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Einen naturnahen Garten anlegen – Teil III

Nachdem wir in den ersten Teilen einige Grundvoraussetzungen besprochen haben, sowie einige konkrete Schritte, wie verschiedene Arten, eine Blumenwiese oder eine Hecke anzulegen, werden wir im dritten und letzten Teil einige weitere Maßnahmen ansprechen, die Sie ergreifen können, wenn Sie einen naturnahen Garten anlegen möchten, der ein harmonisches ökologisches Gleichgewicht erreicht, weil Sie es gelernt haben, mit der Natur zu arbeiten, statt gegen sie.

Wie Sie schon wissen, ist Mischkultur und Artenvielfalt immer Trumpf im Naturgarten, weil dieser Faktor immer dazu beitragen wird, dass sich bestimmte Organismen nicht so stark vermehren, dass sie als „Schädlinge“ oder „Unkraut“ erlebt werden.

Was können Sie tun, um Artenvielfalt im Garten zu fördern

Wir werden die folgenden Themen noch etwas näher betrachten:
• verschiedene Zonen bieten einen abwechslungsreichen Lebensraum für Tiere und Pflanzen und einen spannenden Erlebnisraum für Sie
• Totholzhaufen
• Steinhaufen, -mauern oder -pyramiden
• Teiche und Feuchtgebiete
• aktive Hilfe für wilde Tiere: Vögel, Insekten, Fledermäuse, Igel
• auch ein Nutzgarten kann in den Naturgarten integriert sein
• weniger ist mehr: die „Ordnung“ der Natur ist viel komplexer als was wir als „ordentlich“ empfinden

Verschiedene Zonen im Naturgarten

Mit der Blumenwiese und der Hecke haben wir im Prinzip schon zwei verschiedene Zonen genannt. So wie Sie selbst, so schätzen auch viele Tierarten einen Garten, der abwechslungsreich ist. Da geht es um verschiedene Faktoren:

Licht: Von hellen, sonnigen Bereichen bis zu tief schattigen, wo sich vielleicht Farne wohlfühlen, sollte ein ganzes Spektrum vorhanden sein.

Die Höhe des Bewuchses: Bereiche mit flachem Bewuchs, Wiese, Gemüse oder Kräutergarten, vielleicht sogar ein Rasen, Büsche, Hecken und niedrige Bäume und, wenn Sie den Platz dafür haben, ein hoher Baum. Das muss ja keine Rotbuche sein, obwohl auch Bucheckern im Herbst eine leckere und gesunde Ernte bringen. Auch Kirschen können hoch werden. Verschiedene Vogelarten bevorzugen verschieden hohe Sitzplätze zu verschiedenen Gelegenheiten und Eichhörnchen lieben das auch.

Bodenfruchtbarkeit: Von der artenreichen Magerwiese, bis zu fettem, gut gedüngten Boden im Nutzgarten ist alles möglich. Zur Fruchtbarkeit gehört auch die Wasserversorgung. Wenn Sie eine nasse Stelle haben, warum legen Sie dort nicht ein Feuchtgebiet an? Ein trockener Hügel könnte als Steingarten dienen.

Jede Zone wird ihre eigene Mischung von Bewohnern anziehen und ihr eigenes ökologisches Gleichgewicht finden und alle Zonen werden sich gegenseitig befruchten

Totholzhaufen anlegen

Wenn Sie einen naturnahen Garten anlegen, dann ist einTotholzhaufen ein gutes Beispiel für eine einfache Maßnahme, mit der Sie die Natur in Ihrem Garten stärken. Im ursprünglich bewaldeten Deutschland gab es in der Natur immer jede Menge Totholz in den Wäldern. Heute ist das durch die menschliche Nutzung viel weniger geworden und in vielen Gärten wird Baumschnitt, Stämme und ähnliches verbrannt, gehäckselt oder zu Brennholz verarbeitet. Dabei gibt es sehr viele Tiere, die im, am oder unter so einem Totholzhaufen leben. Viele Insektenarten, finden dort Plätze zum Brüten, was wiederum Spitzmäusen, Igeln, Wieseln, Kröten und Vögeln gut gefällt und viele Vogelarten, wie etwa auch Rotkehlchen oder Zaunkönige nutzen solche Haufen, wenn sie viel Reisig haben und dicht genug sind, auch zum Nisten.

Steinhaufen

Auch Trockenmauern oder mehr oder weniger kunstvoll aufgeschichtete Steinpyramiden erfüllen denselben Zweck: In ihrem sommerwarmen Mikroklima erwarten Sie vor allem wechselwarme Tierarten, wie Eidechsen, Lurche oder Salamander aber auch harmlose bis nützliche Schlangen, wie Blindschleichen oder Ringelnattern können hier wohnen, besonders, wenn Sie nebenan noch ein Feuchtgebiet mit Teich anbieten.

Wenn Sie eine solche Trockenmauer oder Steinpyramide in einen kleinen Steingarten integrieren möchten, dann schaffen Sie beim Bau kleine Taschen, die Sie mit Kompost füllen und Sie können dort Pflanzenarten wie das kleine Seifenkraut, den blutroten Storchschnabel, fette Henne, Pfingstnelken, Blaukissen, Enziane, Lavendel und viele andere Arten einsetzen.

Teiche und Feuchtgebiete

Ein Feuchtgebiet erhöht die Artenvielfalt sehr stark. Nur etwa 6% der Erdoberfläche gehören in diese Kategorie aber 40% der Arten fühlen sich dort wohl. Sie dienen als Wasserspeicher und Wasserfilter. Sie sind sogar als biologische Kläranlagen für Hausabwässer geeignet. Wenn Sie keine natürlichen Stellen haben, wo Sie Bodennässe für die Anlage eines kleinen Feuchtbiotops mit Schilf, Seggen, Binsen oder Sumpfdotterblumen vorfinden, dann legen Sie eines mithilfe von Teichfolie oder Lehmschichten an.

Im Teich mit einer Tiefe von über einen Meter halten kleine Fische die Mücken fern, indem sie deren Larven fressen und Sie überwintern auch dort.

Aktive Hilfe für wilde Tiere
Schon alle besprochenen Maßnahmen sind wertvolle Hilfen für wilde Tiere aber für Vögel, Insekten, Fledermäuse und Igel können Sie auch noch besonders wirksame Maßnahmen ergreifen, indem Sie ihnen zum Beispiel Nistkästen anbieten. Je nachdem, wie der Nistkasten gestaltet ist, wie hoch er hängt, welche Größe, Durchmesser des Flugloches, Standort etwa in Bäumen oder an den Außenwänden am Blockbohlenhaus, siedeln sich die unterschiedlichsten Arten an.

Dabei gibt es für Vögel auch Nistkästen, deren Einflugloch nach vorne versetzt ist, so dass sie katzen- und mardersicher sind.

Billige Insektenhotels aus Baumärkten bringen weniger, als ein solches selbst zu bauen, nachdem Sie sich gründlich informiert haben. Auch sehr viel bringt es den Insekten, wenn Sie abgestorbene markhaltige Stängel von einjährigen Wildpflanzen im Herbst einfach stehen lassen.

Auch ein Nutzgarten kann in den Naturgarten integriert sein

Nachdem wir wissen, wie viele Wildpflanzen auch nutzbar sind, verschwimmen die Grenzen zwischen Naturgarten und Nutzgarten sowieso immer mehr. Ob Sie also einen Grünkohl zwischen die Fuchsien pflanzen, deren Blüten und Beeren ebenfalls essbar sind oder ob Sie es bevorzugen, die klassischen Gemüse in einer gesonderten Zone anzubauen, wo Sie dann auch generell einen besser genährten Boden haben: Natürliche Vielfalt, Mischkultur und Düngung durch pflanzliche Komposte sowie Mulch sind auch hier Trumpf und helfen Ihnen, Ihr Gemüse biologisch und gesund anzubauen.

Pineca ist ein Traditionshersteller von Garten- und Wohngebäuden aus Holz mit Schwerpunkten auf Qualität, Innovation und Service.

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