Erdbeeren verfrühen – Wie Sie schon im April erste Erdbeeren ernten können

Gerade bei Erdbeeren ist es wichtig, dass von der Ernte bis zum Konsum sowenig Zeit, wie möglich vergeht. Obgleich in letzter Zeit bei Neuzüchtungen immer viel Wert auf "haltbare Früchte" gelegt wurde, bleibt die Erdbeere eine zarte und weiche Köstlichkeit, die am liebsten direkt von der Pflanze genascht wird und so auch fast am besten schmeckt. Nicht umsonst sagt ein altes Sprichwort: "Wahre Disziplin zeigt sich, wenn jemand Erdbeeren ernten kann, ohne sie dabei zu naschen". Sie gehören mit zum Leckersten und Aromatischsten, was die Natur uns zu bieten hat.

Lesen Sie im folgenden Artikel, wie Sie es anstellen, Erdbeeren so zu behandeln, dass Sie vielleicht schon im April erste Früchte ernten können. Man nennt diese Methode: "Erdbeeren verfrühen".

Die Erdbeere, eine Frucht mit einer langen Geschichte

Schon in der Steinzeit wurden Erdbeeren genossen. Allerdings wird es sich dabei wohl um Walderdbeeren (Fragaria vesca) gehandelt haben. Der lateinische Name "vesca" bedeutet übrigens  "essbar". Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Erdbeere ist Europa und Nordasien. Schon ab dem Mittelalter wurde sie auch angebaut, gezüchtet und als Speise, sowie als Heilpflanze unter anderem bei Koliken, Brustbeklemmung und Milz-Schmerzen verwendet.

Heute gibt es buchstäblich Hunderte von Zuchtformen mit großen Früchten. Man unterscheidet frühe und späte Sorten. Alle Zuchtformen sind Zwitter, bilden also sowohl Pollen als auch Früchte aus. Zur Fortpflanzung dienen die Nüsschen, die außen auf den Früchten sitzen, aber eine auch im Garten leicht praktikable Form der Vermehrung besteht in einer Weiterkultivierung der Ausläufer, die auch bei den Zuchtformen noch häufig vorkommen.

Erdbeeren im eigenen Garten pflanzen

Wenn Sie am Gartenhaus Erdbeeren kultivieren möchten, dann achten Sie vor allem auf feuchten, aber durchlässige, humusreichen Boden. Stellen Sie sich einen Waldboden vor. Auch von ihrer Herkunft aus den Wäldern geerbt hat die Erdbeere ihre Fähigkeit, mit halbschattigen bis schattigen Standorten gut auszukommen.

Von den über tausend verschiedenen Sorten, die es heute gibt, sind sicher einige besser und einige schlechter für die Boden- und Klimabedingungen in Ihrem Garten geeignet. Es gibt frühe und späte und auch einmal, zweimal oder gar mehrmals jährlich tragende Sorten. Wenn Sie möchten, bauen Sie doch einfach mehrere Sorten an und vermehren die, die Ihnen am besten gefallen, über Ausläufer weiter.

Als heimische Pflanze ist die Erdbeere winterhart. Manchmal sterben Blätter über den Winter in besonders strengen Frösten ab, aber oft überleben sie auch und gehören mit zu den ersten grünen Flecken, die man im schmelzenden Schnee entdecken kann. Sobald die Bodentemperaturen es erlauben, grünen neue Blattknospen, die Erdbeere bekommt wieder grünes Laub und bildet dann meist ab April Blüten aus, aus denen sich dann im Laufe des Sommers Früchte entwickeln.

Erdbeeren verfrühen 

Zum Verfrühen nimmt man im Allgemeinen frühe Sorten. Während die Erdbeeren normalerweise erst nach den frühen Verwandten aus der Familie der Rosengewächse also den Kirschen, Pflaumen, Äpfeln und Birnen blüht, kann man sie wegen ihrer geringen Höhe leicht bereits im Spätwinter abdecken und so den Neuaustrieb der Blätter, die Blüte und auch die Fruchtbildung so verfrühen, dass man bei frühen Sorten schon im April die ersten Früchte genießen kann.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Verfrühung mit Mulchvlies
  • Verfrühung mit Abdeckvlies
  • Verfrühung mit Mulchvlies und Abdeckvlies in Kombination
  • Verfrühung unter Folientunneln
  • Verfrühung im Gewächshaus

Dabei ist die Verfrühung im Gewächshaus sicher die effektivste Verfrühung, besonders wenn das Gewächshaus im noch dunklen Februar zusätzlich beheizt wird.

Auch Folientunnel sind sehr wirksam. Bei allen Arten der Abdeckung geht es ja darum, die Erde und die Luft um die Erdbeeren herum früher zu erwärmen, indem man die Sonneneinstrahlung etwas intensiviert, die Wärmeabstrahlung behindert und warme, feuchte Luft um die Pflanzen herum zurück hält. Das sprichwörtliche Gewächshausklima eben.

Abdeckvliese kann man ebenfalls schon ab Februar verwenden. Während Regen durch das Vlies hindurch geht, hält es doch erwärmte Luft und Feuchtigkeit zurück. Bei vollsonnigen Standorten empfiehlt sich schon Mitte bis Ende März ein Austausch gegen eine gelochte Folie, um einen besseren Luftaustausch zu gewährleisten.

Was ist mit den Bienen?

Erdbeeren sind ja selbstbefruchtend. Heißt das, dass eine Bestäubung durch Bienen für den Ertrag überhaupt keine Rolle mehr spielt? Leider nicht! Untersuchungen zu diesem Thema haben ergeben, dass der Handelswert von durch Bienen bestäubten Erdbeeren um 54% über dem von Erdbeeren liegen, die ausschließlich durch Selbstbefruchtung entstanden seien.

Nun werden Sie vielleicht sagen, der Handelswert sei Ihnen nicht so wichtig und hätten damit sicherlich recht.

 

Insofern entscheiden Sie selbst, ob Sie Ihre Verfrühung so gestalten, dass Sie den Bienen und Hummeln tagsüber Gelegenheit geben, die ersten Blüten auch anzufliegen oder nicht.

Bei den erwähnten Untersuchungen zeigten sich folgende Unterschiede zwischen bienenbesuchten und selbstbefruchteten Erdbeeren:

Bienenbesuchte Erdbeeren waren

  • durchschnittlich größer und schwerer (etwa 30%)
  • brachten insgesamt einen höheren Ernteertrag
  • waren fester und ließen sich durchschnittlich einen Tag länger lagern
  • hatten weniger Verkrüppelungen und gelbe und grüne Stellen
  • hatten ein günstigeres Säure/Zucker Verhältnis

Wie können Sie so verfrühen, dass Bienen an die Blüten kommen

Dazu müssen Sie wissen, dass man Erdbeeren auch mit Mulchvlies verfrühen kann, weil sich unter dem Vlies die Erde schneller erwärmt. Zusätzlich haben die Früchte eine saubere Auflage und das Unkrautwachstum wird unterdrückt. Natürlich haben bei dieser Methode auch die Bienen keine Probleme, an die Blüten zu kommen.

Eine Kombination von Mulchvlies oder Mulchfolien mit Abdeckvlies ist besonders wirksam für eine Verfrühung. In vielen Betrieben werden ab dem Zeitpunkt, wo sich die ersten Blüten zeigen, dann die Abdeckvliese täglich entfernt und abends wieder aufgelegt, damit die schon schön gewachsenen und blühenden Pflanzen vor strengen Nachtfrösten geschützt aber doch an Tagen mit Bienenflug befruchtet werden können.

Wenn Sie sich die Arbeit machen wollen, dann dürfte diese Methode zu einer optimalen Ernte von schönen frühen Früchten führen.

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