Bokashi Kompost selber herstellen – Wie geht es und was bringt es?

Bokashi Kompost selber herstellen – Wie geht es und was bringt es?

Wenn Sie immer noch glauben, dass der Winter eine Zeit ist, in der Sie für Ihren Garten nichts tun können, dann kommt hier eine neue Anregung für winterliche Tätigkeiten, die direkt dem Garten nutzen. Falls Sie dieses Jahr noch nicht mit Wintergemüse begonnen hatten, sondern über den Winter mit Vorräten oder Einkäufen kommen, dann ist Bokashi Kompost herstellen eine der Möglichkeiten, wie Sie schon jetzt durch die Erzeugung von lagerfähigem Kompost etwas für den Garten tun können.

Dabei lässt sich Bokashi Kompost, der erst mal keine besonders starke oder unangenehme Geruchsentwicklung zeigt, sogar in der Küche herstellen und dann auch auf dem Balkon verwenden. Ebenfalls die entstehende Flüssigkeit lässt sich dort als Dünger einsetzen. Aber fangen wir doch mal von vorne an.

Was ist Bokashi Kompost?

Bokashi ist Japanisch und bedeutet “reifen” oder “verfeinern”. Inzwischen wird es international allerdings fast immer mit dem Bokashi Kompost in Verbindung gebracht und bedeutet dann eben “fermentierter Kompost”.

Wie der Name schon erahnen lässt, wurde er von einem Japaner, dem Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Terugo Higa, erfunden, der zuvor schon in den 70er Jahren die “effektiven Mikroorganismen” entdeckt hatte, eine Mischung aus verschiedenen Bakterien, Milchsäurebakterien, Hefen und Pilzen, die in Japan, einem Land mit langer Tradition in der Fermentierung von Lebensmitteln, dann im Gartenbereich eingesetzt wurden.

Wir kennen ja Fermentierungen ebenfalls in dem Bereich schon sehr lange, wie etwa bei Sauerkraut, sauren Bohnen und vielen anderen fermentierten Gemüsen. Die Erzeugung von Bokashi Kompost aus Küchen- und Gartenabfällen funktioniert ganz ähnlich. Man kann sogar Sauerkrautsaft oder – wegen des geringeren Salzgehaltes – noch besser Brottrunk für die Animpfung des Bokashis nutzen, wenn man keine effektiven Mikroorganismen (EM) käuflich erwerben möchte.

Was ist der Vorteil von Bokashi Kompost?

Während Sie im Sommer Ihre Küchenabfälle vielleicht einen Komposthaufen werfen, werden viele den Gang in den Garten nicht gerne machen, solange das Gartenhaus noch mit einer schönen, weißen Schneehaube da steht. Auch für Balkongärtner ist der Bokashi eine Alternative, denn zwei Bokashi-Eimer stören im Haus oder auf dem Balkon nicht, während ein herkömmlicher Komposthaufen natürlich nicht auf einen Balkon passt.

Also Bokashi ist eine Alternative zum Kompostieren mit vielen Regenwürmern, Pilzen, Ameisen, Asseln und was noch so im Komposthaufen herumkrabbelt. Der Prozess ist weitgehend sauber, wie die Fermentierung von Lebensmitteln aber die Pflanzenreste werden gründlich aufgeschlossen und vorverdaut, so dass sie später im Garten eingearbeitet werden können und dann schnell zu Humus zerfallen.

Zusätzlich beeinflussen die EM die Gartenerde günstig und verstärken eine sauber zersetzende Mikroorganismengemeinschaft, die weder zu Fäulnis noch Schimmelbildung neigt und die Pflanzen stärkt.

Wie können Sie Bokashi Kompost selber herstellen?

Sie benötigen einen oder besser zwei Bokashi-Eimer. Diese Eimer ermöglichen einerseits eine luftabgeschlossene Gärung der Küchenreste, andererseits erlauben sie, dass die bei der Gärung aus den zersetzten Zellen austretende Zellflüssigkeit abtropft, so dass Sie am Ende zwei Komponenten haben: den Kompost selber und eine Flüssigkeit.

Bokashi-Eimer kann man kaufen oder auch ganz leicht selbst herstellen. Wenn Sie zwei solche Eimer benutzen, dann können Sie immer einen nach und nach füllen, während der Bokashi im anderen reift. Dazu braucht er bei normaler Raumtemperatur etwa zwei Wochen.

Sie können alles pflanzliche Material verwenden, was in der Küche oder im Garten anfällt. Generell ist es günstig, das Material etwas zu zerkleinern, um die Oberfläche für die Keime zu vergrößern. Am Anfang vermischen Sie diese Reste mit etwas Brottrunk oder gekaufter EM-Flüssigkeit oder Sie sprühen die erste Lage damit ein, um sie anzuimpfen. Drücken Sie die Abfälle möglichst platt, um Luftkontakt zu minimieren, denn – ganz im Gegensatz zu normaler Kompostierung - handelt es sich bei der Fermentierung um eine Zersetzung ohne Luftzufuhr.

Der Trick, die Reste zusammengedrückt und luftabgeschlossen zu halten, auch wenn der Eimer noch nicht voll ist, besteht darin, dass Sie einen größeren Plastikbeutel, etwa einen Müllsack mit etwas Sand oder auch Wasser füllen und dann auf die plattgedrückten Reste oben auflegen, damit sie luftabgeschlossen sind. Dabei können Sie auch eine passende Plastikfolie unterlegen, damit die Tüte mit dem Sand immer sauber bleibt.

Nun füllen Sie immer weiter, sprühen mal EM oder Brottrunk darüber, wenn Sie möchten, können Sie auch gerne mal Gesteinsmehl darüber stäuben, bis der Eimer voll ist. Er wird dann luftdicht verschlossen, zwei Wochen gelagert und ist dann fertig.

Die Produkte lagern oder gleich einsetzen?

Über den Winter können Sie den so erzeugten Kompost in Plastiktüten luftdicht abgeschlossen kühl aber frostfrei lagern, vielleicht im Keller. Sobald Sie im Garten Kompost brauchen, können Sie ihn einarbeiten oder unter eine Mulchschicht ausbringen.

Die Flüssigkeit sollte schon zwischendurch immer mal abgelassen werden. Sie eignet sich direkt als Flüssigdünger, wenn sie mit Wasser verdünnt wird, kann in Flaschen gelagert werden und auch zum Animpfen neuer Bokashi Komposte genutzt werden.

Bokashi-Eimer selber basteln

Sie benötigen zwei gleichgroße Eimer aus lebensmittelechtem Kunststoff, die gut ineinanderpassen. Solche Eimer, in denen etwa Gurken, Senf oder Ketchup geliefert werden, fallen in der Gastronomie als Abfall an. Für zwei Bokashi Eimer brauchen Sie vier solche Eimer, von denen wenigstens zwei luftdicht schließende Deckel haben sollten. Es ist auch wichtig, dass, wenn Sie zwei Eimer ineinander stellen, ein luftdichter Abschluss zum Hohlraum unter dem oberen Eimer entsteht. In diesem Hohlraum wird sich später die Flüssigkeit sammeln.

Bohren Sie in den Boden des jeweils oberen Eimers Löcher. Das müssen nicht viele sein, nur so viele, dass die beim Fermentieren entstehende Flüssigkeit abtropfen kann.

Dann stecken Sie den Eimer mit den Löchern im Boden jeweils in einen ohne Löcher und fertig sind zwei funktionsfähige Bokashi-Eimer. Wenn Sie gerne basteln, können Sie auch in den unteren Eimer noch einen verschließbaren Abflusshahn einbauen, es muss aber nicht unbedingt sein.

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