Einen Nistkasten bauen – Ein Beitrag zum vogelfreundlichen Garten

In unserer modernen Kulturlandschaft finden höhlenbrütende Vögel immer weniger Platz zum Brüten. Naturbelassene Wälder, in denen alte Bäume stehen bleiben dürfen, sind eher selten und auch Obstbaumwiesen mit alten Bäumen werden oft als “unwirtschaftlich” gesehen, weil Wirtschaftlichkeit leider immer nur am Profit Einzelner gemessen wird aber nie nach dem Nutzen für die Gemeinschaft. Eine gesunde Natur ist aber für alle wirtschaftlich, denn sie erfreut nicht nur den Menschen, sondern hält auch eine Balance aufrecht, die zum Beispiel das massenhafte Auftreten von Schädlingen in Monokulturen verhindert.

In ihrer Not nisten die Vögel in allen möglichen ungeeigneten Strukturen, wie Straßenschildern, Briefkästen oder sogar Zaunpfählen.

In dieser Situation können wir Vögeln durch das Anbieten von Nistkästen für Höhlenbrüter und Halbhöhlenbrüter helfen. Fütterung sowie eine vogelgerechte Gartenbewirtschaftung, wie etwa das Anlegen von dichten Dornenhecken, in denen Vögel sicher Nester bauen können, und das Zulassen naturnaher Bereiche mit heimischen Beerenpflanzen, sind zusätzliche wirksame Schritte.

Werden Nistkästen gut angenommen?

Im Allgemeinen werden sie sehr gut angenommen. Natürlich ist man mit einem Nistkasten am effektivsten, wenn man für Vogelarten baut, die man schon in der Umgebung beobachtet. Nach den ersten Erfolgen kann man dann weitere Kästen für Arten bauen, die schon selten geworden sind, um zu versuchen, sie wieder anzusiedeln.

Die Belohnung, die man durch das Naturerlebnis bekommt, wenn man die Eltern beim Füttern beobachtet, das bettelnde Gezwitscher der Jungvögel hört oder gar den Fluglingen bei ihren ersten Flugversuchen zusehen kann, ist die Mühe, einen Kasten zu bauen, sicher wert und man wird durch so eine Tätigkeit leicht zum begeisterten Vogel- und Naturschützer.

Nistkästen bauen oder kaufen?

Wenn Sie in ihrem Gartenhaus vielleicht schon Holzbearbeitungswerkzeuge, wie etwa eine Kreis- oder Stichsäge, einen Bohrer und einen Hammer haben, dann macht das selber Basteln sicher mehr Spaß, als einen Kasten fertig zu kaufen. Im Internet gibt es viele detaillierte Baupläne zu finden, unter anderem auch von Baumärkten, die besser sind, als gekaufte, weil sie zum Beispiel hinter dem Flugloch Vorräume haben, die es für Katzen unmöglich machen, die Vogelbabys dort mit den Pfoten heraus zu fischen.

Zudem ist das empfohlene Material der Wahl für ein behagliches Wohnerlebnis mit automatischer Hitze- und Kälteisolierung bei Vögeln genau dasselbe, wie bei Menschen, nämlich Naturholz, während gekaufte Kästen oft aus künstlichem Material, wie Holzbeton, gefertigt sind, welches zwar von Naturschutzorganisationen durchaus auch empfohlen wird, aber das natürliche Nistmaterial für Vögel ist nun mal Holz und daraus, nämlich aus naturbelassenen Brettern, lassen sich auch sehr gute Nistkästen selber bauen.

Was für Arten von Nistkästen gibt es?

Man unterscheidet bei Nistkästen grundsätzlich Nistkästen für Höhlenbrüter, die lediglich durch ein Flugloch erreichbar sind, und solche für Halbhöhlenbrüter, die zwar auch rundum geschlossen sind, aber als Vorderwand nur eine halbhohe Wand besitzen. Die obere Hälfte bleibt offen und dient zum Ein- und Ausflug.

Natürlich sind auch die empfohlenen Größen wichtig, So arbeiten Sie bei einem Nistkasten für eine Blaumeise mit Brettchen in der Größenordnung von 15 bis 20cm in Höhe und Breite und bei einem Nistkasten für ein Waldkauzpärchen braucht man Bauteile eher im 50cm Bereich.

Schließlich gibt es auch noch Kästen, die aussehen, wie Reihenhäuser, etwa für gesellige Brüter, wie Mehlschwalben oder Spatzen. Stare sind zwar auch gesellig und brüten gerne im selben Bereich, den sie auch gemeinsam für die Nahrungssammlung nutzen, aber der Nistkasten selber hängt einzeln.

Welcher Nistkasten für welchen Vogel?

Alle Meisen sind mit eher kleineren Kästen zufrieden. 25 cm im Quadrat und vielleicht 45 cm hoch. Die Formen können variieren, insbesondere, wenn Sie das Flugloch weiter nach vorne verlagern, so dass Katzen nicht bis zum Nest hinunter reichen.

Wenn Sie die kleinen Meisenarten: Blaumeisen, Tannenmeisen, Sumpfmeisen und Haubenmeisen gegen die etwas stärkere Konkurrenz schützen wollen, dann machen Sie das Flugloch im Durchmesser nur etwa 26 bis 28mm groß.

Den Kohlmeisen, Kleibern, Gartenrotschwänzen und Spatzen bieten Sie einen baugleichen Kasten an, aber mit einer etwas größeren Flugöffnung von etwa 32-34mm. Feilen Sie die Flugöffnungen ruhig auf beiden Seiten etwas rund ab; in der Natur gibt es auch nur selten scharfe Kanten.

Stare können auch etwas größere Kästen gebrauchen. Sie brauchen dann eine Flugöffnung mit 45mm Durchmesser und sie sollten mindestens 4 Meter hoch hängen. Wenn Sie Glück haben, bezieht vielleicht sogar eines der selten gewordenen Wendehals pärchen Ihren Starenkasten.

Für Rauch- und Mehlschwalben und Mauersegler gibt es besondere Kästen. Sie ähneln Reihenhäusern und werden am besten direkt unter dem Dachvorsprung auf der dem Wetter abgewandten Seite an einem Haus angebracht.

Für Baumläufer gibt es Kästen mit dem Eingangsloch in der Seite, weil sie das Flugloch nicht anfliegen, sondern am Baum hoch laufen und von da aus seitlich einsteigen.

Für Eulenvögel, wie den Waldkauz , die Schleiereule oder auch für Greifvögel gibt es wieder andere Kästen. Zwar ist es sehr schön und verdienstvoll, wenn Sie solchen Vögeln einen Nistkasten bauen, aber wo der dann die besten Chancen hat, besiedelt zu werden, erfahren Sie am besten in einer örtlichen Vogelschutzorganisation. Ein Turmfalke wird sicher nicht bei Ihnen im Apfelbaum nisten, aber vielleicht im Kirchturm. Solche Kästen können sinnvoll sein, wenn Sie diese Vögel bei sich in der Gegend beobachten.

Hausrotschwänze, Rotkehlchen, Grauschnäpper, Zaunkönige und Bachstelzen sind Halbhöhlenbrüter, die eine halb offene Vorderwand bei ihrem Nistkasten bevorzugen.

Dabei kann die Vorderwand für Bachstelzen, Hausrotschwänze und graue Fliegenschnäpper auch ruhig etwas höher ausfallen

Spatzen können auch Mehrfamilienkästen beziehen.

Wo hängen Sie den Nistkasten am besten auf?

Für Meisenkästen ist eine Höhe von 3 bis 4 Metern passend. Achten Sie darauf, dass Katzen oder Marder möglichst schlecht daran kommen. Eine ruhige Lage ist günstig, denn immerhin sind die meisten Vögel noch relativ scheu.

 

Eine Flugöffnung in Richtung Osten oder Südosten ist richtig für unsere Frühaufsteher, direkte Mittagssonne ist eher ungünstig.

Rauen Sie das Holz ruhig mit der Drahtbürste etwas auf, damit die Vögel und Jungvögel daran besseren Halt finden.

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