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Biodynamisches Gärtnern

Was ist biodynamisches Gärtnern und welche Bedeutung hat es heute? Ist es schwierig? Wäre es was für mich? Gibt es Vorteile oder Nachteile? Wer es nicht praktiziert, weiß meist gar nicht genau, was es überhaupt ist. „Bio“ wird es wohl irgendwie sein, denn das ist ja schon im Namen enthalten und damit ist auch schon ein wichtiges Merkmal erwähnt: Biodynamische Gärtner haben weder Säcke mit Kunstdünger noch Schneckenkorn oder irgendwelche chemischen Gifte aus den Kategorien Herbizide, Pestizide oder Fungizide in Ihren Holzgaragen, weil sie eben biologisch, also ohne Chemie arbeiten.

Wenn man einen biologisch-dynamischen Gärtner fragt, dann wird er in vielen Fällen erklären, dass biodynamisches Gärtnern viel mehr sei als nur Biogärtnern. Er wird vielleicht die Verbundenheit von allem erwähnen, den Einklang mit der Natur, jahreszeitliche Rhythmen und Mondphasen, schonende Bodenbearbeitung nach dem Vorbild der Natur. Er wird die Gesundheit seiner Pflanzen betonen, ihre natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge und die bessere Qualität seiner Produkte.

biologisch-dynamischen Gärtner

Insofern gibt es starke Parallelen zu Permakultur, bioveganem Gartenbau oder naturnahem Gärtnern, die auch alle bereits viele Anhänger gefunden haben, die sich aber nicht biologisch-dynamisch nennen.

Werfen wir einmal einen Blick auf diese Sonderform des Gartenbaus, die doch eine recht weite Verbreitung hat und deren Produkte auch unter einem gemeinsamen Namen weltweit vermarktet werden.

Wo liegt der Ursprung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft?

Wenn wir einmal ein Lexikon bemühen, dann finden wir, dass diese Art des Gartenbaus auf den deutschen Anthroposophen Rudolf Steiner zurückgeht, der sie im Jahre 1924 in einer Vortragsreihe vor Landwirten und interessierten Anthroposophen begründete.

Die Weltsicht Steiners, die Anthroposophie, auf der diese Empfehlungen für die biologisch-dynamische Landwirtschaft beruhen, können wir hier nicht mal ansatzweise behandeln. Abschriften seiner Vorträge und seine Bücher füllen ganze Wände in Bibliotheken. Die Anthroposophie ist eine okkulte Wissenschaft, die von Steiner teils aus Überlieferungen, teils hellsichtig beschrieben wurde.

Er zeigte bei seinen Vorträgen größere Zusammenhänge, auch kosmischer Natur auf, die dem Landwirt ein umfassenderes Verständnis vermitteln sollten, was in der Natur und auf seinem Acker eigentlich vorgeht. Auch konkrete Rezepte wurden gegeben, etwa für sogenannte biodynamische Präparate, die aus bestimmten Heilkräutern hergestellt werden und auf bestimmte Art angewendet werden sollten. um Wachstum und Pflanzengesundheit zu fördern. Bereits 1927 wurde mit Demeter eine Verwertungsgesellschaft für biodynamisch erzeugte Lebensmittel gegründet.

Welche Rolle spielte die biologisch-dynamische Landwirtschaft danach?

Während der Zeit des Nationalsozialismus fand diese Form der Landwirtschaft, teilweise auch mitsamt ihrem anthroposophischen Überbau, dann weitere Verbreitung und spielte eine wichtige Rolle als Gegenpol zu der aufkommenden chemischen Landwirtschaft, die Pflanzen materialistisch als eine Art „Biomaschinen“ betrachtete, die lediglich mit bestimmten chemischen Elementen gefüttert werden müssten.

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Auch nach dem Ende der Nazi-Diktatur behielt die biologisch-dynamische Landwirtschaft diese Rolle als wichtiger Gegenpol zur industrialisierten Agrarwirtschaft. So wurde bis in die achtziger Jahre der „Erhalt der bäuerlichen Lebenswelt“ als ein wichtiges Ziel verfolgt, danach traten Umweltschutz, Nachhaltigkeit und ökologischer Landbau als Schlagworte mehr in den Vordergrund.

Kritik am biodynamischen Landbau

Ein Hinweis, der von vielen als Kritik verstanden werden könnte, kommt von Steiner selber, der nämlich eingestand, dass er von der Landwirtschaft gar nicht so viel verstünde und die Vorträge lediglich hielt, weil man von ihm als Hellseher einfach erwartete, dass er alles wisse.

Einige vergleichende Studien fanden dann auch lediglich Hinweise, die bei „normalem“ biologischen Gartenbau auch schon so zu erwarten wären, nämlich mehr Humus im Boden, größere Artenvielfalt im Garten, erhöhte Pflanzengesundheit und Widerstandskraft, bessere Qualität der Produkte und so weiter. Speziellere Empfehlungen, wie etwa bei der Gärtnerei nach Mondphasen oder bei den Präparaten konnten größtenteils nicht bestätigt werden, wenn auch einige davon ihren Weg in die aktuelle Biogärtnerei gefunden haben, wie etwa die Verwendung von Brennesseln zur Düngung und Stärkung oder die Verwendung von Schachtelhalmabsud bei Mehltau.

Andere Rezepte, wie beispielsweise die Bekämpfung von Insekten durch ihre Verbrennung im Zeitraum von 21.April bis 20.Mai (Sonne im Sternzeichen Stier) oder Verbrennung von Mäusefellen und Verstreuen der Asche Ende Oktober bis Ende November (mit der Sonne im Skorpion) zur Abwehr von Mäusen hatten sich schon bei zeitgenössischen Anthroposophen nie wirklich durchgesetzt.

Bei aller Kritik muss man aber zugestehen, dass die biodynamische Gärtnerei als älteste Form der Biogärtnerei schon immer, bis heute eine sehr wichtige und einflussreiche Rolle als Gegenpol zur chemischen Landwirtschaft gebildet hat. Steiner mag einiges gelehrt haben, was schwer verständlich, vielleicht falsch oder einfach nicht praxisnah genug war. Sein Verdienst ist es aber auf jeden Fall, schon früh auf die Bedeutung der Verknüpfungen biologischer Vorgänge in den Ökosystemen, die wichtige Rolle von Verrottungsvorgängen für das Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit, sowie auf die Qualität biologisch angebauter Produkte und ihren Nutzen für die menschliche Gesundheit hingewiesen zu haben.

biodynamische Gärtnerei als älteste Form der Biogärtnerei

Die heutige Bedeutung der Demeter-Gärtnerei

Eine ganzheitliche Betrachtung der Natur und der Landwirtschaft ist heute sehr weit verbreitet und findet in Permakultur, bioveganem Anbau oder Biogärtnerei ihren Ausdruck. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft darf als ein Ursprung und wichtiger traditioneller Kulminationspunkt für diese Arten von Gärtnerei gelten.

In dieser ganzheitlichen Betrachtungsweise gilt jeder Hof, jeder Garten mit seinen Tieren und Menschen als eine individuelle Einheit. Standortbedingungen, wie Klima, Böden, heimische Flora und Fauna, Landschaft werden beachtet. Man strebt autarke Kreisläufe an, das heißt man möchte möglichst wenig ein- oder ausführen. So werden Futtermittel aber auch Gründüngung selber angebaut, die lokale Tierwelt wird gefördert, Artenvielfalt sieht man positiv und der Gärtner oder Landwirt versucht alle diese Aspekte in ein Gleichgewicht zu bringen, welches die Produktivität fördert.

Wegen der langen Tradition und der unbestreitbar guten Erfolge bei dieser Art des Gartenbaus, erfreut sie sich heute einer weltweiten Verbreitung. So sollen bereits 2018 weltweit über 5000 Betriebe fast 200.000 Hektar nach den Demeter-Richtlinien bearbeitet haben. Von diesen Betrieben finden sich fast 1.600 in Deutschland.

In Wirklichkeit ist der biodynamische Gartenbau in mehr oder weniger strengen Formen jedoch viel weiter verbreitet, nämlich auch in Millionen von Kleingärten, die ihre biologisch-dynamisch angebauten Produkte nicht als solche vermarkten oder lediglich der Selbstversorgung dienen.

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