuen Erkenntnissen und Arbeitsweisen, die damals, lange vor der Zeit der durch die Ölbarone verursachten Umgestaltungen aller Lebensbereiche, die dann auch in die petrochemische Landwirtschaft führten, noch eine Vermehrung des Humusanteils der Böden zum Ziel hatten. Unter anderem wurden sogenannte Hackfrüchte, wie Kartoffeln oder Rüben, als Kulturen, die eine intensive Bodenbearbeitung erforderten und damit einen Umsatz der organischen Reste der Vorjahre bewirkten statt des Brachejahres etabliert.

Heutige Fruchtfolgen in der Landwirtschaft

Die Prinzipien, die die Fruchtfolgen in der heutigen Landwirtschaft begründen, sind dieselben, wie die, die auch bei Fruchtfolgen im Gemüsegarten zum tragen kommen:

  • Gesündere Pflanzen, weniger Einsatz von „Pflanzenschutzmitteln“
  • Weniger Düngen durch sinnvolle Abfolgen, Gründüngung und Bodenschutz
  • Weniger Erosion
  • Erhöhung des Humusgehaltes des Bodens
  • Störung der Fortpflanzungszyklen von Pflanzenschädlingen, wie etwa Pilzen oder Insekten, die auf eine bestimmte Kultur spezialisiert sind
  • Störung der Fortpflanzungszyklen von Ackerunkräutern, die besonders stark in bestimmten Kulturen vorkommen.
  • Tiefwurzelnde Zwischenfrüchte, wie Raps oder Luzerne werden gezielt genutzt, um Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten nach oben zu holen.

Die Fruchtfolge in der modernen Landwirtschaft ist eine Wissenschaft für sich, auf die wir hier nicht näher eingehen.

Stattdessen wollen wir uns einmal ansehen, wie man die Prinzipien der Fruchtfolge im eigenen Garten anwenden kann.

Fruchtfolge im eigenen Garten

Hier sind Empfehlungen natürlich immer davon abhängig, wie Sie im Gemüsegarten anbauen, welche Gemüsesorten und so weiter. Es gibt Tabellen, welche Gemüsearten gut miteinander auskommen und welche Vorkulturen für bestimmte Arten günstig sind.

Wenn Sie ein Schema zugrundelegen möchten, dann bietet sich ein Fruchtwechsel an, der den durchschnittlichen Nährstoffbedarf einzelner Kulturen zur Grundlage hat. Wenn Sie zwischen Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern unterscheiden, dann könnte eine Fruchtfolge nach dem Vorbild der Vierfelderwirtschaft auf jedem einzelnen Beet so aussehen:

  • Starkzehrer
  • Mittelzehrer
  • Schwachzehrer
  • Gründüngung

Und so weiter. Auf diese Weise können Sie immer 75% Ihrer Gartenfläche nutzen.

Zu den Starkzehrern gehören beispielsweise:

  • Kohlarten
  • Kartoffeln
  • Kürbisarten
  • Gurken
  • Tomaten
  • Lauch
  • Paprika
  • Mais

Mittelzehrer sind zum Beispiel

  • Salate
  • Fenchel
  • Sellerie
  • Spinat
  • Möhren
  • Zwiebeln
  • Schnittlauch
  • Lauch
  • Mangold

Schwachzehrer sind zum Beispiel:

  • Kräuter
  • Radieschen
  • Erdbeeren
  • Kresse
  • Bohnen
  • Erbsen

Gründüngung im vierten Abschnitt der Fruchtfolge

Als Gründüngung kann man verschiedene Arten einsetzen. Klee, Lupine, Ackerbohnen, Wicken oder sonstige Leguminosen reichern durch die Symbiose mit Bakterien, die den Stickstoff aus der Luft binden, den Boden wieder mit Stickstoff an, Lupine, Raps, Senf und Sonnenblumen wurzeln sehr tief und holen Nährstoffe aus tiefen Schichten nach oben. Die Bildung von viel Grünmasse ist willkommen. Die Gründüngungspflanzen werden schließlich abgeerntet und das Beet mit der Pflanzenmaterial gemulcht, so dass die gebundenen Nährstoffe über eine Flächenkompostierung wieder dem Boden zugeführt werden. Auch Unterpflügen oder Umgraben wird praktiziert.

Wer sich die Arbeit nicht machen möchte, wird gleich nach der Möhren- oder Bohnenernte, vielleicht im August bis September Gründüngung wie Phazelia oder Inkarnatklee einsäen, die bei Temperaturen ab etwa -5°C absterben, so dass man sich die Arbeit des Mulchens sparen kann und im Frühjahr ein frisch gemulchtes Beet vorfindet.

Sorgen Sie für Wechsel zwischen den Pflanzenfamilien

Bei der Planung Ihres individuellen Schemas für Ihre Fruchtfolge im Garten, berücksichtigen Sie, dass Sie die Beete jeweils nicht nacheinander mit Mitgliedern derselben Pflanzenfamilie bestellen.

So nehmen Sie nach Bohnen oder Erbsen eine Gründüngung die nicht zu den Leguminosen gehört. Nach Kohl pflanzen Sie keine Radieschen, weil beide eng verwandt zur Familie der Kreuzblütler gehören. Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Paprika und Tomaten gehören ebenfalls nicht hintereinander auf dasselbe Beet.

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