Ein Beet anlegen ohne Umgraben – Tipps und Tricks

Viele kennen es noch aus früheren Zeiten: Umgraben, eine richtige Knochenarbeit, die meist zu Beginn der Gartensaison im gesamten Nutzgarten anstand. Es war gewissermaßen das Pflügen des kleinen Mannes. Oberflächlich gewachsene Unkräuter wurden nach unten befördert und die schon zu Kompost zerfallenen Unkräuter, die im Jahr zuvor nach unten kamen, gelangten an die Oberfläche. Je nach Bodenart war es dann immer noch eine große Herausforderung, die Schollen feinkrümelig zu hacken, so dass man dort säen oder pflanzen konnte.

In letzter Zeit hat sich im Zuge der Biogärtnerei und der naturnahen Gärtnerei die Ansicht durchgesetzt, dass natürlich gewachsener und in der freien Natur meist sehr fruchtbarer Boden eine natürliche Schichtung besitzt und dicht besiedelt ist mit Bodenflora und -fauna, die ihren spezifischen Lebensraum in den verschiedenen Schichten mit ihren spezifischen Verrottungsgraden des meist nur oberflächlich anfallenden abgestorbenen Pflanzenmaterials findet.

Diese natürliche Schichtung zu erhalten und ihre Bildung und Besiedelung zu fördern, wurde ein wichtiges Anliegen der Biogärtnerei und war ein essentieller Bestandteil einer Gärtnerei, die Pflanzen erzeugt, die gesund genug sind, ohne chemische Hilfen und ohne größere Schädigungen durch Fressfeinde, Parasiten oder Krankheiten erntereif zu werden.

Die Grabegabel ersetzte den Spaten

Es geht soweit, dass viele Biogärtner heutzutage nicht mal mehr einen Spaten besitzen. Ihre Gartenhäuser enthalten stattdessen Grabegabeln, mit denen man etwa festgetretene Erde auch durch den Mulch hindurch auflockern kann, auch ohne die Schichtung des Bodens zu verändern. Zusätzlich wurde der Regenwurm als vielleicht wichtigster Helfer bei der Zersetzung von Kompost und Pflanzenresten im Boden populär und die Arbeit mit dem Spaten, bei der – gerade in humusreichen, fruchtbaren Böden - immer wieder Regenwürmer zerteilt wurden, wurde entsprechend immer unpopulärer.

Heute wird bei dem Stichwort: “Einen Garten oder ein Beet anlegen ohne Umgraben” oft auch damit geworben, dass Gärtnerei eine leichte körperliche Betätigung sein sollte und nicht primär eine harte Knochenarbeit.

Land urbar machen ohne Umgraben

Es wird im folgenden Artikel darum gehen, Land urbar zu machen. Die Methode, die wir vorstellen, wird meist erst in kleinem Maßstab praktiziert, das heißt es werden Beete im Bereich von etwa 2 bis etwa 50 qm damit angelegt. Ein begrenzender Faktor ist, dass man eine Menge Mulchmaterial dafür benötigt.

Es gibt verschiedene Methoden. Wir beginnen mit einer Methode, die wir vorher auch schon einmal als eine Methode zur Ausmerzung von Quecken vorgestellt hatten.

Dabei gehen wir einmal davon aus, dass die Fläche mit Gras oder auch mit anderen unerwünschten “Unkräutern” bewachsen ist. Am besten sind Flächen geeignet, auf denen die ursprünglichen Pflanzen lang gewachsen sind.

Sie beginnen damit, dass Sie sich genug Pappe besorgen, um die gesamte Fläche, die Sie urbar machen möchten, damit abzudecken. Beim Abdecken achten Sie darauf, dass Sie die dort wachsenden Pflanzen möglichst flach umlegen.

Die Pappe

Pappe besteht hauptsächlich aus Zellulosefasern, oft aus Holz oder Altpapier. Normale braune Wellpappe ist gut geeignet. Falls Sie Pappe bekommen können, die möglichst wenig bedruckt ist, umso besser, weil Sie dann auch nur wenig der Chemikalien in der Druckerfarbe mit in den Boden einbringen. Diese Mengen sind aber auch nur so gering, dass sie vernachlässigbar sind.

 Wichtiger ist es, alle Klebebänder und Plastikteile von der Pappe zu entfernen, denn sie soll im Zuge einer Oberflächenkompostierung vollständig zu Humus werden. Bevor sie zerfällt, soll sie jedoch das Gras darunter vollständig vom lebenswichtigen Sonnenlicht abschirmen, so dass dieses abstirbt und auch zu Kompost, beziehungsweise hinterher zu Humus abgebaut wird.

Ein Tipp: Pappe bekommen Sie aus Geschäften. Insbesondere Fahrradgeschäfte haben großflächige Pappen, in denen sie ihre Fahrräder geliefert bekommen, die auch meist nicht oder nur wenig bedruckt sind.

Kompost, Mulch und Erde

Das weitere Vorgehen hängt auch davon ab, ob Sie diese Fläche dann gleich schon recht bald bepflanzen möchten, oder ob Sie etwa genug Zeit haben, bis nächstes Jahr oder bis zur Herbstaussaat der Wintergemüse zu warten.

Von dieser Frage hängt der Aufbau der Schichten über der Pappe ab. Wenn Sie Zeit haben, dann reicht es, die Pappe dann mit möglichst viel Mulch zu bedecken. Das kann Herbstlaub sein, Häckselgut, Küchenabfälle und angesichts der eher größeren Mengen, die man braucht, an die aber gerade im Frühjahr schwer zu kommen ist, können Sie auch Stroh oder Heu zukaufen und damit mulchen. Mit genügend Mulchmaterial brauchen Sie nicht mal mehr Pappe. Die Pappe ist nur zur Sicherheit, dass die Abdeckung auch wirklich dicht ist.

Wenn Sie das Beet schon gleich im selben Frühjahr nutzen möchten, dann gießen Sie die Pappe erst mal an, damit sie sich schneller zersetzt und für die Wurzeln der Kulturpflanzen durchlässiger wird. Danach bedecken Sie sie mit reifem Kompost, Gartenerde oder Mischungen daraus. Darüber kann eine Schicht unreifer Kompost und darüber eine Schicht Mulch, um das reiche Bodenleben im Kompost vor Wind, Austrocknung, Sonne, Regen und Frost zu schützen.

Bepflanzen

Zum Bepflanzen können Sie zwischen den Mulch Lücken machen, in die Sie pflanzen, zum Einsäen können Sie Saatreihen freilegen. Den zur Seite geschobenen Mulch bringen Sie wieder näher an die Pflanzen heran, sobald diese groß genug werden, dass sie nicht mehr von ihm überdeckt werden können.

Legen Sie am besten schon frühzeitig Wege fest, damit Sie die neu entstehenden Beete möglichst wenig oder gar nicht betreten müssen. Da sich recht viel Material aufschichten kann, kann auch eine Begrenzung mit Randsteinen sinnvoll sein, die das organische Material im Beet halten und ein Hinunterrutschen auf die Wege verhindert.

In Jahren mit ausreichend Regen sollte ein erstklassiger, fruchtbarer und lebendiger Gartenboden mit dieser Methode entstehen. In trockenen Jahren, können Sie die Beete erst mal regelmäßig gießen, damit die vielen Milliarden Bodenorganismen auch genug zu trinken bekommen.

Ein Beet anlegen ohne Umgraben spart nicht nur Arbeit, sondern entwickelt durch die reichliche Versorgung des Bodens mit Kompost und Mulch auch einen fruchtbareren Boden.

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